Di., 24.05.2016

Tipps zu Glyphosat und Co Pflanzenschutz zwischen Chemie und Ökologie

Mit Gartenspritzen und gefärbten Flüssigkeiten zeigte Markus Elberich beim Aktionstag des Mitmach-Museums auf, wie man durch verschiedene Druckstufen das beste Spritzbild erzeugt.

Mit Gartenspritzen und gefärbten Flüssigkeiten zeigte Markus Elberich beim Aktionstag des Mitmach-Museums auf, wie man durch verschiedene Druckstufen das beste Spritzbild erzeugt. Foto: Roer

Everswinkel - 

Pflanzenschutzmittel in Bier: Vor rund drei Monaten schockten Nachrichten über erhöhte Glyphosat-Werte die Verbraucher. Doch „Pflanzenschutzmittel gehören zu den best-geprüften Chemikalien, die wir in Deutschland haben“, versuchte Matthias Voß von Bayer CropScience am Aktionstag des Mitmach-Museums am Sonntag zu relativieren und gab eine Beratung für den richtigen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und im Kleingartenbereich.

Von Nicole Roer

Herbizide, Insektizide, Fungizide – eine Fülle an Fachwörtern ordnete Voß ein und zeigte auf, wie sich mit den Möglichkeiten, den Krankheits- und Schädlingsbefall zu senken, der Ertrag in der Landwirtschaft steigern lässt. In kleinen Mengen und unter bestimmten Voraussetzungen seien dabei die selben Pflanzenschutzmittel auch für den privaten Nutzer erhältlich. Wichtig sei, dass Kleingärtner dabei eine umfassende Beratung erhielten. „Der Verkäufer muss sachkundig sein“, stellte Voß heraus. Weiterhin gelte grundsätzlich die oberste Maxime beim Einsatz von Pestiziden, dass die Gesundheit von Mensch und Tier nicht beeinträchtigt werden dürfe.

Um mögliche Unter- oder Überdosierungen von Pflanzenschutzmitteln im privaten Garten zu vermeiden, erklärte Markus Elberich anhand verschiedener farblicher Spritzbilder, wie sich eine Veränderung des Drucks von Gartenspritzen auf eine gleichmäßige Verteilung auswirkt. Dabei seien neben den Druckstufe auch weitere Bedingungen wie etwa die vorherrschende Windstärke oder die geeignete Verdünnung der Pestizide zu beachten. Es sei ein genaues Wissen nötig, weshalb er die Zuhörer anhielt: „Es ist schon wichtig, dass man die Gebrauchsanleitung gut durchliest.“

Ökologischer Gartenbau als Alternative

Doch, es muss nicht immer Chemie sein. Dass es auch anders geht, stellten Nicole Tewes, Amelie Tyrell und Corinna Tyrell von der Waldorfschule und die Wildkräuter-Ausstellung der Gartenbauschule Wolbeck unter Beweis. Hier wurden Pflanzen und Insekten nicht etwa als Schädlinge, sondern als Nützlinge in den Fokus gerückt. „Oft werden die Gärten so aufgeräumt, dass die Insekten nichts finden“, machte Tyrell die Herausforderungen für ökologischen Gartenbau deutlich. Aus den Erfahrungen mit dem großen Insektenhotel hinter der Waldorfschule, boten sie die Möglichkeit, kleine Insektenhotels zum Mitnehmen zu bauen. Neben Vorträgen und Demonstrationen, wohl eine willkommene Abwechslung etwa für Johann, Antonia und ihre Mutter Birgit Voß, einmal selbst Hand anzulegen.

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