Mi., 01.06.2016

Datensicherheit Schlechte Note für Homepage der Gemeinde

„Keine Sicherheit“ attestiert die „Open Knowledge Foundation Deutschland“ der Homepage der Gemeinde Metelen nach dem bundesweiten Check von kommunalen Webseiten.

„Keine Sicherheit“ attestiert die „Open Knowledge Foundation Deutschland“ der Homepage der Gemeinde Metelen nach dem bundesweiten Check von kommunalen Webseiten. Foto: hsh

Metelen - 

Eine glatte Sechs bekam jetzt die Webseite der Gemeinde Metelen bei einer Untersuchung zur Datensicherheit von kommunalen Homepages im Internet. Im Rathaus sieht man das Thema eher locker, da nach Angaben der Verwaltung dort keine sensiblen Daten ausgetauscht werden.

Von Dieter Huge sive Huwe

„Sechs, setzen!“ Das denkbar schlechteste Urteil stellte jetzt die „Open Knowledge Foundation Deutschland“ (kurz OKFD) der Webseite der Gemeinde Metelen aus. Der gemeinnützige Verein hatte kommunale Webseiten in Deutschland auf ihre Datensicherheit hin untersucht. Und dabei war die Vechtegemeinde mit Glanz und Gloria durchgefallen.

Schwacher Trost: Metelen steht nicht alleine da. Auch umliegende Kommunen bekamen die denkbar schlechteste Note. Ochtrup erhielt ebenfalls eine Sechs.

Woran liegt das? OKFD hat bundesweit 12 000 kommunale Webseiten daraufhin untersucht, ob Angriffe von außen auf übermittelte Daten möglich sind. Dritte könnten durch unsichere Web-Server in den Besitz von Daten gelangen, die beispielsweise von Bürgern durch Online-Formulare an die Behörde übermittelt werden.

Ernesto Ruge, der bei dem Verein mit Sitz in Berlin das Projekt betreibt, warnt davor, einen Mailserver zu betreiben, ohne ihn beispielsweise durch aktuelle SSL-Zertifikate (siehe Infokasten) abzusichern: „Da kann jeder reingehen und Daten abgreifen.“

Im Rathaus am Sendplatz kennt man die Untersuchung und auch die miserable Note, die OKFD der Gemeinde ausstellt. Dennoch bleibt Andreas Jost gelassen: „Ja, wir sind durchgefallen. Das war allerdings auch schon im Vorfeld zu erwarten.“ Der Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (kurz: KAAW), zu dem auch Metelen gehört, hatte die Verwaltung bereits informiert.

Eine Gefährdung der Daten von Bürgern sieht Joost indes nicht. „Wir nutzen unseren Internet-Auftritt nicht, um Online-Daten mit Bürgern auszutauschen. Auf der Seite besteht lediglich die Möglichkeit, sich Formulare zu laden und diese dann auszudrucken. Abgegeben oder zugesandt werden müssen diese aber nach wie vor in Papierform im Rathaus.“ Auch seien diese Formularseiten nicht auf dem Server der Verwaltung, sondern extern gehostet.

„Das virtuelle Rathaus gibt es in Metelen nicht“, stellte Joost unmissverständlich klar, warum die Gemeinde auch nicht jährlich zwischen 3000 und 4000 Euro in die Hand nimmt, um in ein SSL-Zertifikat zu investieren. „Wir haben aktuell nur wenige Anfragen, die uns über die Webseite erreichen“, erläuterte Joost. E-Mails liefen ebenfalls auf einem getrennten Server ein, nicht über die Technik der Homepage. „Und auf den dienstlichen Server kommt eh keiner“, stellte Joost, der in der Verwaltung auch als Web-Master fungiert, klar, dass sensible Daten separat verwaltet werden.

In der Kommune werde man nicht auf den fahrenden Zug aufspringen, ist sich der Verwaltungsmitarbeiter sicher, dass auch in naher Zukunft die Sechs Bestand haben wird. Und er kann dabei ruhig schlafen. In der Nachbarkommune Heek ist man indes aufgewacht. Seit der Vorwoche ist die dortige Gemeinde-Homepage durch ein Zertifikat gesichert.

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