Di., 31.05.2016

Viereinhalb Jahre Haft Die eigenen Töchter sexuell missbraucht

Das Landgericht Münster hat einen 35-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt.

Das Landgericht Münster hat einen 35-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Foto: dpa

Saerbeck/Münster - 

Ein 35 Jahre alter Mann ist am Dienstag vom Landgericht Münster zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er soll sich zwischen Juni 2010 und Ende 2015 abwechselnd an seinen zwei Töchtern vergangen haben.

Von Klaus Möllers

Es sei „ein Geheimnis“ zwischen ihm und seiner Tochter gewesen, erzählte das Kind später. Andere haben davon „nicht wissen“ sollen. Dann erfuhr die Mutter des Mädchens von diesem „Geheimnis“, das in Wirklichkeit sexueller Missbrauch an ihrer Tochter war. Schließlich erfuhr es die Polizei, dann die Staatsanwaltschaft und dann das Landgericht.

Der 35 Jahre alte Vater des Mädchens ist am Dienstag von dem Gericht zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der Mann soll sich zwischen Juni 2010 und Ende 2015 in der Wohnung der Familie in Saerbeck und später in einer neuen Wohnung in Ochtrup abwechselnd an dem Mädchen und an ihrer jüngere Schwester vergangen haben. In insgesamt vier Fällen, zwei Mal sei es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen. Beim letzten Vorfall – im Dezember 2015 – war das jüngere Mädchen erst sechs Jahre alt.

Die Mutter habe von den Übergriffen durch Zufall erfahren, sagte sie am Montag als Zeugin. In einem Gespräch mit den Mädchen sei es ganz banal um eine Keksschachtel gegangen und um ein „Geheimnis“ darum, wer schon wie viele gegessen hatte. Bis eines der Mädchen gesagt habe „Ich habe mit Papa auch ein Geheimnis.“

Der Mann bestritt die Vorfälle erst vehement: „Ich kann nicht etwas zugeben, das ich nicht getan habe.“ Warum die Mädchen sich „so etwas ausdenken“ sollten, fragte ihn der Richter. „Es gibt keinen erkennbaren Grund dafür“, sagte er.

Nach einer Besprechung mit seinem Anwalt ließ der 35-Jährige den Juristen alle Vorwürfe der Anklage bestätigen, sagte im Detail aber nichts weiter. Seine Frau hatte erklärt, dass sie die Scheidung einreichen wolle. Die Kinder sprächen zurzeit nicht über die Vorfälle, seien aber „in der Schule in den Leistungen runtergegangen“.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4046761?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F