Radfahr-Boom
Digitalisierung und mehr Tempo-30-Zonen - ist das die Zukunft des Fahrrads?

Münster/Mannheim -

Das Münsterland ist nach Bayern die zweitbeliebteste Radreiseregion Deutschlands, auch zur Arbeit schwingen sich immer mehr auf die Leeze. Radfahren boomt, aber die Behörden verschlafen den Trend, kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC): Fahrradförderung sei mehr als das Aufmalen von bunten Streifen und Bildchen auf die Straße. Doch bald ist ohnehin Schluss mit Radfahren wie wir es kennen - meinen Experten. In Mannheim denken sie über neue Wege nach.

Montag, 03.04.2017, 18:11 Uhr

Radfahr-Boom : Digitalisierung und mehr Tempo-30-Zonen - ist das die Zukunft des Fahrrads?
Beim Nationalen Radverkehrskongress in Mannheim diskutieren Experten über Fördermöglichkeiten für Radfahrer. Foto: Colourbox.de

Schon jetzt sind in Münster nach Schätzungen der Stadt täglich 100.000 Menschen mit dem Rad unterwegs, rund 40 Prozent der Wege legen die Bewohner mit der Leeze zurück. Die Tendenz steigt. Doch wie sieht das Radfahren der Zukunft aus? Darüber diskutieren seit Montag Dutzende internationale Experten bei einem großen Kongress in Mannheim. Sie suchen nach Lösungen, damit im oft heiklen Miteinander von Autofahrern, Radlern und Fußgängern alles besser wird. Viel öfter Tempo 30 in der Stadt, frühere Verkehrserziehung für Kinder und eine stärkere Digitalisierung sind Kernforderungen von Experten - sie sollen im Autoland Deutschland die Lust aufs Radeln weiter erhöhen und die Zahl der Verkehrstoten senken.

Dafür sollen auch in Münster die Radschnellwege ausgebaut werden. Laut dem Entwurf für das Radverkehrskonzept 2025 soll es mehrere sogenannte Velo-Routen als Radschnellwege aus dem Umland in die City geben. Anlässlich der Mannheimer Tagung bekräftigt Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, den Plan neuer Fahrradwege für Pendler. Der Bund will besondere Fahrradschnellwege für tägliche Fahrten etwa zur Arbeit, Schule oder Uni mit 25 Millionen Euro unterstützen - doch das Vorhaben ist umstritten. Der Bund der Steuerzahler kritisierte, es handele sich dabei um eine verfehlte Förderung. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nannte den Schritt unzureichend. Barthle wies die Kritik zurück. „Die Investition ist ein sehr guter Weg, den Radverkehr weiter zu unterstützen“, sagte er am Montag. Schnellwege seien „kleine Fahrradautobahnen“ ohne Gegenverkehr und Ampel.

Bußgeldkatalog für Radfahrer

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  • Betrunken auf dem Fahrrad erwischt oder eine rote Ampel überfahren? Mit welchen Strafen muss man als Radfahrer für die jeweiligen Vergehen rechnen? Wir klären auf.

    Foto: dpa
  • Verstoß gegen Beleuchtungsvorschriften:

    Verstoß

    Bußgeld

    Fahrrad ohne Licht bzw. defektes Licht 20 €
    Foto: Julian Stratenschulte
  • Verstoß

    Bußgeld

    Nebeneinander Rad fahren und dadurch andere behindern 20 €
    ...mit  Gefährdung 25 €
    ...mit Sachbeschädigung 30 €
    Foto: DaimlerChrysler
  • Alkoholverstoß mit dem Fahrrad- Bußgeldtabelle

    Verstoß

    Folgen

    Mit über 1,6 Promille Fahrrad gefahren 3 Punkte + Geldstrafe + Anordnung einer MPU
    mit über 0,3 Promille fahrauffällig Fahrrad gefahren Strafanzeige
    Foto: Auto-Medienportal.Net/TÜV Thüringe
  • Verstoß

    Bußgeld

    Als Radfahrer das Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt) missachtet 20 €
    ...mit Behinderung 25 €
    ...mit Gefährdung 30 €
    ...mit Sachbeschädigung 35 €
    Foto: colourbox
  • Rotlichtverstoß mit dem Fahrrad

    Verstoß

    Bußgeld

    Punkte

    Fahren über eine rote Ampel 60 € 1
    ...mit Gefährdung 100 € 1
    ...es kam zum Unfall oder Sachbeschädigung 120 € 1
    Fahren über eine rote Ampel, die bereits länger als eine Sekunde dauerte 100 € 1
    ...mit Gefährdung 160 € 1
    ...es kam zum Unfall oder Sachbeschädigung 180 € 1
    Foto: colourbox
  • Verstoß

