Di., 17.05.2016

Was wird aus der Emsinsel? Ein „Schandfleck“ für Warendorf

Viele Bürger kamen am Pfingstmontag zum Spaziergang über die Emsinsel, um sich von den Mitgliedern des Arbeitskreises Ems im Rahmen einer Ortsbegehung über die Planungsvorstellungen von Stadt und Arbeitskreis zu informieren.

Viele Bürger kamen am Pfingstmontag zum Spaziergang über die Emsinsel, um sich von den Mitgliedern des Arbeitskreises Ems im Rahmen einer Ortsbegehung über die Planungsvorstellungen von Stadt und Arbeitskreis zu informieren. Foto: Wemhoff

Warendorf - 

Die Frage, was aus der Emsinsel wird, bewegt derzeit viele Warendorfer. Im Vorfeld der Info-Veranstaltung am Donnerstag lud jetzt der Arbeitskreis Emsinsel interessierte Bürger zu einem Rundgang ein.

Von Sebastian Wemhoff

Was wird aus der Emsinsel? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Mitglieder des Arbeitskreises Ems, sondern offensichtlich auch viele Bürger, die dem Aufruf des Arbeitskreises zu einem Spaziergang über die Emsinsel gefolgt waren.

Im Rahmen einer Ortsbegehung informierten die Mitglieder des Arbeitskreises gestern über die derzeitigen Planungsvorschläge. „Dass hier auf der Industriebrache Brinkhaus dringend etwas geschehen muss, ist wohl jedem klar“, sagte Mechtild Wolff. Das Gelände sei ein „Schandfleck“ und „schon viel zu lange ein schlechtes Aushängeschild“ für Warendorf.

Darüber, was genau geschehen soll, wird allerdings heftig gestritten. Hintergrund sind die kontrovers diskutierten Planungen für die „Neue Ems“ zur Durchsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Die Vorstellungen der Stadtverwaltung gehen dahin, das Flussbett durch den Emsseepark und auf Höhe des Marienheims in den Emssee zu führen. Ein Vorteil dieser Lösung besteht für Baudirektor Peter Pesch darin, dass das Gelände sofort verfügbar wäre.

Doch diese von der Verwaltung derzeit favorisierte „Variante 5“ stößt beim Arbeitskreis auf heftige Ablehnung: „Es steht zu befürchten, dass hier die Weichen falsch gestellt werden“, so Wolff. Mehrere Faktoren sorgen bei den Kritikern für Unmut: Einmal würde ein Teil des Emssee-Parks (Brinkhaus-Park) inklusive der öffentlichen Obstbaumwiese verloren gehen: „Es wäre ein Verlust, wenn diese Parkanlage eine Lücke bekäme“, erläuterte Karl Heinz Spelling.

Noch größer ist aber die Befürchtung, dass das Brinkhaus-Gelände an private Investoren vergeben werden könnte und so eine Wohnbebauung entsteht. „In den Plänen der Stadt ist das Gebiet als frei planbare Fläche gekennzeichnet“, erläuterte Antonius Kleimann. Im Klartext hieße dies, dass die Industriebrache dadurch „baureif“ gemacht werden würde. Der Alternativvorschlag des Arbeitskreises sieht dagegen eine Führung der „Neuen Ems“ über das Brinkhausgelände und eine Renaturierung der Emsinsel hervor (Variante 2). Kurz: Eine „Emsinsel für alle“. Die Stadt hat diese Lösung bislang aus Kostengründen abgelehnt. Außerdem befindet sich das Brinkhaus-Gelände – im Gegensatz zum Emspark – nicht in städtischem Besitz. Die Mitglieder des Arbeitskreises halten das Argument der zu hohen Kosten für einen Vorwand und hält dagegen, dass die Variante Emsinsel für alle“ durch Städtebauförderungsmittel zu 80 Prozent bezuschusst werden könne. Außerdem würde der Wassersport nicht durch die Versandung des Emssees gefährdet.

Eine solche Gefährdung für den Segelbetrieb sieht Birgitt Helms, zweite Vorsitzende des Warendorfer Wassersportvereins, durch die derzeitige Planung. „Jegliche Nutzung des Emssees ist dann passé. Wir könnten unser Hobby komplett einstellen. Dann gäbe es auch das Bootshaus nicht mehr“.

Das Hauptanliegen des Arbeitskreises besteht nun zunächst darin, eine vorschnelle Entscheidung abzuwenden. „Unsere Politiker haben jetzt das Heft in der Hand“, machte Wolff zum Abschluss deutlich. Sie könnten sich gegen die Vorschläge der Verwaltung stellen. Diese Worte fanden durchaus Widerhall bei den Zuhörern, die spontan applaudierten und miteinander diskutierten.

Sicher scheint: Die Frage, was aus der Emsinsel wird, bleibt auch in Zukunft ein Thema. Am Donnerstag (19. Mai) hält die Stadt um 19 Uhr in der Von-Galen-Schule an der Von-Ketteler-Straße 38 eine Info-Veranstaltung zum Thema ab.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4009892?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F