So., 22.05.2016

„Ahlen zeigt Flagge“ Fest der Superlative

Gute Stimmung bei Tanz und Musik herrschte nicht nur auf der Bühne, sondern auch an einzelnen Ständen. Die verschiedenen Nationen feierten einträchtig zusammen.

Gute Stimmung bei Tanz und Musik herrschte nicht nur auf der Bühne, sondern auch an einzelnen Ständen. Die verschiedenen Nationen feierten einträchtig zusammen. Foto: Reinhard Baldauf

Ahlen - 

Musik und Tanz, Leckereien, gute Unterhaltung und Denkanstöße – besser hätte das Fest der Kulturen im Stadtpark nicht laufen können.

Überrascht zeigte sich so mancher Besucher über den riesigen Andrang bei „Ahlen zeigt Flagge“ am Sonntag im Stadtpark. Für andere war dies genau der richtige Standort – im Herzen der Stadt. Unzählige Vereine und Institutionen hatten Stände aufgebaut und Beiträge zum umfangreichen Bühnenprogramm beigesteuert. Es war wirklich multikulturell und die Menschen aus den verschiedenen Nation kamen ins Gespräch.

Am Mittag eröffnete Bürgermeister Dr. Alexander Berger als Schirmherr offiziell das bunte Treiben. Er bekannte, dass er für die „gute Sache gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. „Wir haben in Ahlen schon oft Flagge gezeigt“, hielt er fest. Und dies nicht nur gegen Fremdenfeindlichkeit, sondern gerade auch beim Auflösungsappell für das Sanitätsregiment und beim Sport. Ahlen ist bunt, Ahlen ist aktiv.“ Ganz klar bekannte er für die neu angekommenen Menschen: „Ahlen soll Heimat werden.“ Zum Fest selbst hielt der Bürgermeister fest: „Ich sehe, die Menschen fühlen sich wohl hier.“

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Ich sehe, die Menschen fühlen sich wohl hier.

Bürgermeister Alexander Berger

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Auch die anderen Redner sahen dies so. Für den Integrationsrat erklärte Rocio Siekaup: „Integration in Ahlen ist wichtig und notwendig.“ Den Zuwanderern und Flüchtlingen sagte sie: „Ahlen ist dein Zuhause – egal wo du herkommst.“

Dieses Fest zeige, so der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup, „dies ist deine Heimat. Heimat ist da, wo du dich wohl fühlst.“ Es falle aber nicht alles vom Himmel. So stelle das zuständige Bundesministerium in diesem Jahr 50 Millionen und im nächsten 100 Millionen Euro für Integrationsmaßnahmen zur Verfügung. Landtagsabgeordneter Hennig Rehbaum lobte die große Vielfalt: „Integration wird hier gelebt. Andere Städte in NRW schauen auf Ahlen.“ Seine Landtagskollegion Annette Watermann-Krass war überzeugt: „Die Vielfalt gehört zu Ahlen.“ Und MdL Ali Baş berichtete, dass er und seine Brüder in Ahlen bleiben wollten, als es seine Eltern nach den ersten Anschlägen wie damals in Solingen zurück in die Türkei zog. Heute sei das keine Frage mehr.

Kritisch über Integration und die Erwartungen auf beiden Seiten daran sprach Innosozial-Geschäftsführer Dietmar Zöller und regte so doch durchaus zum Nachdenken an. Man habe Flagge gegen die AfD zeigt und Flüchtlinge mit einem Fest willkommen geheißen. „Aber andererseits dürfen wir nicht alle, die AfD wählen, als Rechte beschimpfen und nicht die, die Angst haben etwas zu verlieren (...) belehren, wie Toleranz und Willkommen geht.“

Es müsse klar sein, so Zöller, „dass Menschen aus völlig anderen Kulturkreisen, mit anderen Wertvorstellungen und anderen Strukturen im gesellschaftlichen Miteinander nicht einfach unsere Vorstellungen übernehmen“. Auch die Toleranz, die wir heute weitgehend hätten, habe nicht am Anfang gestanden oder sei nicht die Voraussetzung für Vielfalt und Emanzipation in allen Bereichen des Lebens, sondern deren Folge, gewesen.

Am Ende saßen die verschiedenen Nationen im Stadtpark beisammen, diskutierten, spielten und feierten gemeinsam.

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