Do., 02.06.2016

Verkehrsgutachten zur DOC-Erweiterung Straßennetz muss leistungsfähiger werden

Noch wird der Verkehr an der Kreuzung Gronauer/Bentheimer Straße per Ampelanlage geregelt. Hier soll demnächst ein Kreisverkehr entstehen, der nach Ansicht des Verkehrsplaners Jens Rümenapp eine deutliche Entlastung darstellen wird.

Noch wird der Verkehr an der Kreuzung Gronauer/Bentheimer Straße per Ampelanlage geregelt. Hier soll demnächst ein Kreisverkehr entstehen, der nach Ansicht des Verkehrsplaners Jens Rümenapp (kl. Bild) eine deutliche Entlastung darstellen wird. Foto: Anne Steven/Anne Eckrodt

Ochtrup - 

Kommt die geplante DOC-Erweiterung, wird es auf den Straßen in Ochtrup noch einmal deutlich voller. Um mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen fertig zu werden, muss die Leistungsfähigkeit der derzeitigen Straßeninfrastruktur erweitert werden. Das ist das Fazit des Verkehrsgutachtens, das am Dienstagabend im Ausschuss für Planen und Bauen vorgestellt wurde.

Von Anne Eckrodt

Um die Verkehrszunahme, die die geplante DOC-Erweiterung mit sich bringen wird, zu bewältigen, muss die Leistungsfähigkeit der derzeitigen Straßeninfrastruktur in Ochtrup erweitert werden. Zu diesem Fazit kommt Jens Rümenapp in seinem vom Outlet-Betreiber in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachten, das er am Dienstagabend im Ausschuss für Planen und Bauen vorstellte.

Grundlage seiner Prognose ist ein Kundenaufkommen, das sich nach seinen Berechnungen künftig zwischen 2,5 und 2,7 Millionen Besuchern pro Jahr bewegen wird. Zum Vergleich: „Die Ausgangsbasis 2015 lag bei 1,7 Millionen Kunden“, erläuterte Rümenapp. Bei einem Pkw-Anteil von 90 Prozent kalkuliert er künftig an normalen Werktagen mit 5200 Fahrten pro Tag, samstags mit 9300. „Hinzu kommt noch das Verkehrsaufkommen durch die Beschäftigten und den Lieferverkehr“, so Rümenapp. Bis 2020 werde die allgemeine Verkehrsentwicklung um drei bis fünf Prozent zunehmen.

Anhand einer Computersimulation der Verkehrsströme machte er deutlich, dass vor allem auf der Laurenzstraße aus Richtung Langenhorst kommend Staus zu erwarten sind. Seine Empfehlung: ein separater Rechtsabbieger zum DOC und zur Straße Am Webstuhl. „Außerdem sollten die Stellplätze klar zugeordnet werden. Das heißt, aus Richtung Westen erfolgt nur eine Wegweisung für die Parkplätze West und Nord, aus Richtung Osten nur für die Parkplätze Ost und Nord. Der Parkplatz Süd fungiert dann als Auffangfläche“, erklärte Rümenapp. Der fast fertige Kreisverkehr an der Gellenbeckstraße sowie der geplante Kreisel an der Gronauer/Bentheimer Straße sorgen nach Auffassung des Fachmanns für eine „weitgehend störungsfreie An- und Abreise aus beziehungsweise in Richtung Westen“.

Den Ausbau des Wirtschaftsweges Schöneberg mit einer Gesamtfahrbahnbreite von 5,50 Meter hält Rümenapp für „erforderlich“, und zwar nicht nur als Einbahnstraße. In Spitzenzeiten könnte darüber auch die Zufahrt zum DOC aus Richtung Rheine erfolgen. „Das würde die Laurenzstraße entlasten“, betonte der Verkehrsplaner.

Die immer wieder diskutierte sogenannte nördliche Entlastungsstraße, die den Verkehr von der Bentheimer Straße durch die Oster-Bauerschaft zum Outlet und zurück führen könnte, hält Rümenapp mit Blick auf die geplante DOC-Erweiterung nicht für erforderlich. „Das zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen ist auch so zu bewältigen“, lautete seine Einschätzung.

Apropos Einschätzung: Einer Einbahnstraßenregelung für die Berg-/Bültstraße erteilte Rümenapp eine Absage. „Bei den Verkehrsmengen, die dort auftreten, kann man es auch in Zukunft bei dem Zwei-Wege-System belassen. Andernfalls würde der Verkehr nur auf andere Straßen wie die Hospitalstraße verteilt“, betonte er. Und er fügte hinzu: „Ich bin allerdings generell kein großer Freund von Einbahnstraßen.“

Eine Empfehlung gab er den Verantwortlichen abschließend mit auf den Weg: Zur Lenkung des Verkehrs sollte es klare Wegweiser mit nur jeweils einer Option für die Anfahrt zum DOC geben. „Auch so wird die Berg-/Bültstraße entlastet“, machte Rümenapp deutlich.

Seine Vorstellung des Verkehrsgutachtens im Fachausschuss diente erst einmal nur der Information der Politiker. „Die Ergebnisse werden aber sicherlich im Verkehrskonzept der Stadt Ochtrup ihren Niederschlag finden“, so der Ausschussvorsitzende Matthias Dankbar (SPD) abschließend.

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