Fr., 13.05.2016

Wirtschaftsaufschwung in Deutschland Handwerkskammer: Hochstimmung auch im Münsterland

Das Tischlerhandwerk zählt im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region zu den Boombranchen. Kammerpräsident Hans Hund (kl. Foto) berichtete über die gute Stimmung.

Das Tischlerhandwerk zählt im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region zu den Boombranchen. Kammerpräsident Hans Hund (kl. Foto) berichtete über die gute Stimmung. Foto: colourbox.de

Münster - 

Wächst die Wirtschaft, dann schwappt meist eine Gründerwelle durchs Land. Das gilt auch im Handwerk der Region. Die Zahl der Existenzgründungen habe seit 2012 kontinuierlich zugenommen, berichtete am Freitag der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund.

Von Jürgen Stilling

 „Allein im vergangenen Jahr taten 2419 Handwerker im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region den Sprung in die Selbstständigkeit“, berichtete Hund – 197 mehr als im Vorjahr.

Doch Hund reicht diese Entwicklung nicht aus: „Wir brauchen die Macher, die neue Wege gehen“, betonte der Kammerpräsident. Dazu sei eine Kultur des Unternehmertums wichtig. Der Gründergeist müsse daher von der Politik und der Gesellschaft stärker gefördert werden.

Derzeit sind die Chefs der Handwerksbetriebe in der Region in bester Laune. „Die Stimmung ist spitze“, sagte Hund. Niemals seit dem Wiedervereinigungsboom im Jahr 1991 sei die aktuelle Geschäftslage so positiv bewertet worden wie im Frühjahr 2016. 41 Prozent der Unternehmen geben den Geschäften die Note „gut“. 26 Prozent der Betriebe erwarten sogar noch eine weitere Verbesserung der Situation. Dabei steht das Münsterland mit 46 Prozent Positiv-Urteilen wie eh und je besser da als die Emscher-Lippe-Region, wo nur 29 Prozent mit ihrer Lage sehr zufrieden sind.

Die beste Konjunkturlage verzeichnet zurzeit das Ausbaugewerbe, zu dem etwa Tischler, Maler und Elektrotechniker zählen. In dieser Sparte sprechen 53 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage. 88 Prozent der Kapazitäten sind ausgelastet. Auch dem Bauhauptgewerbe geht es nach wie vor sehr gut, dennoch sank der Anteil der „Gut“-Urteile von 45 auf 40 Prozent – auch weil die Verkaufspreise sinken, für die Bauherren eine gute Nachricht.

Trotz der hervorragenden Konjunkturlage goss der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Hermann Eiling, Wasser in den Wein: Von den 2419 Existenzgründern hätten im vergangenen Jahr lediglich 19 Prozent eine Meisterprüfung absolviert oder einen vergleichbaren Abschluss gemacht. „Das sind acht Prozentpunkte weniger als noch vor zehn Jahren“, erklärte Eiling. Dadurch sinke erfahrungsgemäß die Lebensdauer der Betriebe. Außerdem nehme die Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit ab.

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