Di., 30.01.2018

Landgericht Osnabrück fällt Urteil Serieneinbrecher müssen ins Gefängnis

 

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Osnabrück/Westerkappeln/Ibbenbüren - 

Im Prozess gegen zwei litauische Serieneinbrecher wurde am Dienstag das Urteil gesprochen. Beide Männer müssen ins Gefängnis. Auch in Westerkappeln und Ibbenbüren hatten sie Beute gemacht.

Von Christina Halbach

Das Landgericht Osnabrück schickte den jetzt 53-jährigen Angeklagten wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls in zehn Fällen und Computerbetrugs für vier Jahre und elf Monate, den Mitangeklagten für zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Dem 29-Jährigen konnten sieben Einbrüche nachgewiesen werden.

Damit endete nach sechs Verhandlungstagen der Prozess gegen die zwei aus Litauen stammenden Männer, die – so stellte es das Gericht fest – in der Zeit von Ende 2013 bis Mitte 2017 zwölf Einbruchsdiebstähle in Westerkappeln, Ibbenbüren, Bramsche und anderen Orten begangen und dabei einen Gesamtschaden von 129 630 Euro verursacht haben.

Ein Geständnis der beiden Angeklagten infolge einer Verständigung zwischen Verteidigung, Gericht und Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn hatte der Kammer eine aufwendige Beweisaufnahme erspart. Im Gegenzug wurde das Strafmaß beschränkt und weitere Taten, die den Ermittlungen zufolge auf das Konto des Duos gegangen sein sollen, eingestellt. Gegenstand des Prozesses waren daher nur die Einbrüche, bei denen die Täterschaft der Angeklagten durch Beweise belegt werden konnte.

Eine Ermittlungsgruppe war der Diebesbande unter Einsatz von GPS- und Telefonüberwachung sowie Sicherung von DNA-Spuren am Tatort auf die Schliche gekommen, sodass im Juni 2017 die Festnahme der Angeklagten und weiterer Mittäter erfolgte.

Das Gericht schöpfte bei beiden Angeklagten den vereinbarten Strafrahmen aus und folgte damit nicht dem Verteidiger des 53-jährigen Angeklagten, der eine etwas kürzere Haftstrafe beantragt hatte. In seinem Plädoyer wies der unter anderem auf dessen freudlose und von Gewalt geprägte Kindheit und Jugend in litauischen Heimen hin: „Er hatte nie eine Chance, vernünftig aufzuwachsen.“

Nach Auffassung der Kammer könne dieser Umstand bei einem älteren Angeklagten nur im geringeren Maße berücksichtigt werden. Sein Mandant sei im erheblichen Umfang einschlägig vorbestraft und habe sich dadurch nie beeindrucken lassen. Deswegen müsse man davon ausgehen, dass es sich bei dem Angeklagten um einen Gewohnheitstäter handele, dessen Handeln nicht allein durch einen schwierigen Start ins Leben geprägt ist.

Auch dass er „Türöffner“ für die Verständigung gewesen sei, überzeugte die Kammer nicht: „Geständnis ist nicht gleich Geständnis. Der Angeklagte hat nur das Allernotwendigste eingestanden“, stellte die Vorsitzende Richterin fest. Grundsätzlich habe dem Gericht „Einsicht und Reue“ gefehlt.

Bei dem 29-Jährigen kam es hingegen zu einem anderen Ergebnis: „Ihm nehmen wir ab, dass es ihm leidtut.“ Der Litauer hatte im Prozess mehrfach sein Bedauern über die Einbruchsserie zum Ausdruck gebracht.

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