Gericht
Verteidiger einigen sich mit Gericht und Anklage

Osnabrück/Westerkappeln -

Weil sie eine Vielzahl von Wohnungseinbrüchen in der Region begangen haben sollen, müssen sich zwei Litauer zur Zeit vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Der zweite Verhandlungstag endete mit einer Verständigung der Verteidigung mit Gericht und Staatsanwaltschaft.

Freitag, 05.01.2018, 14:40 Uhr

 Vor dem Landgericht Osnabrück müssen sich zwei Litauer verantworten. Sie sollen unter anderem auch in Westerkappeln Einbruchsdelikte begangen haben.
 Vor dem Landgericht Osnabrück müssen sich zwei Litauer verantworten. Sie sollen unter anderem auch in Westerkappeln Einbruchsdelikte begangen haben. Foto: dpa

Vorgeworfen wird den 52- und 29-jährigen Angeklagten, Diebestouren durch Gemeinden in den Landkreisen Osnabrück und Emsland sowie im angrenzenden Nordrhein-Westfalen unternommen und dabei Beute im Wert von 180 000 Euro gemacht zu haben. Insgesamt 19 Wohnungseinbrüche in den Gemeinden Haren, Bramsche, Bissendorf, Wellendorf, Wallenhorst, Westerkappeln und Tecklenburg sollen dabei auf das Konto der beiden Angeklagten gehen, die zur Zeit in Untersuchungshaft sitzen.

Laut Anklage habe sich der ältere der beiden Angeklagten Anfang 2017 mit dem ebenfalls aus Litauen stammenden Mitangeklagten zusammengeschlossen, um vom Wohnsitz an der Bramscher Straße im Osnabrücker Stadtteil Haste zu Diebestouren in die Umgebung aufzubrechen. Das Diebesgut sollen die Angeklagten in regelmäßigen Abständen auch zum Weiterverkauf nach Litauen gebracht haben.

In die Beweisaufnahme ging es an diesem zweiten Verhandlungstag nicht. Stattdessen einigten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Anregung des Gerichts über den Umfang der zu verhandelnden Taten und das Strafmaß. Ein solches Verständigungsgespräch ist ein beliebtes Mittel, von dem Gericht und Staatsanwaltschaft sowie der Angeklagte gleichermaßen profitieren: Der Aufwand des Verfahrens und die Dauer der Hauptverhandlung werden verringert, der Angeklagte hingegen erlangt Sicherheit über den Ausgang des Verfahrens.

Weil er sich geständig zeigt, kann sich das außerdem strafmildernd zu seinen Gunsten auswirken. Im Falle des 52-jährigen Angeklagten werden sechs der zunächst angeklagten Wohnungseinbrüche eingestellt, die zu erwartende Freiheitsstrafe wird auf ein Strafmaß zwischen 4 Jahren und sieben Monaten und 4 Jahren und elf Monaten beschränkt.

Der 29-jährige Mitangeklagte muss lediglich mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen, außerdem werden vier der ihm vorgeworfenen Taten nicht berücksichtigt.

Diese Einigung ist jedoch kein Selbstläufer: „Das Gericht ist an die Verständigung nicht gebunden, wenn sich neue Umstände ergeben und ihr Verhalten nicht dem entspricht, wie wir es erwarten“ , betonte die Vorsitzende Richterin gegenüber den beiden Litauern, die nach Ende der Verhandlung wieder ins Untersuchungsgefängnis gebracht wurden.

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