Do., 02.06.2016

Verdächtiges Ausspionieren per Telefon? Anruf versetzt Seniorin in Angst

Verdächtiges Ausspionieren per Telefon? : Anruf versetzt Seniorin in Angst

Foto: dpa

Senden - 

Verdächtige Anrufe haben in Senden und Bösensell einige Menschen aufgeschreckt. Offenbar gibt sich jemand, der von Hamburg aus telefoniert, als Mitarbeiter der RWE oder eines anderen Versorgungsunternehmens aus. Die Polizei bestätigt, dass grundsätzlicher Argwohn gegenüber dieser Kontaktaufnahme gerechtfertigt ist.

Von Dietrich Harhues

Der Schreck steckte tief in den Knochen. Dabei ist nicht einmal klar, ob die Furcht der Sendenerin begründet war. Ein obskurer Anruf hatte die Dame vor zwei Tagen aufgeschreckt. Im Display ihres Telefons erkannte sie, dass jemand von Hamburg aus ihre Nummer gewählt hatte. Es sollte sich um einen Dienstleister der RWE handeln. Ein weiterer Fall ging nun bei den WN ein. Auch in Bösensell waren Anrufe aus der Nordmetropole aufgefallen, bei denen im Auftrag von Stadtwerken Verträge an den Mann gebracht werden sollten.

RWE bestätigte auf WN-Anfrage, dass Kunden, auch im Münsterland, von einem beauftragten Callcenter aus der Hansestadt, über neue Tarife informiert werden. Dabei handele es sich um attraktivere Bedingungen als in den Grundversorgungsverträgen, so Mario Leikop, ein RWE-Unternehmenssprecher.

Darauf, was die 72-Jährige beunruhigte, kann sich der RWE-Vertreter aber keinen Reim machen: Die Sendenerin, die in der Bauerschaft wohnt, schildert, dass ihr ein Besuch eines RWE-Mitarbeiters angekündigt worden sei.

„Ich sah die Einbrecher förmlich schon im Anmarsch“, beschreibt die Dame, die tagsüber allein in ihrer Wohnung ist, ihre Reaktion auf diese Äußerung aus Hamburg.

Der RWE-Sprecher kann, die Absicht, die Kundin zu Hause aufzusuchen, nicht einordnen. Zwar setzte der Essener Konzern auch den door-to-door-Vertrieb ein. wobei sich die Teams immer ausweisen. Doch werde dies nicht von Hamburg gesteuert und diese Kontaktaufnahme an der Haustür nicht vorher angekündigt. Gegenüber der Betroffenen bestätigte RWE an der Hotline aber am nächsten Tag, dass sie Anrufe aus Hamburg im Namen des Stromkonzerns erreicht haben könnten.

Wer immer den Kontakt zu der Senioren gesucht hat, die Polizei bestärkt die Sendenerin darin, Vorsicht walten zu lassen. „Argwohn ist grundsätzlich immer berechtigt“, betont Polizeisprecher Ralf Storcks. Solche Art Anrufe könnten als Manöver dienen, die Dame auszuforschen und einen Einbruch vorzubereiten. Der Polizeihauptkommissar empfiehlt bei Skepsis, das Gespräch höflich, aber bestimmt zu beenden. Eine weitere Möglichkeit, sich vor Ganoven zu schützen, bestehe darin, das Telefonat zunächst zu unterbrechen und um eine Rückrufnummer zu bitten. Wenn es sich um ein seriöses Unternehmen handelt, sei dieser Weg der umgedrehten Kontaktaufnahme kein Problem, erläutert Storcks.

Generell sei es angebracht, der Vorsicht Vorrang vor der Höflichkeit zu geben, empfiehlt der Polizist. Dringend warnt er davor, jegliche persönlichen Angaben am Telefon zu machen. Adresse und erst recht die Kontonummer müsste absolut tabu sein.

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Argwohn ist grundsätzlich immer berechtigt.

Polizeisprecher Ralf Storcks

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