Mi., 11.05.2016

Umsatzsprung bei Caterer aus Rheine Apetito liefert Essen im Wert von fast 14 Millionen Euro an Flüchtlinge

Ungewöhnliche Zutaten – wie diesen Granatapfel – setzt Apetito in neu entwickelten Rezepten nach nordafrikanischem Vorbild ein.

Ungewöhnliche Zutaten – wie diesen Granatapfel – setzt Apetito in neu entwickelten Rezepten nach nordafrikanischem Vorbild ein. Foto: Jürgen Peperhowe

Düsseldorf/Rheine - 

Die Flüchtlingswelle hat dem Caterer Apetito aus Rheine einen unerwarteten Umsatzschub beschert: Menüs und Speisen im Wert von nahezu 14 Millionen €  hat der Tiefkühlkost-Hersteller 2015 über Partner wie das Deutsche Rote Kreuz an Flüchtlingsunterkünfte geliefert.

Von Jürgen Stilling

Im Vorjahr waren dies lediglich rund fünf Millionen €  gewesen. Bis zu 80 Leiharbeiter habe man eingestellt, um die plötzliche Mehrarbeit zu bewältigen, berichtete der Vorstandssprecher des Familienunternehmens, Guido Hildebrandt, am Mittwoch bei der Bilanz-Vorstellung in Düsseldorf.

Die beliebtesten Menüs der Kunden:

► In Kitas und Schulen: 1. Vegetarische Linsen­suppe; 2. Hühnerfrikassee mit Erbsen und Reis; 3. Tomatensuppe mit Reis und Rindfleischklößchen

► Am Arbeitsplatz: 1. Currywurst mit Westernpommes; 2. Spaghetti Bolognese; 3. Gegrillter Alaska-Seelachs „Avignon“ auf Ratatouille-Gemüse mit Kräuterkartoffeln

► Bei Senioren: 1. Rinderroulade in Soße mit Salzkartoffeln und Apfelrotkohl; 2. Klopse „Königsberger Art“, Rote Beete und Salzkartoffeln; 3. Kartoffel-Gulasch-Topf mit Rindfleisch

Auch wegen dieser Sondererlöse habe der Umsatz der Apetito-Gruppe 2015 mit rund 800 Millionen €  „über unseren Erwartungen“ gelegen, so Hildebrandt. „Bis 2021 wollen wir die Milliarden-Marke knacken“, ist der Apetito-Chef für die Zukunft optimistisch. Für das laufende Jahr visiert Hildebrandt ein Umsatzplus von sechs bis acht Prozent an – auch wenn die Erlöse mit den Flüchtlingen zurzeit wieder leicht zurückgehen.

Gewinn steigt um eine Million Euro

Wachstum gibt es bei Apetito auf allen Geschäftsfeldern: 43 Prozent des Konzernumsatzes entfalle auf die Seniorenverpflegung, 42 Prozent auf die Sparte „Kitas und Schulen“, berichtete das Rheiner Unternehmen. Aufgrund der demografischen Entwicklung sieht der Apetito-Chef bei den Senioren das größte Wachstumspotenzial.

Der Gewinn des Apetito-Konzerns wuchs 2015 nur leicht von 41 auf 42 Millionen € .

Auch das Auslandsgeschäft konnte Apetito 2015 ausbauen. Die Töchter in Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, in Österreich und ein Joint-Venture in Spanien steigerten ihre Umsätze. In Frankreich veräußerte Apetito vor wenigen Wochen, wie berichtet, seine Catering-Tochter, ist dort nur noch über die neu gegründete Exportgesellschaft Costa SAS vertreten.

Wichtige Kennziffern

► Umsatz in der Firmengruppe: Rund 800 Millionen €  (plus 8,5 Prozent)

► Mitarbeiter: 7895 (Vorjahr: 8276)

► Jahresüberschuss im Konzern: 42 (Vorjahr: 41) Millionen €   

► Investitionen: 31 (Vorjahr: 29) Millionen € 

Internationale Gerichte ins Programm aufgenommen

Die Flüchtlingswelle hat auch die Kreativität der Apetito-Köche gefördert: Sieben Gerichte aus der nordafrikanischen Küche wurden neu kreiert und werden nun auch in den Betriebskantinen angeboten. Bulgur, Kichererbsen und besondere Gewürze nannte Hildebrandt als Bestandteile dieser Menüs.

180 offene Stellen

Großen Personalbedarf hat derzeit die Firma Apetito Catering. „Bei uns gibt es derzeit 180 offene Stellen – vor allem Köche suchen wir händeringend“, sagte Geschäftsführer Andreas Oellerich.

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