Fr., 20.05.2016

Täter immer dreister Einzelhändler klagen über Anstieg der Ladendiebstähle

Will Kunden sensibilisieren, sich direkt zu melden, wenn sie einen Ladendiebstahl beobachten: Frank Everding, Geschäftsführer der Fansation Vermarktungs GmbH & Co KG. Links im Bild Julia Schürmeier, Verkäuferin im Icepeak-Shop.

Will Kunden sensibilisieren, sich direkt zu melden, wenn sie einen Ladendiebstahl beobachten: Frank Everding, Geschäftsführer der Fansation Vermarktungs GmbH & Co KG. Links im Bild Julia Schürmeier, Verkäuferin im Icepeak-Shop. Foto: Anne Eckrodt

Ochtrup - 

Seit einem halben Jahr ist es besonders schlimm: Frank Everding, als Geschäftsführer der Fansation Vermarktungs GmbH & Co KG für vier Einzelhandelsgeschäfte zuständig, verzeichnete in den vergangenen Monaten dreimal so viele Ladendiebstähle wie in der Vergangenheit. Mit dem Problem ist er nicht alleine.

Von Anne Eckrodt

Mit dem Thema Ladendiebstahl muss sich Frank Everding nicht erst seit gestern befassen. Schließlich kümmert er sich als Geschäftsführer der Fansation Vermarktungs GmbH & Co KG gleich um vier Einzelhandelsgeschäfte. Was er jedoch in den vergangenen Monaten sowohl im Sportgeschäft Fansation an der Professor-Gärtner-Straße als auch im BVB-Shop, bei „Watt und Welle“ sowie im Ice­peak-Shop – allesamt am Dränkekreisel angesiedelt – erlebt hat, treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht.

„Im letzten halben Jahr hat sich die Zahl der Ladendiebstähle verdreifacht“, ärgert sich der Geschäftsführer. Der Schaden liege bereits im fünfstelligen Bereich. Und das trotz Warensicherungssystemen. „Wurden früher Einzelteile gestohlen, nehmen die Täter heute gleich mehrere Sachen auf einmal mit. Und sie kommen zum Teil mit präparierten Taschen, um so die elektronische Diebstahlsicherung auszutricksen“, berichtet Everding.

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Wenn jemand einen Ladendiebstahl beobachtet, wäre es hilfreich, das direkt dem Verkaufspersonal mitzuteilen.

Frank Everding

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Er möchte die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. „Wenn jemand einen Ladendiebstahl beobachtet, wäre es hilfreich, das direkt dem Verkaufspersonal mitzuteilen und nicht – wie schon häufiger geschehen – erst im Nachhinein“, so sein Appell. Ins gleiche Horn stößt auch Alexander Huesmann. „Wer wegschaut, schadet nicht nur dem Einzelhändler, sondern auch sich selbst. Denn die durch Diebstähle entstandenen Schäden müssen am Ende auch über Preiserhöhungen aufgefangen werden“, macht Huesmann deutlich. Er betreibt nicht nur das gleichnamige Bekleidungs- und Wäschegeschäft, sondern ist auch stellvertretender Vorsitzender der Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft. „Dort wird der Anstieg der Ladendiebstähle ganz sicher auch zum Thema werden“, sagt Huesmann. Und er fügt hinzu: „Dabei müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass wir nur einen Bruchteil der Diebstähle mitbekommen.“ Neben Sicherungssystemen direkt an der Ware setzt der Geschäftsmann in seinen Läden auf intensive Beratungsgespräche und aufmerksamen Umgang mit den Kunden. Huesmann: „Personal ist die beste Prävention, die man haben kann.“

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Personal ist die beste Prävention, die man haben kann.

Alexander Huesmann

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Apropos Personal: Im DOC habe man den Anstieg von Ladendiebstählen auch gemerkt, wie Center-Manager Armin Wienker auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Daraufhin seien Maßnahmen getroffen worden, wie sich die Mitarbeiter in den Shops untereinander und zusammen mit dem Sicherheitsdienst helfen können. Ins Detail will Wienker dabei nicht gehen. Nur so viel: „Die Aufklärungsrate ist gestiegen, das spricht sich offensichtlich in den Täterkreisen herum und wirkt abschreckend.“

Laut Statistik der Kreispolizei Steinfurt wurden in Ochtrup seit Anfang des Jahres bis zum 18. Mai 27 Ladendiebstähle registriert, 19 davon in Supermärkten, vier in Bekleidungsgeschäften und der Rest in anderen Läden. „Das bewegt sich aus unserer Sicht in einem völlig normalen Bereich“, sagt Reiner Schöttler, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Seine Vermutung: „Vielleicht wird nicht alles zur Anzeige gebracht.“

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ir müssen von den Taten wissen, sonst können wir natürlich nicht reagieren.

Reiner Schöttler

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Damit liegt er richtig, wie Everding bestätigt: „Anfangs haben wir das noch gemacht. Nachdem wir jedoch nahezu täglich Diebstähle zu verzeichnen haben, haben wir irgendwann aufgehört, Anzeige zu erstatten. Zumal die Täter ohnehin nie ermittelt worden sind.“ Das wiederum, so Schöttler, mache die Sache für die Polizei noch schwieriger. „Wir müssen von den Taten wissen, sonst können wir natürlich nicht reagieren“, appelliert der Pressesprecher, die Vorfälle zu melden. Und er fügt hinzu: „Damit es erst gar nicht so weit kommt, bieten wir auch Beratungen für Geschäftsleute an.“

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