    Bußgeld

    Rechtsfahrgebot missachtet 15 €
    ...mit Behinderung 20 €
    ...mit Gefährdung 25 €
    Foto: Feuerwehr
  • Verstoß

    Bußgeld

    Beschilderten Radweg nicht benutzt (blaues Schild) 20 €
    ...mit Behinderung 25 €
    ...mit Gefährdung 30 €
    ...mit Sachbeschädigung 35 €
    Foto: dpa
  • Verstoß

    Bußgeld

    Beschilderten Radweg in falscher Richtung befahren 20 €
    ...mit Gefährdung 25 €
    ...mit Sachbeschädigung 35 €
    Foto: mid
  • Verstoß Bußgeld
    Freihändig fahren 5 €
    Handy-Verstoß 55 €
    Foto: colourbox

Innovative Projekte

Auf dem Kongress in Mannheim werden weitere Projekte vorgestellt, die auch der Radregion Münsterland neue Impulse geben könnten. Dazu zählen Fahrerassistenzsysteme für Elektrofahrräder, ein vollautomatisiertes Fahrradparkhaus und Lastenräder mit Brennstoffzellenantrieb.

„Es ist viel getan worden, um Platz für Radfahrende zu schaffen. Das ist gut so und fördert die gegenseitige Akzeptanz“, sagt Jürgen Gerlach von der Uni Wuppertal. Er stellt in Mannheim sein Projekt „Fresh Brains“ vor, für das Studenten aus Wuppertal und Breda (Niederlande) vier deutsche Kommunen - Wuppertal, Chemnitz, Kassel und Mönchengladbach - untersuchten. „Alle Städte haben positiv überrascht. Wuppertal ist noch keine Fahrradstadt - aber sie hat das Vorzeigeprojekt Nordbahntrasse, das extrem gut angenommen wird. Chemnitz und Kassel haben eine gute Radinfrastruktur. Und Mönchengladbach hat engagierte Bürger“, sagt Gerlach. Dies zeige, dass sich auch abseits klassischer Radfahrstädte wie Münster viel bewege.

Helm-Debatte

Auch das Thema Fahrradhelme war ein heißes Eisen beim Radverkehrskongress in Mannheim. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) warb in einer Rede mit Nachdruck für Radfahren mit Helm - und erntete auch Buhrufe. „Der Auto-Sicherheitsgurt war ebenfalls anfangs unbeliebt. Die Kritik am Helm ist oft ein Vorurteil“, reagierte Hermann. „Ich ärgere mich, dass ältere Menschen oft ohne Helm fahren und damit kein Vorbild sind“, meinte der Minister.

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Förderung soll aber auch Menschen zugutekommen, die sich Räder nur leihen. „Wir wollen Mieträder aufstellen, wo sie gebraucht werden - und das zu effizienten Kosten beim Verteilservice“, sagt Michael Kraus von der MVGmeinRad aus Mainz. Der Schlüssel ist eine sogenannte Rebalancing App. Die Software zeigt etwa den jeweiligen Bedarf an Rädern an. In Münster funktioniert das Leihen der Fahrräder noch ohne App. Hier können sich Interessierte an verschiedenen Stellen Fahrräder leihen, unter anderem an den Radstationen am Hauptbahnhof sowie in den Münster Arkaden.

Doch Technik sei nur eine Seite der Medaille, unterstreicht auch Kraus: „Verkehrserziehung in der Gesellschaft ist eine Daueraufgabe - das Miteinander im Verkehr gelingt nur gemeinsam.“ 

Mit Elektro-Unterstützung auf die Hügel

Aufgrund der teilweise hügeligen Landschaft konnte Deutschland - etwa im Vergleich zu den Niederlanden - bisher nur bedingt ein Fahrradland sein, meint Björn Offermann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Elektroräder wie E-Bikes und Pedelecs hätten dies verändert. „Nun sind wir - wie ich finde - auf einem guten Weg“, sagt Offermann, der in Mannheim Lastenräder mit Brennstoffzellenantrieb (FCREX) vorstellt. Pedelecs können damit größere Lasten transportieren, längere Distanzen mit höherem Tempo bewältigen sowie in hügeligen Regionen und bei niedrigeren Umgebungstemperaturen eingesetzt werden.

In der hiesigen Region erlebt das Fahrrad als Lastenrad ebenso eine Renaissance. In Münster etwa gibt es seit November 2015 das ehrenamtliche Projekt „Lasse“, bei dem kostenlos ein Lastenrad ausgeliehen werden kann. Auch Fahrradkuriere, Pizza- und Weinhändler greifen verstärkt auf Lastenräder zurück.

