Di., 10.05.2016

Kein Respekt vor Polizisten Anzahl der Angriffe auf Beamte im Dienst steigt an – auch im Münsterland

Kein Respekt vor Polizisten : Anzahl der Angriffe auf Beamte im Dienst steigt an – auch im Münsterland

Polizisten kämpfen auch im Münsterland mit Anfeindungen und steigender Gewaltbereitschaft (Symbolbild). Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Polizisten werden im Einsatz immer öfter beleidigt, bedroht oder körperlich angegriffen. Allein im Jahr 2015 hat es in Nordrhein-Westfalen 14.000 Angriffe auf Beamte gegeben.

Von Mirko Heuping

Dies geht aus einem internen Lagebild des Landes­kriminalamts (LKA) hervor. Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW liegt die Zahl der Übergriffe damit um drei Prozent höher als im Vorjahr.

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Kollegen berichten häufiger als früher, dass sie im Einsatz angespuckt oder beleidigt werden.

Susanne Dirkorte-Kukuk

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Schauplatz sind nicht nur die bekannten Problem-Viertel in den Großstädten. Auch im Münsterland kämpfen Polizisten mit Anfeindungen und steigender Gewaltbereitschaft. „Kollegen berichten häufiger als früher, dass sie im Einsatz angespuckt oder beleidigt werden“, sagt Susanne Dirkorte-Kukuk, Sprecherin der Kreispolizei in Warendorf.

Die Zahl der offiziell erfassten Widerstandsdelikte sei für den Kreis von 39 (2014) auf 60 (2015) gestiegen. Allerdings ist dies nur die Spitze des Eisbergs. „Viele Delikte werden gar nicht erst zu Papier gebracht. Die Kollegen haben da bei Beleidigungen oder Drohungen mittlerweile ein dickes Fell“, sagt Dirkorte-Kukuk. Der Respekt gegenüber der Polizei habe jedenfalls deutlich abgenommen. Bei Festnahmen käme es nicht selten vor, dass Unbeteiligte sich einmischen und versuchen, andere Personen vor dem Zugriff der Polizei zu bewahren.

Diesen Eindruck bestätigt auch ihr Kollege Martin Pollmann von der Kreispolizei Coesfeld: „Bei Einsätzen rotten sich schnell größere Gruppen gegen die Polizei zusammen. Zudem wird vieles gefilmt und in soziale Netzwerke gestellt. Das löst zusätzlichen Druck aus.“

NRW-weit wurden im vergangenen Jahr 497 Beamte bei Angriffen schwer und 527 leicht verletzt. Zum besseren Schutz der Polizisten fordert die GdP die Landesregierung auf, Körperkameras einzuführen. In anderen Bundesländern sei damit die Zahl von Angriffen gegen Beamte deutlich reduziert worden, heißt es in einer Stellungnahme der GdP. Sie fordert zudem eine konsequentere Verfolgung der Täter.

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