Di., 18.10.2016

Vertrauter von Terrormiliz-Kommandeur Zählt in Warendorf verhafteter Tadschike zur IS-Spitze?

IS-Kämpfer an der Grenze zwischen Syrien und Irak. Der in Ennigerloh festgenommene mutmaßliche Kämpfer Mukhamadadsaid S. soll bis in die IS-Spitze vernetzt sein.

IS-Kämpfer an der Grenze zwischen Syrien und Irak. Der in Ennigerloh festgenommene mutmaßliche Kämpfer Mukhamadadsaid S. soll bis in die IS-Spitze vernetzt sein. Foto: dpa

Kreis Warendorf - 

Der im Juni in Warendorf verhaftete Tadschike Mukhamadsaid S. soll nach Informationen des „Kölner Stadtanzeigers“ ein hochrangiges Mitglied des IS sein. Er soll in enger Verbindung zum IS-Kommandeur im Irak, Gulmurod Chalimow, stehen, auf den die USA ein millionenschweres Kopfgeld ausgesetzt haben.

Von Christoph Lowinski

Chalimow ist laut Nachrichtenmagazin „Focus“ mit der Planung von Terroranschlägen in Europa beauftragt und habe eine große Zahl von Selbstmordattentätern angeworben. Er wird auch als IS-Kriegsminister im Irak bezeichnet. Der 30 Jahre alte Mukhamadsaid S. soll als IS-Kämpfer in Syrien aktiv gewesen und auch an Hinrichtungen beteiligt gewesen sein.

Der Tadschike sei über die Türkei nach Syrien eingereist, wo er sich für den Kampf habe ausbilden lassen. Mukhamadsaid S. war im Sommer 2015 nach Deutschland gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt. Er werde politisch verfolgt und in Tadschikistan von der Polizei schikaniert, so seine Begründung.

Ein GSG-9-Team nahm S. seinerzeit im Warendorfer Kreishaus während eines Behördenbesuchs fest. Gleichzeitig war die Polizei in Ennigerloh im Einsatz. Dort lebte die Familie in einem Mehrfamilienhaus. Sie hatte in Deutschland Asyl beantragt.

Informationen des tadschikischen Geheimdienstes

Bei der Vermutung, dass der in Warendorf verhaftete Mann möglicherweise enge Verbindungen zu wichtigen IS-Chefs habe, berufen sich „Focus“ und „Kölner Stadtanzeiger“ auf Informationen tadschikischer Geheimdienste, die an das Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft übermittelt worden sein sollen. Eine Bestätigung gibt es von offizieller Seite dafür allerdings nicht.

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Der 30-Jährige beteuert laut Stadtanzeiger seine Unschuld und behauptet, sich von den „Gotteskriegern“ des IS losgesagt zu haben, damit er in Deutschland im Frieden leben könne. Den IS-Kommandanten Chalimow kenne er nicht.

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