Di., 17.05.2016

Auflösungsappell des Sanitätsregiments „Bewahren Sie sich den 22er-Geist“

Die Truppenfahne wird eingerollt: Gemeinsam mit Generalarzt Dr. Ulrich Baumgärtner (vorne l.) vollzog Oberstarzt Fritz Stoffregen den letzten Akt in der Geschichte des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“.

Die Truppenfahne wird eingerollt: Gemeinsam mit Generalarzt Dr. Ulrich Baumgärtner (vorne l.) vollzog Oberstarzt Fritz Stoffregen den letzten Akt in der Geschichte des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“. Foto: Christian Wolff

Ahlen - 

Ein letztes Mal schallte am Dienstagnachmittag der Schlachtruf „Top-San“ durch die Ahlener Innenstadt. Mit dem Auflösungsappell, der auf Einladung von Bürgermeister Dr. Alexander Berger auf dem historischen Ahlener Marktplatz vollzogen wurde, ist das traditionsreiche „Westfalen“­- Regiment nun Geschichte.

Von Christian Wolff

S eit nahezu fünf Jahren haben sie sich darauf vorbereitet. Nun ist der Auflösungsappell vollzogen, das Sanitätsregiment 22 „Westfalen“ seit Dienstagnachmittag Geschichte. Die Zeremonie unter musikalischer Begleitung des Heeresmusikkorps Kassel, geführt von Major Tobias Terhardt, führte viele Ehrengäste aus Militär, Kirche, Politik und Gesellschaft in die „gute Stube Ahlens“, auf den historischen Marktplatz.

Trotz aller protokollarischer Abläufe und des feierlichen Rahmens, war vielen der Beteiligten anzusehen, dass es sich hier um keinen freudigen Anlass handelte. Aber: „Keiner von Ihnen wird sich auflösen oder gar verschwinden“, betonte Oberstarzt Fritz Stoffregen in seinen Abschiedsworten an die Soldaten, die nun in neue Verwendungen oder an andere Standorte wechseln. „Bewahren Sie sich in Ihrem Herzen einen Teil dieses stolzen Regiments und tragen Sie diesen 22er-Geist in Ihre neuen Einheiten hinein, in denen Sie in Zukunft dienen werden.“ Das Motto des Sanitätsdienstes „Der Menschlichkeit verpflichtet“ gelte schließlich ebenso weiter.

Stoffregen ließ noch einmal schlaglichtartig die nahezu 60-jährige Geschichte des Regiments aufleben und lobte die Leistungsbereitschaft und Motivation der Truppe bei zahlreichen Auslandseinsätzen, um in der von aktuellen Umstrukturierungen geprägten Gegenwart zu enden. „Hier in Ahlen sind wir mit offenen Armen empfangen worden. Die Akzeptanz und die vorbehaltlose Integration in das Gemeinwesen haben uns Schutz und Halt gegeben.“ In diesem Zusammenhang verwies er auf die Verdienste des „Freundeskreises Ahlener Soldaten“, auch in Sachen Erinnerungsarbeit für die „Retter Ahlens“ nach dem Zweiten Weltkrieg, Oberfeldarzt Dr. Paul Rosenbaum und Colonel Sidney Hinds, sowie die fortwährende Versöhnungsarbeit mit dänischen Kameraden auf dem Schlachtfeld von Düppel. Dem Nachfolgeverband am Standort Ahlen, dem Aufklärungsbataillon 7, wünschte Stoffregen ebenso enge wie freundschaftliche Bande mit der Stadt Ahlen.

Die Einladung, den Auflösungsappell nicht hinter den Kasernenmauern, sondern öffentlich im Herzen der Stadt auszurichten, hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger beim letzten Neujahrsempfang der „Sanis“ im inzwischen aufgegebenen Offiziersheim ausgesprochen. „Das Kapitel des Sanitätsregiments 22 wird heute geschlossen. Weitere Kapitel im Buch der Garnisonsstadt Ahlen warten darauf, geschrieben zu werden, worauf ich mich sehr freue“, sagte Berger.

Nach der Nationalhymne und dem Alexandermarsch folgte am Vorabend ein Empfang für geladene Gäste in der Stadth alle. (Bericht folgt.)

"

Weitere Kapitel im Buch der Garnisonsstadt Ahlen warten darauf, geschrieben zu werden.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

"
Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4012355?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F