Wegen Schwarzfahrens ins Gefängnis
Zweifache Mutter bricht vor Gericht in Tränen aus

Burgsteinfurt -

Eine 29-jährige Burgsteinfurterin erfuhr am Dienstag die ganze Härte des Gesetzes. Die Mutter von zwei Kindern wurde wegen wiederholten Schwarzfahrens zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Als die Angeklagte das Urteil vernahm, brach sie in Tränen aus.

Mittwoch, 03.05.2017, 15:26 Uhr

Wegen Schwarzfahrens ins Gefängnis : Zweifache Mutter bricht vor Gericht in Tränen aus
Foto: dpa

16 Vorstrafen seit ihrem 16. Lebensjahr hatte die junge Mutter auf dem Kerbholz. Sie stand bereits wegen Diebstahls, Betrugs, unerlaubten Drogenbesitzes und Schwarzfahrens – einmal sogar in 31Fällen – vor Gericht. Zuletzt saß sie einige Monate hinter Gittern, die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Von Burgsteinfurt nach Münster und zurück

Unter laufender Bewährung fuhr sie mit der Euregiobahn ohne Fahrschein von Burgsteinfurt nach Münster und zurück. In Münster wohnt ihre Mutter, die ab und zu ihre Kinder beaufsichtigt. Vier Mal hatte sie im Sommer letzten Jahres das Ticket für 8,20 Euro nicht gelöst und wurde erwischt. „Zweimal habe ich ein Viererticket zu Hause vergessen und zweimal hatte ich kein Geld“, gab die sich allein verteidigende 29-Jährige zu.

Die beiden als Zeugen geladenen Bahnbediensteten mussten deshalb nicht mehr aussagen. Eigentlich hätte die Angeklagte bereits zweimal wegen dieser Vorwürfe vor Gericht erscheinen müssen. Beim ersten Mal gab sie vor, die Ladung nicht erhalten zu haben. Beim zweiten Mal wollte die Polizei sie vorführen, doch sie war nicht zu Hause.

Sorgerecht hat der Kindsvater

Das Sorgerecht ihrer acht und neun Jahre jungen Kinder hat aktuell noch der Kindsvater. Allerdings soll dieser Alkoholiker sein und ein Verfahren gegen ihn wegen Kindeswohlgefährdung sei eingeleitet worden. „Zu 95 Prozent bekomme ich das Sorgerecht wieder“, meinte die Angeklagte.

Ihre Bewährungshelferin beschwerte sich über die Verschlossenheit ihrer Klientin und den schlechten Kontakt. „Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, ist viele Monate her.“ Die Staatsanwältin forderte sich mit einer geringen Geldstrafe ein vergleichsweise mildes Urteil.

Freiheitsstrafe in Höhe von vier Monaten ohne Bewährung

Die Richterin jedoch ging über das geforderte Strafmaß weit hinaus. „Geldstrafen haben bisher keinen Eindruck bei Ihnen hinterlassen. Außerdem haben Sie keine positive Sozialprognose“, verurteilte die Richterin die Burgsteinfurterin zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von vier Monaten ohne Bewährung.

Richterin gibt Angeklagten einen Tipp

Völlig geschockt brach die 29-Jährige in Tränen aus und hatte Mühe, dem weiteren Urteilsspruch zu folgen. Die Richterin gab ihr aber noch einen Tipp: „Wenn Sie innerhalb einer Woche Einspruch gegen das Urteil einlegen, landet dieses Verfahren vor dem Landgericht in Münster, das alles neu bewertet. Dann haben Sie große Chancen, der drohenden Gefängnisstrafe noch zu entgehen.“

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