Münsters Fahrrad-ABC: Von A wie Ampel bis Z wie Zeit

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  • Alle Jahre wieder, zum Start des Wintersemesters, ist die Zeit der Frischlinge auf den Radwegen. Mit den neuen Studentinnen und Studenten erobern Tausende Neumünsteraner für sich die deutsche Fahrradhauptstadt. Für viele eine mitunter abenteuerliche Begleiterfahrung des Studienstarts. Hier für die Anfänger auf den Radwegen und alle Leezenliebhaber ein kleines Alphabet des Radverkehrs in Münster von unserer Redakteurin Karin Völker.

    Foto: dpa
  • A wie Ampel: Unbedingt beachten! Ampeln haben in Münster für Fahrradfahrer nicht bloß Empfehlungscharakter. Bei Rot also besser stehenbleiben. Erstens, weil alles andere gefährlich sein kann. Zweitens, weil als Strafe ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und 100 Euro Strafe drohen. Sehr empfindlich fürs studentische Portemonnaie.

    Foto: Colourbox.de
  • B wie Bürgersteig: Er ist in Münster den Fußgängern vorbehalten. Es gibt ja auch meistens Radwege.

    Foto: Colourbox.de
  • C wie cholerische Anfälle: Sie sind trotz des hier verbreiteten gemäßigten westfälischen Temperaments bei diversen Verkehrsteilnehmern bisweilen zu beobachten. Gilt das Geschimpfe einem selbst, am besten die Ruhe bewahren.

    Foto: Colourbox.de
  • D wie Diskussionen: Sollte man als Fahrradfahrer besser mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht anfangen, erst recht nicht mit Polizisten. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Verkehrsregeln sind zwecklos.

    Foto: Colourbox.de
  • E wie E-Bike: Das Fahrrad mit Batterieverstärkung ist auf Münsters Radwegen schwer im Kommen. Vorsicht vor dem beachtlichen Tempo – wenn sportliche junge Menschen von älteren Herrschaften überholt werden, ist oft ein Akku im Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • F wie Fußgänger: Sie verdienen Rücksicht und Freundlichkeit – auch wenn es mitunter erscheint, die Fußgänger liefen prinzipiell auf Radwegen.

    Foto: Colourbox.de
  • G wie Geschwindigkeit: Tempo 30 in Wohngebieten gilt auch für Radler!

    Foto: Colourbox.de
  • H wie Hamburger Tunnel: Er ist während des Bahnhofsumbaus zentrale Verkehrsachse von und zum Gleis und Ort der friedlichen Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.  Skeptiker staunen: Es funktioniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • I wie Irren: Es ist menschlich und kommt bei allen Verkehrsteilnehmern vor. Auch wenn das Fahrrad bewegungsfördernder und umweltfreundlicher ist als das Auto: Auch Autofahrer haben im Verkehr manchmal Recht.

    Foto: Colourbox.de
  • J wie Jugend: Das Radfahren in Münster ist keineswegs nur ihr Privileg. In Münster strampeln  auch viele über 80-Jährige noch durch die Stadt. Fahrradfahren ist hier eine generationsübergreifende Angelegenheit – mit vielen Geschwindigkeiten.

    Foto: Colourbox.de
  • K wie Klauen: Der Fahrradklau ist in Münster ein verbreitetes Übel, das die Stadt in der Kriminalitätsstatistik regelmäßig schlecht aussehen lässt. Ein wenig helfen solide Schlösser.

    Foto: Colourbox.de
  • L wie Ludgerikreisel: Für viele Radler ein neuralgischer Punkt. Die Polizei empfiehlt: beherzt auf der Mitte der Spur fahren. Autos kommen meistens auch nicht schneller vorwärts als Radler.

    Foto: Oliver Werner
  • M wie Meimel: Ein münsterischer Ausdruck für Regen – und zwar dessen langanhaltende Form, und damit einer der natürlichen Feinde des Fahrradfahrers. Trotz häufiger Meimelgefahr lässt man sich in Münster nicht so leicht aus dem Sattel vertreiben. Viele auch nicht durch Schnee und Frost: Es gibt hier extra Streufahrzeuge für die Radwege.

    Foto: Colourbox.de
  • N wie Nase: Sie hat der Radfahrer immer im Wind. Nicht ausgeschlossen, dass im Winter dabei mal eine Erkältung rauskommt. Aber was gibt es Schöneres, als im Frühling unter den blühenden Silberlinden auf der Promenade herzuradeln? 

    Foto: Colourbox.de
  • O wie Ordnungshüter: Die Kräfte von Stadt und Polizei schenken dem Radverkehr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders zu Semesterbeginn. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • P wie Parken: In Münster bisweilen auch für Fahrradfahrer nicht unproblematisch. Merke: Bürgersteige  gehören nicht zugestellt und immer merken, wo das Rad steht. Es soll Studenten geben, die ihre Leezen semesterlang gesucht haben.

