Do., 19.05.2016

Therapeutisches Reiten Eine Therapie mit großem Spaßfaktor

Einen großen Freund haben Salim und Nazahni auf dem Bauernhof St. Georg gefunden.

Einen großen Freund haben Salim und Nazahni auf dem Bauernhof St. Georg gefunden. Foto: tani

Ascheberg - 

Salim und Nazahni sind noch nicht lange in Deutschland, haben aber schon einenn großen Freund gefunden.

Von Tina Nitsche

Die kleine Hand fährt zärtlich über die weiße Pferdenase. „Nighti“, sagt Nazahni leise und ein Lächeln zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. Das große weiße Pony schaut das Kind an. Ruhig und gelassen. „Nightstar“, von den Kindern liebevoll „Nighti“ genannt, ist ein Therapiepferd. Geduldig wartet es am Dienstagmorgen auf seinen Arbeitseinsatz. Denn die vierjährige Nazahni und der fünfjährige Salim kommen zum therapeutischen Reiten auf den Bauernhof St. Georg. Ein besonderes Highlight für die beiden Flüchtlingskinder.

Nazahni und ihr Papa Mustafa reisen dabei aus Herbern an und sind überpünktlich da. Schließlich muss „Nighti“ ja auch noch für das Reiten vorbereitet werden. Nazahni hat schon beim Putzen geholfen und genau hingeschaut als Josef Heubrock, Reitausbilder für Menschen mit Behinderung auf dem Bauernhof St. Georg, das 1,40 Meter große Pony gesattelt hat. Als Salim dann ankommt, nimmt das kleine Mädchen stolz den bunten Strick und führt „Nighti“ gemeinsam mit Josef Heubrock auf die Wiese. Die beiden Kinder haben ihre fünfte Reitstunde am Dienstagmorgen. „Und sie machen richtig gute Fortschritte. Vor allem sind sie mittlerweile richtig sicher geworden“, verrät Josef Heubrock. Das zeigt sich auch an der dünnen Reitdecke, die das Pony mittlerweile trägt. „Durch die spüren die Kinder jede einzelne Bewegung, während sie bei der dicken Decke, die zunächst immer erst eingesetzt wird. davon gar nichts merken“, erklärt Heubrock.

Und dann geht es los. Erst schwingt Salim sich auf den Pferderücken. Stolz thront er da und dreht einige Runden an der Longe im Kreis. Dann erfolgt ein Positionswechsel. Der Junge sitzt rückwärts auf. Hebt auf Anweisung ein Bein in die Luft und gegengleich einen Arm. Die Augen glänzen, auf dem Gesicht liegt ein zufriedenes Lachen. Anschließend ist Nazahni dran. Wie eine kleine Amazone dreht auch sie nach einiger Zeit in rückwärtiger Position einige Runden – kleine akrobatische Übungen inklusive. Ermöglicht wird den Flüchtlingskindern diese Reiteinheit durch die Stiftung des Sozialwerkes St. Georg, die das Projekt Therapeutisches Reiten für Flüchtlingskinder mit 1000 Euro gesponsert hat. „Dabei haben wir zwei Reitgruppen. Einmal diese Gruppe mit den beiden kleinen Kindern, und einmal eine Gruppe mit vier jungen Erwachsenen, die immer freitags hier sind“, so Jörg Stratmann, Fachleitung und Leitung Fachbereich Heilpädagogisches Reiten St. Georg. Während die Freitagsgruppe über Dr. Lisa Koch in Herbern vermittelt wurde, kamen Salim und Nazahni über den Sozialarbeiter Hannes Jung.

Zehn Reitstunden dürfen sie alle absolvieren. Und ab heute bekommt „Nighti“ dabei sogar Konkurrenz. Denn mit 4000 Euro finanzierte die Stiftung ein weiteres Pferd. Clara, eine achtjährige braune Tinkerstute.

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