Mo., 23.05.2016

Tatort wandelt sich zum Ort des Gedenkens Erinnerung an Melina lebt fort

Vom Tatort zum Ort des Gedenkens: Eine Tafel, die nun verankert wird, hält – neben Blumen und Kerze – die Erinnerung an Melina wach.

Vom Tatort zum Ort des Gedenkens: Eine Tafel, die nun verankert wird, hält – neben Blumen und Kerze – die Erinnerung an Melina wach. Foto: di

Senden - 

Der Ort, an dem die 17-Jährige starb, soll nicht nur Tatort, sondern Ort des Gedenkens sein. Neben Blumen und Kerzen erinnert auch eine Tafel, die in den nächsten Tagen fest verankert wird, an das junge Mädchen. Der Mordprozess gegen die 18-jährige Freundin endet mit der Urteilsverkündung am Mittwoch.

Von Dietrich Harhues

Sie bleibt in den Köpfen und in den Herzen fest verankert. Denn Senden hält die Erinnerung an Melina, die im vorigen Oktober Opfer eines brutalen Verbrechens wurde, lebendig. Am Tatort, dem Bereich Kreisel/Kalverkamp, stehen immer frische Blumen, ein Grablicht brennt. Vor allem Melinas Eltern pflegen bunte Blüten und sorgen für Licht an dem für sie so düsteren Ort, achten täglich darauf, dass die Kerze nicht erlischt. Eine Platte, die fest in die Rasenfläche eingelassen wird, soll den Tatort nun zum einem Ort des Erinnerns machen.

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Wir sind einfach dankbar, dass Senden die Erinnerung an unsere Tochter wachhält.

Die Eltern von Melina wurden in die Planung und Gestaltung der Tafel am Kalverkamp einbezogen

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Die Initiative ging von Anke Knoke-Kahner aus. Die Ottmarsbocholter Künstlerin kannte Melina aus der Kunst AG der Edith-Stein-Schule. Die Schülerin gehörte zu der Gruppe, die mit der AG-Leiterin Knoke-Kahner auch den Platz der Traumtänzer auf der Herrenstraße gestaltet hatte. Die Gedenktafel orientiert sich an dem Gestaltungsmuster, indem es schlichte blaue Mosaiken aufnimmt. „So, wie Melina es schön gefunden hätte“, glaubt Knoke-Kahner. Ein rotes Herz und ein bronzenes Kreuz mit betenden Händen finden sich noch auf der 60 mal 60 Zentimeter großen Platte, die auch den Namen des toten Mädchens trägt.

Ihre Eltern wurden in das Vorhaben und in die Gestaltung mit einbezogen. „Wir sind einfach dankbar, dass Senden die Erinnerung an unsere Tochter wachhält“, betont die Familie gegenüber unserer Zeitung.

Familie von Melina dankt für Anteilnahme

Die Eltern der 17-Jährigen, die in Senden ermordet wurde, müssen mit dem Verlust ihres jüngsten von drei Kindern leben. Dass viele Menschen mit Anteil genommen und sie unterstützt haben, hilft ihnen dabei.

Nicht nur mit der Tafel, die in den nächsten Tagen auf dem Grün vor dem Mehrfamilienhaus einen dauerhaften Platz finden soll, sondern auch mit Blumen und Kerze halten die Angehörigen das Gedenken wach. Dass der Erinnerungsfaden reißt – unvorstellbar. Doch genau das war am Montag der Fall. Die Fläche am Kreisel war leer geräumt, Blumen und Grablicht in Mülltonnen entsorgt worden. 

„Ich war geschockt“, sagt Melinas Mutter. Wer achtlos oder lieblos das Gedenken zerstört hat, wissen weder die Hinterbliebenen noch die Bewohner des angrenzenden Hauses, in deren Kellerabstieg das Opfer der Bluttat gefunden wurde. Die Hingabe, mit der der tragische Platz bisher – nicht nur von den Eltern des Opfers – gepflegt wurde, hatte die Hausbewohner sehr berührt, schildern sie.

Während das Gedenken der 17-Jährigen nun fortgeführt werden kann, zieht die Justiz einen Schlussstrich unter die Verhandlung: Im Mordprozess vor dem Landgericht wird am Mittwoch das Urteil für die 18-jährige Angeklagte gesprochen.

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