Di., 18.10.2016

Ein Fall aus der Notaufnahme, zwei unterschiedliche Darstellungen Ärger über lange Wartezeiten

Das Marienhospital stellt steigende Patientenzahlen fest. Das kann zu Wartezeiten führen.

Das Marienhospital stellt steigende Patientenzahlen fest. Das kann zu Wartezeiten führen. Foto: ar

Steinfurt - 

Wenn Gernot Treu an den 10. Oktober zurückdenkt, dann schwillt ihm der Kamm. An jenem Tag fühlte sich seine Frau unwohl, der Hausarzt untersuchte sie und überwies ins Marienhospital mit der Botschaft: Möglicherweise Herzinfarkt. Doch bei der Notaufnahme mussten sie lange warten, klagt der Burgsteinfurter. Das Krankenkenhaus widerspricht.

Von Ralph Schippers

Gernot Treu ist ein besonnener Mensch. Doch wenn der Burgsteinfurter an den 10. Oktober zurückdenkt, dann schwillt ihm der Kamm. An jenem Montag in der vergangenen Woche fühlte sich seine Frau unwohl, klagte über Schmerzen im Oberkörper. Der Hausarzt untersuchte sie und überwies ins Marienhospital. „Er konnte nicht ganz anschließen, dass es sich womöglich um einen Herzinfarkt handeln könnte“, berichtet Treu. Gegen 11 Uhr habe man die Notaufnahme erreicht, so der Burgsteinfurter weiter. Dann hieß es erst einmal zu warten. Lange zu warten.

Erst gegen 16.30 Uhr sei eine Ärztin gekommen und habe seine Frau untersucht, so der Leser unserer Zeitung weiter. Gottseidank habe der Befund ergeben, dass die Schmerzen nicht vom Herzen stammten. Die Wirbelsäule war Auslöser der Beschwerden.

Dennoch ist Treu auch heute noch erbost. „Die Erfahrung gibt mir das Gefühl, dass ich nicht in Deutschland, sondern in einem Entwicklungsland lebe“, sagt er mit Verbitterung in der Stimme. Es sei eine hohe Belastung gewesen, dass man so lange im Unklaren gelassen worden sei.

Mit dem Fall konfrontiert, stellt Stephan Schonhoven ihn etwas anders dar. Nach Durchsicht der Akte und Rücksprache mit dem behandelnden Personal habe die Patientin das Krankenhaus gegen 16.30 Uhr nach Behandlung wieder verlassen, so der Krankenhaussprecher auf Nachfrage dieser Zeitung. Schon kurz nach dem Eintreffen sei die Patientin einer Erstuntersuchung unterzogen worden. Deren Ergebnis: Eine akute Gesundheitsgefährdung habe nicht vorgelegen. Dass es im Anschluss etwas länger gedauert habe mit der Weiterbehandlung, bedauerte Schonhoven. Dies sei indes nicht immer zu vermeiden.

Das liege zum einen an allgemein steigenden Patientenzahlen, zum anderen daran, dass Patienten in die Ambulanz kämen, anstelle den Notdienst der niedergelassenen Ärzte zu nutzen. So berichtet Schonhoven, dass die Notaufnahme des Marienhospitals mittlerweile über zwei Eingänge verfüge: Eine für den Rettungsdienst, eine andere für die Patienten, die privat kommen. Eins stellt Schonhoven klar: Der Betreiberwechsel habe mit den Wartezeiten nichts zu tun.

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