Do., 04.05.2017

Zu niedrige Bahnsteige für Rollstuhlfahrer Ohne Pläne keine Rampen

Zu niedrige Bahnsteige für Rollstuhlfahrer : Ohne Pläne keine Rampen

Am Drensteinfurter Bahnhof soll endlich eine Einstiegslösung für Behinderte geschaffen werden. Foto: Dietmar Jeschke

Drensteinfurt - 

Eine schnelle Lösung ist weiterhin nicht in Sicht. Warum dies so ist und Rollstuhlfahrer am Drensteinfurter Bahnhof weiterhin vor geschlossenen Zugtüren stehen, darüber diskutierten die Verantwortlichen am Mittwoch mit den Mitgliedern des Petitionsausschusses des Landtages.

Von Dietmar Jeschke

Es ist ein Thema, das bereits hohe Wellen geschlagen hat. Und deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass die unmittelbar Beteiligten mitunter ein wenig sensibel reagieren, wenn es angesichts des andauernden Stillstandes abermals auf den Tisch kommt. Das musste auch der Drensteinfurter Inklusionsbeauftragte Elmar Rosek erfahren.

Denn als er am Mittwochvormittag in kleiner Runde „leere Versprechungen“ monierte, gab Michael Geuckler als Mitglied der Geschäftsleitung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) postwendend eine deutliche Antwort: „Das ist schon ein wenig unverschämt.“ Um mit Blick auf die anwesenden Medienvertreter gleich noch nachzulegen. Denn eigentlich, so Geuckler, „handelt es sich um einen nicht öffentlichen Termin“.

Finanzierung von Rampen

Und das war er dann auch. Nach einer kurzen Visite auf dem Bahnsteig zogen sich Bürgermeister Carsten Grawunder, seine Referentin Carolin Wientzek sowie die Landtagsabgeordneten Annette Watermann Krass (SPD) und Ali Bas (Grüne) als Mitglieder des Petitionsausschusses des Landtages gemeinsam mit den Vertretern von Zweckverband, Deutscher Bahn und „National Express“ hinter verschlossene Türen in den Kulturbahnhof zurück, um das Thema der zu niedrigen Bahnsteige gemeinsam zu diskutieren.

Inhaltlich dürfte es dabei wohl auch um das gegangen sein, was Michael Geuckler trotz „Nichtöffentlichkeit“ der Veranstaltung bereits auf dem Bahnsteig durchblicken ließ: An Zweckverband und Bahnbetreiber, so Geuckler, liege es nämlich nicht, dass die seit langem versprochenen mobilen Rampen, die es Menschen mit Behinderung wieder ermöglichen sollen, in die Züge zu steigen, immer noch nicht parat stehen. „Es ist beschlossen, dass die Rampen gekauft werden. Und der Zweckverband finanziert sie“, erklärte Geuckler.

Bahnsteig muss angehoben werden

Das Problem liegt jedoch wie so oft im Detail. Und letzteres ist in diesem Fall der Konstruktionsplan des Rampen-Models „Görlitz“, das extra für die engen Platzverhältnisse im oberen Bereich des Bahndammes entwickelt wurde. Denn um sicher zu gehen, dass die Rampen auch tatsächlich mit den Zügen von „National Express“ kompatibel sind, verlangt der Zugbetreiber zur Prüfung die entsprechenden Zeichnungen.

Die aber, so Geuckler weiter, rücke der Hersteller der mechanisch-hydraulischen Einstiegshilfe bislang nicht heraus. Wie und wann es zu einer Lösung kommt, ist daher weiterhin offen. Noch im Februar hatte der Zweckverband in Aussicht gestellt, die Rampen bis April in Dienst stellen zu wollen.

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„Das Problem ist klar. Und das Ziel war auch allen klar“, berichtete Inklusionsbeauftragter Elmar Rosek nach dem Gespräch. „Der Bahnsteig muss angehoben werden. Dies ist aber ein Vorhaben, das noch in weiter Ferne liegt. Der Antrag zur finanziellen Unterstützung bei der Planung ist da und auch schon vom ZVM genehmigt.“

Und die Planungen sollen noch in diesem Jahr beauftragt werden, habe Bürgermeister Carsten Grawunder ein wenig Hoffnung gemacht. „Aber auch, wenn die Planungen abgeschlossen sind, heißt das noch nicht, dass die Bauarbeiten sofort beginnen werden. Eine Zeitspanne konnte keiner vorgeben“, schilderte Elmar Rosek weiter.

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