Grippe: Zahlen im Kreis steigen an
Nierhoff: Besserer Schutz mit Vierfachimpfstoff

Tecklenburger Land -

Die zweite Grippe-Welle wird für den Februar prognostiziert. Somit ist noch Zeit, sich impfen zu lassen. Gegebenenfalls auch ein zweites Mal, sagt Dr. Rainer Nierhoff, Vorsitzender des Ärztevereins Tecklenburger Land.

Samstag, 27.01.2018, 16:00 Uhr

In dieser Woche gibt es 39 Fälle von Grippe im Kreis. Die Tendenz ist steigend.
In dieser Woche gibt es 39 Fälle von Grippe im Kreis. Die Tendenz ist steigend. Foto: Andreas Gebert

Denn die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Empfehlung aktualisiert. Statt des Dreifachimpfstoffs, der bisher Kassenleistung ist, empfiehlt sie jetzt den Vierfachimpfstoff.

Grund ist, dass in vielen Städten und Gemeinden 80 Prozent der Erkrankten die Grippe durch das Influenza B-Virus bekommen haben. Der bisher verwendete Dreifachimpfstoff enthält aber keine Stoffe gegen diese Virusstämme, sagt Nierhoff, diese sind nur im Vierfach-Impfstoff enthalten.

Daher rät er Risikopatienten durchaus, sich jetzt noch impfen zu lassen. Dazu gehören Menschen ab 65 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, chronisch Kranke wie Diabetiker, Schwangere und auch medizinisches Personal. Denn wenn Risikopatienten diese Art der Grippe bekommen, würden sie „umgehauen“.

Auch wenn sich Patienten schon im Herbst die Dreifachimpfung abgeholt haben, würde er dazu raten: „Ein zweites Mal schadet nicht.“ 14 Tage brauche der Impfstoff, um zu wirken.

Mittlerweile haben auch die Krankenkassen auf die Ankündigung des STIKO reagiert: Die Barmer, die DAK, die TK und die AOK haben erklärt, sie übernehmen bei medizinischer Indikation die Kosten für den den Vierfach-Impfstoff. Die Entscheidung treffe der Arzt.

Das Gesundheitsamt des Kreises Steinfurt teilt folgende Zahlen bzw. Entwicklung mit: In der 1. Kalenderwoche des Jahres 2018 sind zwölf Fälle von Grippe festgestellt worden, in der zweiten Kalenderwoche 23 Fälle, in der dritten Kalenderwoche 26 Fälle und in der vierten Kalenderwoche 39 Fälle.

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Erkrankung der Atemwege. Die Schwere der Erkrankung kann unterschiedlich sein. Typisch für eine echte Grippe ist das plötzlich einsetzende Krankheitsgefühl mit Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten, begleitet von Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Die Erkrankten fühlen sich sehr schwach. Bei einem unkomplizierten Verlauf halten die Beschwerden etwa fünf bis sieben Tage an.

Eine Grippe-Infektion kann aber auch mit leichten oder auch ganz ohne Beschwerden verlaufen. Sie kann dagegen auch mit schweren Krankheitsverläufen einhergehen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Als häufigste Komplikationen werden Lungenentzündungen gefürchtet.

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