Di., 06.02.2018

Sicherheit Karnevalsumzug Polizei kontrolliert auch in Zivil

Klare Regeln für Zugteilnehmer: Für Ordner (mit Warnwesten) gilt zum Beispiel absolutes Alkoholverbot.  

Klare Regeln für Zugteilnehmer: Für Ordner (mit Warnwesten) gilt zum Beispiel absolutes Alkoholverbot.   Foto: Oliver Hengst

Greven - 

Die KG Emspünte als Veranstalter will und muss für einen sicheren Karnevalsumzug sorgen. Als Kooperationspartner haben die Karnevalisten die Polizei und die Caritas an ihrer Seite. Sicherheit heißt auch: verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol. Daher soll es Jugendschutzkontrollen geben.

Von Oliver Hengst

Es gab mal einen Umzug, es ist schon einige Jahre her, das musste die KG Emspünte einen Wagen aus dem Verkehr ziehen. Der Umzug fand ohne die jungen Leute statt. Sie hatten vor allem Party im Sinn – ihr Wagen war jedoch Schrott. Also handelte die KG Emspünte, die als Veranstalter auftritt.

Auch am kommenden Sonntag. Doch da droht kaum die Gefahr, dass sich die Begebenheit wiederholt. Denn die Regeln seien seit Jahren klar und würden auch eingehalten. Große Probleme gebe es eigentlich nicht mehr, sagt Phillip Wimber, der seit acht Jahren Zugleiter ist. „Die wissen, was gefordert ist und halten sich daran. Teilweise machen sie sogar von sich aus mehr. Ich bin mit den Teilnehmern sehr zufrieden“, sagt Wimber. 52 Zugnummern wurden dieses Jahr vergeben, darunter sind etliche Wagen, von den naturgemäß die größere Unfallgefahr ausgeht. Wer einen Wagen anmeldet, muss auch Ordner stellen. Und diese wiederum unterliegen absolutem Alkoholverbot. Andere (technische) Vorschriften zu Verkleidungen der Wagenseiten und Radkästen, Geländern und Co. sind den Vereinen deutlich mitgeteilt worden. Eine erste Prüfung der Wagen ist bereits erfolgt. Und bevor sich der Zug am Sonntag in Bewegung setzt, wird Zugleiter Wimber bei einem Rundgang noch mal alles checken – und gegebenenfalls handeln.

Handeln wird auch die Polizei, wenn sie beim Zug Kinder oder Jugendliche sieht, die verbotenerweise Alkohol konsumieren. Mit wie vielen Kräften die Beamten vor Ort sein werden, will Richard Wiesmann, Leiter des Bezirksdienstes, nicht preisgeben. „Genug“, sagt er nur. „Kollegen werden auch in zivil unterwegs sein und den Jugendschutz im Blick haben.“

Eine wichtige Regel für die Zugteilnehmer: Von einem Wagen aus wird kein Alkohol heruntergereicht. „Das ist bei der KG seit Jahren Gebot“, sagt Johannes König, der in diesem Jahr Prinz ist. Wer negativ auffällt, wird deutlich angesprochen, sagt Hans-Peter Riepenhausen. Eine Schnapspulle kreisen lassen – geht zum Beispiel gar nicht. „Eine Flasche Bier auf dem Wagen gehört schon dazu“, sagt König. „Aber es soll kein Schausaufen sein.“ Kein leichter Spagat, das wissen alle. Auch die Caritas, die erneut Kooperationspartner der KG Emspünte ist, setzt nicht auf Verbote, sondern auf Einsicht: „Es geht um einen verantwortungsvollen Umgang“, sagt Christina Tuttmann, die bei der Caritas für Suchtprophylaxe zuständig ist. Das bewährte Motto: „Tanzen statt Torkeln.“ Sie setzt auf die Vorbildfunktion der Erwachsenen. Genau wie Polizist Wiesmann: „Diese Vorbildfunktion hört an Karneval nicht auf“, sagt er. „Im Gegenteil.“

Die seit rund zehn Jahren funktionierende Kooperation hat sich laut Wimber bewährt. „Es hat Früchte getragen.“ Es gebe zahlreiche Rückmeldungen, dass es besser geworden ist.

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