Mi., 03.01.2018

Sturmtief „Burglind“ knickt Ampeln und Bäume um - Zugunfall in Selm

Sturmtief: „Burglind“ knickt Ampeln und Bäume um - Zugunfall in Selm

Ein Zug der RB 51 (Dortmund-Enschede) ist in Selm durch den Aufprall gegen einen umgestürzten Baum teilweise aus den Schienen gesprungen. Foto: dpa

Münster - 

(Aktualisiert 19 Uhr) Tief „Burglind“ ließ am Mittwochmorgen orkanartige Böen übers Münsterland peitschen. Ampeln knickten um, in Selm prallte ein Zug gegen einen umgestürzten Baum. Weiterhin gilt Warnstufe 2, bei der vor entwurzelten Bäumen und herumgewirbelten Dachziegeln gewarnt wird.

Von jhu/mlu/lnw

Mit orkanartigen Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief „Burglind“ auf den Westen Deutschlands getroffen. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz massiv den Berufsverkehr. Straßen waren blockiert und der Regionalverkehr der Bahn gestört.

Mehr als 1500 Mal wurden die Einsatzkräfte in NRW etwa wegen umgestürzter Bäume oder überschwemmter Straßen alarmiert, teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste am Mittwochnachmittag mit. 128 Verkehrsunfälle habe es durch den Sturm gegeben, dabei seien drei Menschen schwer verletzt worden.

Zug gegen Baum geprallt

Auch das Münsterland war am Mittwochmorgen von „Burglind“ betroffen. Hier warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor „markantem Wetter″ mit Sturmböen bis zu 85 km/h (Warnstufe 2).

Fotostrecke: Sturmschäden durch Tief „Burglind“

In Selm prallte der Regionalzug von Dortmund nach Enschede (RB 51) gegen einem entwurzelten Baum. Die rund 70 Fahrgäste kamen mit einem gewaltigen Schrecken davon. Die Bahn sprang aus den Schienen und holperte laut Bundespolizei noch rund 120 Meter weit über die Bahnschwellen. Die Einsatzkräfte mussten sich den Weg durch ein matschiges Waldgebiet zur Unfallstelle bahnen.

Alle Fahrgäste blieben unverletzt. Sie mussten mit Hilfe der Rettungskräfte zu Fuß aus dem unzugänglichen Gelände bis zur nächsten Straße laufen und dort in Busse umsteigen. 

Der verunglückte Zug soll mit einem Hilfszug, einem sogenannten Gerätewagen, wieder aufs Gleis gehoben werden. Die Bergung auf der Strecke zwischen Lünen und Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) dauerte bis in die frühen Abendstunden. Seit 19 Uhr ist die Strecke wieder frei.

Umgestürzte Bäume

Im Kreis Coesfeld kippten zudem zwei Ampeln um - in Coesfeld auf der L 581 und in Bösensell. Zudem vermeldete die Polizei dort - wie im Kreis Warendorf - umgestürzte Bäume.

Zwischen Billerbeck und Havixbeck ist am frühen Nachmittag ein Zug mit einem kleinen Baum kollidiert, der in Höhe von Dörholt auf die Gleise gestürzt war. Die Feuerwehr Billerbeck und die Polizei waren im Einsatz. Den Schaden konnten die Einsatzkräfte schnell beheben, so dass der Zugverkehr fortgesetzt werden konnte, ohne dass es zu nennenswerten Verzögerungen kam, so die Polizei. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Kaum Auswirkungen hatte Tief „Burglind“ im Kreis Borken. Im Kreis Steinfurt kam am Morgen ein Lkw von der Fahrbahn ab und krachte in eine 250 Jahre alte Kapelle. Die Polizei prüft, ob Wind auf den LKW gedrückt hatte. Ansonsten sei es am frühen Morgen nach Aussage eines Polizeisprechers „noch ruhig“ geblieben.

Ampel in Münster umgeknickt

An der Wolbecker Straße in Münster knickte am frühen Morgen eine provisorische Ampel um, die Radfahrer und Fußgänger sicher über die erst Ende 2017 eröffnete Rampe zur Umgehungsstraße (B 51) bringen soll.

Starker Regen führte zudem zu Gefahrenstellen. In einer Senke auf der B 51 zwischen Hammer Straße und Weseler Straße bildete sich am frühen Morgen eine so große Pfütze, dass die Stelle kurzzeitig von der Polizei gesperrt wurde. Auch die Trauttmansdorffstraße stand Mittwochfrüh unter Wasser. 

Zudem stand der Wochenmarkt auf dem Domplatz zwischenzeitlich auf der Kippe, da für den Nachmittag erneut Sturmböen vorhergesagt waren.

Fotostrecke: Sturm fegt über Münster

Noch bis zum Abend Sturmböen bis Windstärke 10 möglich

Der Deutsche Wetterdienst warnte für Mittwoch vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. „Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um“, sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich lieber nicht aufhalten.

Am Vormittag sollte die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiterziehen. In Nordrhein-Westfalen sind die heftigen Orkanböen zwar vorbei - trotzdem warnt der Deutsche Wetterdienst weiterhin vor möglichen Sturmschäden. Noch bis zum Abend seien starke Regenfälle und Sturmböen bis Windstärke 10 möglich, sagte die Meteorologin vom Dienst am Mittwoch in Essen. Für ganz NRW gilt weiterhin die Warnstufe 2, bei der vor entwurzelten Bäumen und herumgewirbelten Dachziegeln gewarnt wird.

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