    Foto: Colourbox.de
  • Q wie Quälerei: Kommt sogar im Fahrradparadies Münster vor – vor allem immer dann, wenn man Pannen hat.  Zum Glück gibt es an fast jeder Ecke einen Fahrradladen, der helfen kann.

    Foto: Colourbox.de
  • R wie Rücklicht: Sollte unbedingt ebenso wie das Vorderlicht funktionieren. Wenn man nicht selbst kontrolliert, ob es brennt – die Polizei tut es ohnehin und verteilt gegebenenfalls Knöllchen.

    Foto: Colourbox.de
  • S wie Stau: Gibt es in Münster, speziell während der Semesterzeiten auch auf Radwegen. Hier hilft nur Geduld.

    Foto: Colourbox.de
  • T wie Trunkenheit: Auch wer sich noch mit 1,6 Promille Alkohol im Blut für fahrtüchtig hält: Lieber das Rad schieben! Denn auch Fahrradfahrer erwarten Alkoholkontrollen durch die hiesige Polizei. Kein Scherz: Im Extremfall werden Fahrradfahrverbote verhängt.

    Foto: Colourbox.de
  • U wie Unfälle: Sie passieren leider – trotz vieler Maßnahmen der Verkehrsplaner und Polizei immer noch zu häufig. Ein Helm kann manchmal das Schlimmste verhindern. 

    Foto: Colourbox.de
  • V wie Vorsicht: Auch defensive Radfahrer kommen ans Ziel, mitunter sogar schneller als die Draufgänger.

    Foto: Colourbox.de
  • W wie Waschanlage: Luxus, wenn man seinem Drahtesel mal was Gutes will. Gibt es tatsächlich speziell für Fahrräder – im Fahrradparkhaus am Bahnhof.

    Foto: Presseamt/Joachim Busch
  • X&Y sind die Unbekannten und stehen für das Unerwartete beim Radfahren – zum Glück ist das nicht nur der plötzliche Plattfuß. Es gibt auch den Flirt beim Warten an der roten Fahrradampel. . .

    Foto: Colourbox.de
  • Z wie Zeit: Wer in Münster Rad fährt, spart meistens kostbare Minuten. Faustregel: Je näher man sich im Stadtkern bewegt, desto größer die Zeitersparnis. Autofahrer kommen fast immer langsamer ans Ziel.

    Foto: Colourbox.de

Reizthema Tempo 30

„Im internationalen Vergleich ist Deutschland sicher ein Fahrradland, wir haben aber noch viel Luft nach oben“, sagt Frederic Rudolph vom Wuppertal-Institut. Er leitet das „Flow“-Projekt, das Verkehrsfluss und Stauvermeidung analysiert. Rudolph plädiert unter anderem für möglichst viele Tempo-30-Zonen. 

Ein Vorschlag, der in Münster schon zu hitzigen Diskussionen geführt hat. So möchte das schwarz-grüne Ratsbündnis auf einem Teilbereich der Hammer Straße versuchsweise Tempo 30 einführen. Außerdem soll es eine „Neuaufteilung des Straßenraumes“ geben, sprich: mehr Platz für Fahrräder, weniger für Autos.

Grundsätzlich sieht Forscher Rudolph Bedarf für mehr Rücksicht im Verkehr: „Das brächte mehr Sicherheit, von der besonders das Rad profitiert.“

Beliebt bei Fahrradtouristen

Fern der Städte nimmt das Radfahren ebenso stetig zu. „Im Berufs- und Alltagsverkehrs wird Deutschland noch längere Zeit Autoland bleiben, auch wenn sich erste Tendenzen zur Umorientierung erkennen lassen. Im Freizeitbereich ist Deutschland ganz eindeutig Fahrradland“, sagt Jannik Müller vom Verein Sauerland-Radwelt. Schon jetzt gebe es Tourismusregionen mit hochwertigen Angeboten. Der Kongress in Mannheim unterstreiche, dass das Potenzial längst nicht ausgeschöpft sei.

Auch ins Münsterland kommen immer mehr Touristen zum Fahrradfahren. Zum zweiten Mal in Folge ist das Münsterland nach Bayern in der Radreiseanalyse 2017 des ADFC als beliebteste Radregion ausgezeichnet worden.

Etwa elf Millionen Menschen treten täglich in die Pedale, schätzt der ADFC. Doch politische Mutlosigkeit und rein kosmetische Lösungen verhinderten, dass das Radfahren in Deutschland noch weiter vorankomme. 15 Prozent Radverkehrsanteil habe sich die Bundesregierung bis 2020 vorgenommen, er stagniere aber derzeit bei unter 12 Prozent. Zum Vergleich nennt der ADFC das Nachbarland Niederlande, wo der Anteil bei 27 Prozent liege.

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