Di., 10.05.2016

Drogen-Razzia in Brochterbeck Polizei rückt mit Großaufgebot an

In Brochterbeck durchsuchten Polizisten ein Einfamilienhaus.

 In Brochterbeck durchsuchten Polizisten ein Einfamilienhaus. Foto: Michael Schwakenberg

Tecklenburg-Brochterbeck - 

[Aktualisiert um 16.32 Uhr] Ein Großeinsatz der Polizei im Tecklenburger Ortsteil Brochterbeck sorgte am Dienstagmorgen schnell für Gesprächsstoff im Ort. Inzwischen gibt es erste Informationen über die Hintergründe der Aktion.

Von Michael Schwakenberg

Mehrere Polizei-Bullis am Straßenrand und einige Zivilfahrzeuge; dazu über ein Dutzend uniformierter Polizisten und Beamte der münsterischen Kriminalpolizei. Der Großeinsatz in der Dorfstraße sorgte am Dienstagmorgen schnell für reichlich Gesprächsstoff im Ort. Aber noch bevor die Gerüchte so richtig ins Kraut schießen konnten, war offensichtlich, welchen Auftrag die Beamten hatten: Kurz nach Mittag begannen sie und Mitarbeiter der Stadt damit, Hunderte Cannabispflanzen nach draußen zu schleppen. Auch in Werl wurde eine Plantage hochgenommen.

Fotostrecke: Polizei findet Marihuana-Plantage in Brochterbeck

Ermittlungen in Geldwäscheverfahren

Auf die Schliche gekommen waren Staatsanwaltschaft und Polizei den Tätern bei Ermittlungen in einem Geldwäscheverfahren. Im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen am Dienstag stellten die Ermittler laut Pressemitteilung einen vierstelligen Bargeldbetrag sicher. Weiterhin nahmen sie drei Männer fest.

Den möglichen Kopf, einen 44-jährigen Münsteraner, überraschten die Einsatzkräfte in seiner Wohnung. Einen 24-Jährigen stellten Polizisten in Brochterbeck, nachdem dieser versucht hatte zu flüchten. Er hatte dort in einem Wohnhaus auf mehreren Etagen Pflanzen gezüchtet. Den dritten Tatverdächtigen, einen 42-Jährigen, nahmen die Ermittler in der zweiten Plantage in einem Industriegebiet in Werl fest. Die drei Festgenommenen werden einem Richter vorgeführt.

Pflanzen vor Ort gehäckselt

In Brochterbeck begannen die Einsatzkräfte noch vor Ort damit, die Pflanzen zu häckseln. Und weil so eine Aktion nicht jeden Tag zu bestaunen ist, kam vor dem Grundstück in der Dorfstraße zwischenzeitlich reichlich Volk zusammen.

Anwohner berichteten unserer Zeitung, dass das Haus vor rund zwei Jahren den Eigentümer gewechselt habe und sich seitdem nur alle paar Wochen asiatisch ausschauende Männer hätten blicken lassen. Dann habe hin und wieder auch mal Licht gebrannt, ansonsten seien die Rollläden die meiste Zeit unten gewesen. Dass das Anwesen dort eine Cannabis-Plantage beherbergen könnte, auf die Idee sind die Nachbarn nach einiger Aussage nicht gekommen.

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3995287?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F