Mi., 18.05.2016

Analyse Viel Nitrat im Brunnenwasser

Trinkwasser aus dem Hausbrunnen kann deutlich erhöhte Nitratwerte aufweisen.

Trinkwasser aus dem Hausbrunnen kann deutlich erhöhte Nitratwerte aufweisen. Foto: colourbox.de

Emsdetten - 

Der Verein VSR-Gewässerschutz, der bundesweit Wasseranalysen durchführt, hat bei acht von 30 Proben aus Hauswasserbrunnen in Emsdetten eine erhöhte Nitratkonzentration festgestellt. 

Von Klaus Spellmeyer

Bei einem der untersuchten Brunnen lag der Wert bei 139 Milligramm pro Liter, das fast Dreifache über dem erlaubten Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.

Das Wasser ist zum Trinken ungeeignet, selbst Fischteiche sollten mit Brunnenwasser nicht befüllt werden, da sich die Algen dadurch vermehrten. Nitrat gelangt besonders durch die landwirtschaftliche Düngung ins Grundwasser. Der VSR-Gewässerschutz fordert seit Jahren eine Änderung der Düngeausbringung.

Stadtwerke-Brunnen ohne Probleme

Die Brunnen der Stadtwerke weisen dagegen keine erhöhte Konzentration der Ni­tratwerte auf. Die Werte liegen nach Angaben des Emsdettener Stadtwerke-Geschäftsführers Jürgen B. Schmidt bei zwei bis drei Milligramm pro Liter. Dafür gibt es mehrere Gründe: Hausbrunnen sind nicht mehr als neun Meter tief, die Trinkwasserbrunnen dagegen 25 Meter. Der Reinigungsprozess des Wassers durch den Boden ist weniger intensiv. Hausbrunnen liegen irgendwo ungeschützt, die Brunnen der Stadtwerke dagegen in der Wasserschutzzone 1. „Da ist nichts mehr erlaubt, was Wasser verunreinigen könnte“, sagte Schmidt.

Durch Kooperationen mit den Landwirten sind die Wasserwirte ständig bemüht, die Nitratbelastung im Einzugsgebiet der Wasserwerke zu senken. Aber auch die Stadtwerke fürchten, dass sich die Nitratwerte an den Trinkwasserbrunnen in den kommenden Jahren erhöhen könnten. Denn es gibt immer weniger Pyrit im Boden. Pyrit, auch Katzengold genannt, trägt zum Nitratabbau im Boden ab.

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