Mi., 30.11.2016

Peta wird beim Kreis Steinfurt vorstellig Tierrechtsorganisation für Verbot von Kutschfahrten

Den schweren Verkehrsunfall auf der Ringeler Straße nimmt Peta zum Anlass, den Landrat zu bitten, ein Verbot von Kutschfahrten zu prüfen.

Den schweren Verkehrsunfall auf der Ringeler Straße nimmt Peta zum Anlass, den Landrat zu bitten, ein Verbot von Kutschfahrten zu prüfen. Foto: Jens Keblat

Lengerich - 

Am 26. November ist eine Kutsche in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden. Für die Tierrechtsorganisation Peta nun Anlass beim Kreis vorstellig zu werden. Der Landrat wird gebeten, ein Verbot von Kutschfahrten zu prüfen.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Samstag auf der Ringeler Straße meldet sich die Tierrechtsorganisation Peta zu Wort. In einer Pressemitteilung heißt es, man bitte Landrat Dr. Klaus Effing, „ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Steinfurt zu prüfen – zum Schutz von Mensch und Tier“.

Bei dem Unglück war ein Pkw auf eine Pferdekutsche aufgefahren. Fünf Menschen erlitten dabei zum Teil schwere Verletzungen. Peta veröffentlichte nach eigenen Angaben Anfang 2016 Zahlen, die das fünfte Jahr in Folge einen Pferdekutschen-Unfallrekord belegen sollen. Bei mindestens 51 Kutschunfällen seien 2015 insgesamt vier Menschen getötet und 114 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt worden.

Fotostrecke: Fünf Verletzte bei Unfall mit Kutsche

Der unberechenbare "tierische Faktor" 

„Schwere Unfälle mit Kutschen sind vorprogrammiert, denn die Gefährte verfügen weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone“, so Peta-Mann Peter Höffken. Zudem verweist er darauf, dass Pferde Fluchttiere seien und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten könnten, somit seien die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

Peta macht immer wieder durch medienwirksame Aktionen und Forderungen auf sich aufmerksam. So war jüngst im Zusammenhang mit dem Oktoberfest in München Anzeige gegen die Halter von Brauereipferden erstattet worden. Die Pferdegespanne gehören zu den Wiesn-Attraktionen. Peta sprach hingegen von „einer Qual für die Tiere“ und verwies auf den schlechten Zustand der Hufe einiger Tiere.

Reaktion des Kreises Steinfurt

Die Reaktion aus Steinfurt ist eindeutig: Aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht sieht Landrat Dr. Klaus Effing keine Möglichkeit, ein generelles für das gesamte Kreisgebiet geltendes Pferdegespannverbot auszusprechen. Grundsätzlich könnte der Kreis an bestimmten Stellen ein Pferdegespannverbot aussprechen beziehungsweise ausschildern. Grundlagen dafür wären die Straßenverkehrsordnung und die entsprechenden Rechtsvorschriften. Danach müsste eine solche Maßnahme am jeweiligen „Einzelfall“ geprüft werden.

Und auch aus tierschutzrechtlicher Sicht ist ein Pferdegespannverbot nicht angezeigt, heißt es in der Mitteilung des Kreises weiter. Kutschpferde seien grundsätzlich vom Temperament her ruhige und nervenstarke Tiere. Das Ziehen von Kutschen beeinträchtige Pferde weder in ihrem Verhalten noch in ihrer Gesundheit.

Kutschpferde im ländlichen Raum würden in der Regel nur gelegentlich vorgespannt – anders als die Fiaker in Wien. Die meiste übrige Zeit stünden die Tiere auf der Weide oder im Stall. Tierschutzrechtlich sei gegen das Kutschieren somit nichts einzuwenden.

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