Mo., 23.05.2016

Premiere für das Familienmusical Schattenkind wird Musketier

Kreuzen die Klingen: Der junge d`Artagnan scheut sich nicht vor dem Kampf mit Gräfin Laborde. Er wird von den drei Musketieren unterstützt. Porthos kümmert sich um die jungen Bewohner des französischen Dorfes (Bild rechts).

Kreuzen die Klingen: Der junge d`Artagnan scheut sich nicht vor dem Kampf mit Gräfin Laborde. Er wird von den drei Musketieren unterstützt. Porthos kümmert sich um die jungen Bewohner des französischen Dorfes (Bild rechts). Foto: Detlef Dowidat

Tecklenburg - 

Die Geschichte kommt an und rund 700 Zuschauer spenden viel Beifall bei der Premiere des Familienmusicals „Drei Musketiere“ auf der Freilichtbühne Tecklenburg.

Von Jendrik Peters

„Stecke niemals den Kopf in den Sand“ heißt es in einem der Songs, die im aktuellen Familienmusical „Drei Musketiere“ vorkommen. Die Botschaft, nie den Mut zu verlieren und jederzeit an sein Ziel zu glauben vermittelte das Stück schon bei der Premiere am gestrigen Sonntag und ließ rund 700 Zuschauer auf der Freilichtbühne Tecklenburg Zeugen eines unterhaltsamen Werkes werden.

Das Leben in einem kleinen französischen Dorf ist beschwerlich, besonders für den jungen d‘Artagnan (überzeugend gespielt von Daniel Messmann) und seine Schwester, die als Waisen von allen gehänselt und ausgestoßen werden. Plötzlich tauchen jedoch die Musketiere von der Garde des Königs Louis (Dominic Niedenzu) auf und sorgen für mächtig Eindruck bei dem jungen d‘Artagnan, der daraufhin den Traum hat, selbst einmal Musketier zu werden.

Auf seinem Weg an den französischen Königshof in Paris lässt er sich nicht entmutigen und findet in Musketier Porthos einen tollpatschigen aber humorvollen und ehrenwerten Lehrer. Dieser bringt ihm nicht nur das Fechten bei, sondern vermittelt ihm auch die Werte eines echten Musketiers: „Einer für alle, alle für einen.“ So hält auch das kleine französische Dorf mit zahlreichen Kindern unter den Bewohnern eng zusammen, angeführt von Marie (Angelika Linder). Aus dem anfänglichen Kindergarten wird schnell eine Wandertruppe, die den „Helden“ d‘Artagnan auf dem Weg nach Paris begleitet und dort das Wirtshaus „Zur grünen Gans“ betreiben will.

Auf dem Weg zu einer vereinten Familie steht der Gruppe jedoch die böse Gräfin Laborde im Weg, die gekonnt düster von Alexandra Hoffmann gespielt und wunderbar interpretiert wird. Still und heimlich schleicht sie sich in das Dorf und hält die ganze Truppe durch Raub und Kampf in Atem. Erst der mutige d‘Artagnan schafft es am Ende, die böse Gräfin zu besiegen und durch den König gefangen nehmen zu lassen. Für die gute Stimmung im Stück sorgt Scapin, der authentisch und fröhlich von Michael Przewodnik gespielt wird. Voller Energie verzaubert der Hofnarr die Zuschauer mit bunten Farben.

Mit „Drei Musketiere“ haben die Freilichtspiele Tecklenburg ein liebevoll gestaltetes Werk geschaffen, das die Heldengeschichte des d‘Artagnan wundervoll darstellt und die Zuschauer daran teilhaben lässt. Mit dem Text von Radulf Beuleke, gepaart mit der Musik von Klaus Hillebrecht und einer detailreichen Regie von Hakan T. Aslan ist der Bühne ein attraktives Familienmusical gelungen, das im ersten Teil recht lange braucht, um auf den Punkt zu kommen, dafür aber in Hälfte zwei sehr schnell zum Finale kommt.

Die ausgewählten Stimmen der Hauptdarsteller sorgen für Gänsehautmomente und liefern immer wieder die Botschaft, auf seinem Weg nie aufzugeben. Neben guter Unterhaltung nimmt der aufmerksame Gast wertvolle Tipps für den Lebensweg mit, Kinder werden ermutigt, ihren Weg zu gehen und von Anfang an für ihren Traum und ihr Ziel zu kämpfen. Im Stück wird dies durch die Fecht-Szenen immer wieder fokussiert und bildlich dargestellt.

Durch die Kostüme von Karin Alberti wird das Musical authentisch, die Kulisse der alten Burg bereitet den idealen Rahmen. Das originell und flexibel gestaltete Bühnenbild von Susanna Buller passt perfekt in das französische Flair der Geschichte und lässt einen Umzug vom kleinen Dorf ins große Paris mühelos zu.

►  Weitere Bilder im Internet-Auftritt dieser Zeitung.

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