Wenn Jogger Hunden begegnen
Laufen mit Furcht im Nacken

Senden -

Hunde, die ohne Leine ihrer Nase folgen, führen immer wieder zu Konflikten. Angehörige einer Laufsportgruppe aus Senden wurden jetzt zuerst von einem Schäferhund massiv erschreckt, dann von einem Hundehalter unverhohlen bedroht.

Dienstag, 16.01.2018, 07:23 Uhr

Knurren, jagen und bedrohen sind die klare Ausnahme, wenn sich Hunde und Läufer begegnen. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten auf beliebten Strecken wie dem Kanal.
Knurren, jagen und bedrohen sind die klare Ausnahme, wenn sich Hunde und Läufer begegnen. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten auf beliebten Strecken wie dem Kanal. Foto: Schwarze-Blanke (Karikatur)

Die Angst läuft mit. Mit dem Samstagmorgen wandelte sich ein flaues Gefühl jedenfalls in eine konkrete Furcht. Diese hat mehrere Angehörige einer Laufsportgruppe ergriffen. Denn statt mit moderatem Tempo auf einem etwa eineinhalbstündigen Kurs entspannt ins Wochenende zu starten, kam es zur Kollision und zum offenen Konflikt mit Hunden und ihren Haltern.

Der Schauplatz war der Leinpfad am Kanal in der Nähe von Schloss Senden. Nicht zum ersten Mal prallten dort die Ausdauersportler und eine ganze Gruppe von Freunden der Vierbeiner aufeinander.

Schäferhund kommt angeschossen

Diesmal wurde eine Läuferin von einem Schäferhund erschreckt, der durch die Büsche von der Schlossallee auf den Aschepfad geschossen kam. Mit einem Affenzahn und aus heiterem Himmel. „Das war ein eindeutiger Angriff“, schildert einer der Läufer den Vorfall. Es habe „nicht viel gefehlt“ und die Zähne des stattlichen Hundes wären in der Wade der Frau gelandet. Ironischerweise alles andere als eine Hundehasserin, sondern selbst Frauchen eines Vierbeiners.

Während das Herrchen des Schäferhundes nicht mal in Erscheinung getreten sein soll, tauchte in der Nähe der ersten Hunde-Gruppe ein weiterer Mann mit zwei großen Hunden auf. Auch diese folgten frisch und frei ihrer eigenen Nase. Als einer der Läufer das Herrchen aufforderte, seine Hunde an die Leine zu nehmen, wurde ihm unverhohlen gedroht. Der etwa 40-Jährige näherte sich dem gut 50-Jährigen Sportler auf wenige Zentimeter und drohte dem Läufer ins Gesicht, ihn „in den Kanal zu schieben“.

Bello muss parieren

Außerhalb der geschlossenen Besiedlung dürfen auch Hunde über 40 Zentimetern Schulterhöhe frei laufen – aber nur wenn sie gehorchen. Das Ordnungsamt stellt klar, dass Halter ihre Hunde jederzeit unter Kontrolle haben müssen. Dass auf Beschwerden uneinsichtig reagiert werde, diese Erfahrung macht die Behörde häufiger.

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Läufer will keine Eskalation, sondern sensibilisieren

Nach dieser Begegnung schaltet der erfahrene Volksläufer die Behörden ein. Nicht weil er eine Eskalation und den Gang durch die Instanzen will, sondern weil Hundehalter „einfach mal nachdenken sollten“. Denn in der großen Mehrzahl gebe es keine Konflikte, sondern ein freundliches Miteinander.

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Weshalb aber manches Frauchen oder Herrchen der Freiheit seines Vierbeiners den Vorrang vor dem Recht der Entspannung suchenden Zweibeiner gibt, kann der Laufsportler nicht nachvollziehen. Sobald sich ein Mensch bedroht fühlt, müsse der Hundehalter reagieren, darauf pocht der „Kilometerfresser“ auf gedämpften Sohlen.

Beschwerden über Hunde sind keine Seltenheit

Dass dies eine Richtschnur ist, sieht auch Holger Bothur, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Ordnung und Soziales, so. Doch nicht jeder Fall von gespürter Gefahr rufe gleich die Behörde auf den Plan. „Da gibt es eine Grauzone“, räumt Bothur ein. Keine Toleranz lasse die Verwaltung walten, wenn von einem Hund eine Gefahr ausgeht.

Etwa 15 Mal pro Jahr leitet das Ordnungsamt, mit dem Kreisveterinär, ein solches Prüfverfahren ein. Wird ein Tier als gefährlich eingestuft, muss es einen Maulkorb tragen und an der Leine bleiben. Beschwerden über Hunde oder Halter sind im Rathaus keine Seltenheit – zwei bis drei pro Woche gehen dort ein.

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