Mutter aus Westerkappeln nach Unfall am Schulzentrum verurteilt
Im Vollrausch durch den Berufsverkehr

Westerkappeln/Mettingen/Tecklenburg -

Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung hat das Amtsgericht Tecklenburg am Mittwoch eine Frau aus Westerkappeln zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt. In seiner Urteilsbegründung bescheinigte der Richter der 34-Jährigen „absolute Fahruntüchtigkeit“.

Sonntag, 22.10.2017, 16:29 Uhr

 
  Foto: Auto-Medienportal.Net/TÜV Thüringe

Die Westerkappelnerin war an einem Morgen im Mai dieses Jahres auf der Osnabrücker Straße in Höhe des Schulzentrums auf den Wagen einer im Stau stehenden 21-jährigen Mettingerin aufgefahren. Bei einer von der Polizei angeordneten Überprüfung wurde ein Blutalkoholwert von 1,78 Promille festgestellt.

Zur Geldstrafe hinzu kommen für die arbeitslose Mutter von zwei Kindern die Kosten des Verfahrens, eine Führerscheinsperre von weiteren 15 Monaten sowie die Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld an die Mettingerin, die bei dem Verkehrsunfall leicht verletzt worden war. Den Schaden an deren Fahrzeug in Höhe von mehreren Tausend Euro hatte die Haftpflichtversicherung bereits reguliert.

Die Westerkappelnerin machte während der Hauptverhandlung von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Das Gericht war deshalb auf die Aussagen der Zeugen angewiesen. So berichtete die junge Frau aus Mettingen, die Unfallverursacherin habe sie mehrmals gebeten, nicht die Polizei zu rufen, sondern ihr stattdessen angeboten, Fotos für die Versicherung zu machen. Darauf hatte sich die 21-Jährige jedoch nicht eingelassen.

Die Alkoholisierung der 34-Jährigen sei ihr nicht aufgefallen, sie hätte jedoch zuvor im Rückspiegel beobachtet, dass diese rasant an- und dicht auffuhr.

Auch die Polizeibeamten, die den nach eigener Aussage „an sich völlig unspektakulären Unfall“ mitten im Berufsverkehr aufgenommen hatten, bemerkten den Alkoholgeruch erst, als die Frau im Streifenwagen saß.

Ausfallerscheinungen waren ihnen nicht aufgefallen, „ihre tranige Art und die glasigen Augen“ hätten auch auf Müdigkeit hindeuten können. Wenn der hohe Blutalkoholwert der 34-jährigen kaum anzumerken gewesen sei, spreche dies für eine Gewöhnung, war das Gericht überzeugt. Der Richter fand es zudem unverantwortlich, dass die betrunkene Angeklagte ihren Sohn im Auto gehabt hatte.

Weiter führte der Richter eine Trunkenheitsfahrt aus dem längeren Vorstrafenregister der Frau an. „Für Sie spricht nicht so ganz viel“, stellte er fest. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 15 Euro und eine Führerscheinsperre von weiteren zwei Jahren beantragt. Beides sei „zwei bis drei Oktaven zu hoch“, Straßenverkehr sei immer gefährlich, sagte indes der Verteidiger. Dieser sprach sich für eine Geldstrafe von bis zu 90 Tagessätzen aus, die nicht im Vorstrafenregister eingetragen würden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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