Mo., 30.05.2016

Islamischer Staat 20-Jähriger soll Anschlag mitvorbereitet haben

 

  Foto: Colourbox.de

Münster - 

Ein 20-jähriger Münsteraner ist verhaftet worden. Er steht unter Terrorverdacht: Er soll Verbindungen zu den Attentätern des Anschlags auf ein Gebetshaus in Essen haben.

Von Dirk Anger

Schwerer Vorwurf: Weil er möglicherweise an der Vorbereitung des Sprengstoffanschlags auf einen Sikh-Tempel in Essen beteiligt war und sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat anschließen wollte, sitzt ein 20-jähriger Münsteraner in Untersuchungshaft. Gegen den Mann wird wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie wegen Verstoßes gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz ermittelt.

Der 20-Jährige soll Anfang des Jahres bei einer Probesprengung auf einem verlassenen Zechengelände bei Gelsenkirchen dabei gewesen sein. Diese wurde laut Staatsanwaltschaft von einer Gruppe junger Salafisten durchgeführt, die Sprengstoffanschläge auf Andersgläubige ausführen wollte. Einige Mitglieder der Gruppe stehen in dem Verdacht, an dem Anschlag in Essen beteiligt gewesen zu sein.

Der Münsteraner ist allerdings bereits vor dem Sprengstoffanschlag, der im April verübt wurde, verhaftet worden. Am 27. März stellten Polizeibeamte den 20-Jährigen bei Hildesheim. Die Ermittler waren auf den Mann aufmerksam geworden, nachdem dessen Mutter sich an die Polizei gewandt hatte: Sie äußerte gegenüber den Beamten die Befürchtung, dass sich ihr Sohn der Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien anschließen könne, heißt es.

Man habe Belege für eine „radikal islamistische Einstellung“ des Beschuldigten, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Botzenhardt, unter Verweis auf die Auswertung der Daten von Computer und Mobiltelefon des Beschuldigten. Bei der Festnahme stellten die Beamten ein nach dem Waffengesetz verbotenes Springmesser sicher. Der 20-Jährige bestreitet laut Staatsanwaltschaft die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Allerdings hat das Amtsgericht in der vergangenen Woche den bereits bestehenden Haftbefehl unter Berücksichtigung der neuen Ermittlungsergebnisse erweitert.

Bei dem Anschlag auf das Sikh-Gebetshaus Mitte April waren drei Menschen verletzt worden. Wenige Tage später hatte die Polizei zwei 16-Jährige mit Kontakten in die Islamistenszene festgenommen. Anfang Mai kam ein dritter, 17 Jahre alter Jugendlicher in Haft.

 

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