Sa., 03.02.2018

Autobahnpolizei Routinefahrt kann böse enden

Blick von der Autobahnbrücke im morgendlichen Schneeregen: Pkw und Laster schieben sich dich an dicht durch die Dämmerung. Wer da nicht hundertprozentig aufpasst, kann schnell in einen Unfall verwickelt werden.

Blick von der Autobahnbrücke im morgendlichen Schneeregen: Pkw und Laster schieben sich dich an dicht durch die Dämmerung. Wer da nicht hundertprozentig aufpasst, kann schnell in einen Unfall verwickelt werden. Foto: Dieter Klein

Nottuln - 

Jeden Tag erleben Pendler dieselbe, ermüdende Routine auf dem Weg zur Arbeit. Doch zu viel Routine kann Folgen haben.

Von Dieter Klein

Die junge Frau, die am Freitagmorgen kurz nach 8 Uhr mit ihrem Pkw auf den Pendlerparkplatz an der Autobahnanschlussstelle einbiegt, ist im ersten Moment sichtlich erschrocken. Denn plötzlich ist sie von einem halben Dutzend Polizeibeamter umringt. Der Schreck verfliegt so schnell, wie er gekommen ist. Denn die Polizeibeamten der Autobahnpolizei Münster sind freundlich und nur gekommen, um zu warnen und aufzuklären.

Es ging um die Unfallhäufigkeit auf der A43 im Streckenabschnitt Münsterland. Hier sind laut Polizeistatistik im vergangenen Jahr 136 Personen bei insgesamt 1105 Verkehrsunfällen verletzt worden.

Zur Unfallursache kennt die Polizei Details. Aus den Unfallberichten ergibt sich, dass ein Großteil der Autobahnbenutzer im Großraum Münster – auf insgesamt 63 Kilometern – Pendler sind. Sie kommen aus den Räumen Recklinghausen, Bochum, Herne, Münster und Coesfeld. Pendler, die fast täglich die gleiche Strecke fahren und zumeist nicht mehr als drei Anschlussstellen auf der Autobahn verbleiben. Solche Fahrten sind problematisch, denn sie werden schnell zu Routinefahrten. Und diese Routine kann dazu führen, dass die Aufmerksamkeit nachlässt und sich Fahrfehler einschleichen. Deshalb verwundert es die Polizeistatistiker auch nicht, dass mehr als 50 Prozent aller den oben angeführten Kreisen kommen.

Mit ihrer gezielten Großoffensive wollten die Beamten nun gerade diese Autobahnbenutzer sensibilisieren, langsamer zu fahren und vor allem sichere Abstände zu halten.

Dazu verteilten sie Flyer mit deutlichen Worten und Fakten: „Rasen von Münster nach Recklinghausen bringt nur eine Zeitersparnis von 5 Minuten! Halten Sie sich an die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h! Und: Halten Sie immer einen Abstand vom einem halben Tachowert ein!“

Dass sich viele Autofahrer an diese Empfehlungen nicht halten, wusste eine von der Polizei angesprochene Verkehrsteilnehmerin. Sie erzählte: „Die Leute fahren so schnell und so dicht auf. Ich habe immer Angst, dass die in meinen Kofferraum kriechen.“

Die Polizei mahnt: „Unbedingt beachten: Lassen Sie vor allem die Handys weg, um schnell mal zu Hause Bescheid zu sagen, dass Sie in zehn Minuten zum Essen da sind! Chatten und Checken während der Fahrt bedeutet: Sie fahren im Blindflug über die Autobahn. Und das kann böse enden.“

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