Fr., 19.01.2018

„Friederike“ tobt übers Land Schwere Schäden auch im Münsterland

„Friederike“ tobt übers Land: Schwere Schäden auch im Münsterland

Feuerwehr und Hilfsdienste waren bundesweit im Einsatz, um umgestürzte Bäume von Straßen, Autos und Häusern wegzuräumen. Foto: Helmut Etzkorn

Münster/Ibbenbüren - 

Der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren hat am Donnerstag bundesweit den Fernverkehr der Bahn lahmgelegt. Züge würden aus Sicherheitsgründen nicht mehr losfahren, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Züge, die unterwegs seien, sollten soweit möglich bis zum Zielbahnhof fahren. Die Sperrung solle bis zum Morgen dauern, so der Sprecher. Im Sturm „Friederike“ kamen mehrere Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. „Friederike“ war der schwerste Sturm seit „Kyrill“ 2007. Auf dem Brocken wurden in der Spitze Orkanböen von 203 Stundenkilometern gemessen.

Von Mirko Heuping, Frank Polke, Elmar Ries, lnw

Auf einem Campingplatz bei Emmerich wurde ein ­ 59-Jähriger von ei­nem Baum erschlagen. Sowohl im sau­erländischen Sundern als auch im Thüringen starb ein Feuerwehrmann im Einsatz. In einer Sturmböe verlor in Lippstadt ein Mann (68) bei einem Verkehrsunfall sein Leben, ebenso wie ein Lkw-Fahrer in Thüringen und eine 61-jährige Pkw-Fahrerin in Mecklenburg-Vorpommern. In Enschede wurde ein Mann von einem herabstürzenden Ast in seinem Au­to getötet.

„Friederike“ zog bis in den Abend durchs Münsterland. Vielerorts fielen Bäu­me um und versperrten zentrale Straßen. Auf der Autobahn 30 bei ­Ibbenbüren wurde eine Hochspannungsleitung abgerissen. Sie lag quer über der Fahrbahn. Nach Polizeiangaben musste erst der Strom abgestellt werden, ­damit der Schaden beseitigt werden konnte. Auch die A 1 bei Münster musste zeitweise gesperrt werden. In vielen Städten und Gemeinden der Region sorgten umgestürzte Bäume und herabgefallene Fassadenstücke und Dachziegel für Behinderungen. Die Einsatzkräfte verzeichneten allein im Münsterland bis zum späten Nachmittag über 2500 Einsätze. Der Schaden an Gebäuden und Autos kann nach Angaben der Versicherungswirtschaft noch nicht beziffert werden.

Fotostrecke: Orkantief Friederike in Münster

Zeitweise waren gestern 100 000 Menschen in NRW ohne Strom. Grund waren vielerorts be schädigte Oberleitungen oder starke Schwankungen im Stromnetz. Am späten Nachmittag teilte der Netzbetreiber West­netz mit, dass in den Kreisen Coesfeld, Borken, Steinfurt und Gütersloh noch 10 000 Menschen ohne Strom waren.

Der Bahnverkehr wurde bundesweit eingestellt, erst am Abend fuhren wieder einige Nahverkehrszüge. Tausend Zugreisende mussten die Nacht auf den Bahnhöfen verbringen. Auch an Flughäfen wurden Dutzende Flüge gestrichen.

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