Di., 31.05.2016

In Afrika zu Hause Lisa Gerwing-Adima aus Alstätte arbeitet als Tuberkulose-Expertin in Tansania

Lisa Gerwing-Adima, hier mit einem Kollegen, arbeitet seit vielen Jahren als Labortechnikerin und Tuberkulose-Expertin in einem Krankenhaus in Tansania.

Lisa Gerwing-Adima, hier mit einem Kollegen, arbeitet seit vielen Jahren als Labortechnikerin und Tuberkulose-Expertin in einem Krankenhaus in Tansania. Foto: DAHW

Gronau/Mwanza - 

Lisa Gerwing-Adima liebt Schokolade. Genauer gesagt Vollmilchschokolade. Die kriegt sie nicht sehr oft in Afrika. Denn dort lebt die gebürtige Gronauerin. Von ganzem Herzen. Und schon sehr lange. Außer Schokolade vermisst sie nichts.

Von Sabine Ludwig

„Ich liebe meinen Job am Bugando-Krankenhaus von Mwanza“, schwärmt die Labortechnikerin. Dort ist sie im Bereich der Tuberkulose-Forschung tätig. Aber nicht nur. Sie unterrichtet auch an der örtlichen Universität und bildet zudem noch Labormitarbeiter aus.

Gerwing-Adimas Inspiration: ihre Tante

Aufgewachsen in Alstätte war es die Tante, eine Missionsschwester, die sie schon früh beeinflusst hat. Nach der Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin am Hygieneinstitut in Gelsenkirchen und dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg besuchte Gerwing schließlich ihre Tante auf Java. „Sie leitete vor Ort ein Krankenhaus und ich durfte im Labor ein wenig mitar­beiten“, sagt die 57-Jährige. Die Begeisterung für eine Arbeit im Ausland hatte die Münsterländerin gepackt.

In eine glückliche Umgebung hineingeboren und aufgewachsen auf einem Bauernhof, waren ihre ersten Lebensjahre von Neugier und Entdeckungslust geprägt. „Ich war Stammgast in der Alstätter Bücherei. Diesen Ort habe ich geliebt“, erinnert sie sich. Es waren die Abenteuer der „5 Freunde“ und die Geschichten von Karl May, die sie die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven sehen ließen. Nie legten die Eltern ihr Steine in den Weg, auch dann nicht, als sie mit der Hermannsburger Mission nach Äthiopien ging. „Im Nachhinein weiß ich erst, wie schwer es ist, Kinder ziehen zu lassen“, sagt die zweifache Mutter. Heute studieren sie ihre Kinder im Ausland, die Tochter in Den Haag, der Sohn im schottischen Edinburgh.

Heute ist Afrika ihre Heimat

Es folgten Stationen in Togo, Ghana und Uganda. Im Fernstudium an der University of London machte sie einen Master in der Behandlung Infektionskrankheiten und einen in Public Health. „Das Studium war nicht leicht, zumal ich in Uganda jede zweite Woche unterwegs war.“ Dort arbeitete sie an der Einführung eines nationalen Programmes für Tuberkulose-Diagnostik. Sie lernte ihren späteren Mann, einen Augenarzt, kennen. Heirat, zwei kleine Kinder, das Leben in Afrika, einem Kontinent, den sie heute als Heimat bezeichnet. „Zu Uganda gehöre ich“, betont sie, obwohl sie ihre Arbeit in Tansania sehr erfüllt. Seit 2009 arbeitet sie dort mit Begeisterung und wird von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) un­terstützt. „Ich habe sehr liebenswerte und zuverlässige Kollegen. Wir können miteinander diskutieren und es hat sich eine echte Partnerschaft ergeben.“

Doch die Heimat mit dem Familienhaus sei im nordugandischen Arua, wo ihr Mann William arbeitet. Die Grenze in den Südsudan ist nicht weit und Dr. William Adima hat auch dort seine Patienten. Einmal im Jahr kommt das Ehepaar zurück in den Ort von Lisa Gerwings Kindheit, nach Alstätte. Die Heimatkirchengemeinde von St. Mariä Himmelfahrt unterstützt die Arbeit ihres Mannes und spendet regelmäßig für seine mobile Augenklinik.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4045462?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F