Mo., 30.05.2016

260 Polizeibeamte im Einsatz Razzia bei Rockern der Pistolengemeinschaft

Der Eingangsbereich der Disco „Index“: In der Nacht zum 24. April waren hier Sicherheitskräfte des Betreibers von 25 Mitgliedern einer rockerähnlichen Gruppierung attackiert worden.

Der Eingangsbereich der Disco „Index“: In der Nacht zum 24. April waren hier Sicherheitskräfte des Betreibers von 25 Mitgliedern einer rockerähnlichen Gruppierung attackiert worden. Rechts einer der sichergestellten Kutten. Foto: Werner Westdörp

Gronau/Lingen - 

Die Einsatzkräfte schlugen am frühen Morgen zu: Rund 260 Polizeibeamte – darunter auch Spezialkräfte aus Sondereinsatzkommandos – haben am Montagmorgen ab vier Uhr in Gronau, Stadtlohn, Nordhorn und München 17 Wohnungen von Mitgliedern der rockerähnlichen Gruppierung „Pistolengemeinschaft“ durchsucht.

Von Klaus Wiedau

Die Einsatzkräfte schlugen am frühen Morgen zu: Rund 260 Polizeibeamte – darunter auch Spezialkräfte aus Sondereinsatzkommandos – haben am Montagmorgen ab vier Uhr in Gronau, Stadtlohn, Nordhorn und München 17 Wohnungen von Mitgliedern der rockerähnlichen Gruppierung „Tek Tabanca Teskilati“ (TTT) (türkisch für "Eine Pistolengemeinschaft") durchsucht. Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem Überfall auf die Schüttorfer Diskothek „Index“, bei dem in der Nacht zum 24. April Sicherheitskräfte des Betriebes massiv attackiert wurden.

„Intensive Ermittlungen einer Lingener Ermittlungsgruppe haben dazu geführt, dass wir 20 der insgesamt 25 Beteiligten identifizieren konnten und 17 Wohnungsdurchsuchungen durchgeführte wurden“, so der Sprecher der federführenden Polizeiinspektion Lingen, Achim von Remmerden, gegenüber den WN.

Den Männern im Alter von 19 bis 28 Jahren wird der gewalttätiger Überfall auf die Diskothek „Index“ in Schüttorf vorgeworfen. Dabei waren am 24. April gegen 4.25 Uhr mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verletzt worden. Einer der Täter hatte mit einer Gaspistole zwei Mitarbeiter schwer verletzt.

Von der Polizei in Lingen wurde daraufhin eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück hatte das Amtsgericht in Osnabrück Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Täter erlassen.

Zeitgleich wurden die Durchsuchungsbeschlüsse in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt. In vier Fällen wurden Spezialeinsatzkräfte an den Wohnungen eingesetzt und Türen gewaltsam geöffnet. Bei einer Widerstandshandlung eines Haupttäters wurde dieser leicht verletzt. Die Durchsuchungen führten nach Angaben des Polizeisprechers zum Auffinden von diversen Beweismitteln, wie Kutten, getragene Tatkleidung, einer Gaspistole, Munition und Betäubungsmitteln.

Die zum Teil geständigen Tatverdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Van Remmerden: „Gegen vier Tatverdächtige waren im Vorfeld der Aktion von der Staatsanwaltschaft Osnabrück Untersuchungshaftbefehle beim Amtsgericht in Osnabrück gestellt worden, die jedoch nicht erlassen wurden.“ Die Ermittlungen der eingerichteten Ermittlungsgruppe der Polizei und der Staatsanwaltschaft Osnabrück dauern aber auch nach der nächtlichen Aktion weiter an.

In Gronauer tauchten die Mitglieder von „Tek Tabanca Teskilati“ (TTT) nach Angaben der Polizei erstmals Mitte 2015 im Zusammenhang mit einem Streit zwischen zwei Clans aus Gronau und Ochtrup auf, der auf offener Straße eskalierte.

In jüngster Vergangenheit fielen TTT-Mitglieder dann durch das Tragen von T-Shirts und Kutten sowie ihrem insgesamt martialischen Gehabe in der Öffentlichkeit auf. Polizei und Ordnungsamt ließen daraufhin keinen Zweifel daran, dass die Behörden die Mitglieder im Blick haben.

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