Fr., 13.05.2016

Wenig Hoffnung auf weniger Schwerlastverkehr Sendker: Durch Maut keine Entlastung

Schwerverkehr auf dem Konrad-Adenauer-Ring. Über ihn führt gern die Fahrt, wenn es – vorbei an der Maut – von der A1 auf die A2 gehen soll.

Schwerverkehr auf dem Konrad-Adenauer-Ring. Über ihn führt gern die Fahrt, wenn es – vorbei an der Maut – von der A1 auf die A2 gehen soll. Foto: Ulrich Gösmann

Ahlen - 

Keine Schwerverkehr-Entlastung auf Ahlener Straßen erwartet der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker von der Maut-Einführung auf Bundesstraßen ab 2018.

Von Ulrich Gösmann

Anwohner der innerstädtischen Mautausweichstrecken in Ahlen sollten sich nicht zu früh freuen. „Ich kann keine Hoffnung machen, dass es zu einer Entlastung kommt“, reagierte am Donnerstag der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker in einer Redaktionsanfrage auf den Tags zuvor von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzesentwurf zur Einführung der Maut auf allen Bundesstraßen.

„Die Verkehre nehmen zu. Deutlich zu,“ so der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverkehrsausschusses aus Berlin. Prognosen für das Jahr 2015 seien in vollem Umfang eingetreten. Was erwarten lasse, dass auch weitergehende Berechnungen realistisch seien. Bis zum Jahr 20130 werde im Bundesschnitt eine weitere Verkehrszunahme von 15 bis 20 Prozent erwartet, im ländlichen Raum um fünf bis acht Prozent. Hinter dem Schwerlastverkehr stünde ein Plus von durchschnittlich 39 Prozent, in Ballungsräumen sogar von 70 bis 80 Prozent. „Bei uns“, blickt der Christdemokrat auf seinen Heimatkreis,“ dürften es 20 Prozent plus X sein.“

Bundesstraßen bleiben attraktive Alternative

Für Speditionen, so Sendker, sei nicht nur die Maut von Bedeutung. Ein weiterer ganz wichtiger Faktor sei die Zeit, durch die sich wiederum Geld sparen lasse. Angesichts voller und teils jetzt schon überlasteter Autobahnen, von denen einige Streckenabschnitte schon jetzt vor dem Infarkt stünden, bleibe die Bundesstraße auch unter Mautbedingungen eine attraktive Alternative. Inwieweit sich Ströme dann weiter runter auf Gemeindestraßen verlagerten, um doch noch Mautmeter zu sparen, sei noch nicht hinreichend untersucht worden. Ahlen ist beliebte Ausweichstrecke, um Fahrten von der A1 auf die A2 zu verkürzen. Das Nachsehen haben in erster Linie Anwohner von Kapellenstraße und Hammer Straße sowie am Konrad-Adenauer-Ring.

Sorgen vor einer Verschandelung der Landschaft nach Installierung der neuen Mauttechnik will Reinhold Sendker aber jetzt schon nehmen. „Wilde Brückenkonstruktionen“, wie von Betreiber Toll Collect auf den Autobahnen postiert, werde es an den Bundesstraßen nicht geben. Registriert werde über Messsäulen – ähnlich derer für Blitzer. Farblich würden sie sich ihrer natürlichen Umgebung unaufdringlich anpassen.

Die Stadt Ahlen wollte auf Redaktionsanfrage keine Prognosen zur Auswirkungen der Maut auf den Durchgangsverkehr wagen.

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