Mi., 25.05.2016

Zentrale Unterbringungseinrichtung Land rudert zurück – keine ZUE in Ahlen

Die Bodelschwinghschule wird nicht zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung umgebaut.

Die Bodelschwinghschule wird nicht zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung umgebaut. Foto: Ulrich Gösmann

Ahlen - 

Jetzt ist es offiziell bestätigt: Ahlen bekommt keine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE). Ein Sprecher der Bezirksregierung nannte die aktuell niedrigen Flüchtlingszahlen als Begründung.

Von Dierk Hartleb

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Ahlen kommt nicht. Das hat der Sprecher der Bezirksregierung Münster, Thomas Drewitz, am Mittwoch gegenüber der „AZ“ bestätigt. Das sei das Ergebnis eines Gesprächs, das die münsterische Regierungsvizepräsidentin Dorothea Feller mit dem Innenministerium geführt habe.

Zur Begründung verwies Thomas Drewitz auf die aktuellen Flüchtlingszahlen. „Pro Woche kommen in NRW noch 300 Flüchtlinge an“, erklärte er. Dadurch würden auch deutlich weniger Plätze in Zentralen Unterbringungseinrichtungen benötigt. In dieser Situation wolle sich das Land verständlicherweise nicht durch langfristige Mietverträge und notwendige bauliche Ertüchtigungen binden, führte der Sprecher weiter aus, sondern konzentriere sich vielmehr auf eigene Liegenschaften.

Die Existenz der Notunterkünfte in der Bodelschwinghschule und in der „Westfalen-Kaserne“ werde davon nicht berührt. Niemand wisse jedoch, wie sich die politische Situation weiter entwickele: „In zwei oder drei Monaten kann alles wieder ganz anders aussehen“, meinte Drewitz anschließend.

Dr. Alexander Berger war über die Beschlusslage bereits im Bild. „Für Ahlen hat es derzeit keine finanziellen Auswirkungen“, gab sich der Bürgermeister gelassen. Gleichwohl müsse die Stadt im Auge behalten, dass bei gleichbleibenden Flüchtlingszahlen auch die Notun­terkünfte irgendwann auslaufen.

Die in den Notunterkünften untergebrachten Flüchtlinge werden der Stadt bei der Aufnahmequote angerechnet, so dass zurzeit keine Flüchtlinge, deren Asylbegehren offiziell anerkannt worden ist, kommunal zugewiesen werden. Ein Zeitpunkt, wann die kommunale Zuweisung wieder erfolgt, sei derzeit nicht absehbar, bestätigte Benjamin Hahn, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

Momentan gibt es im Münsterland nur in Schöppingen eine Zentrale Unterbringungseinrichtung.

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