Orientladen in Westerkappeln geht mit Explosion in Flammen auf
Schockierende Tat

Westerkappeln -

Als am Mittwoch der Tag anbricht, wird das zerstörerische Ausmaß der Explosion deutlich. Der Orientladen „Siverek“ am Kreuzplatz in Westerkappeln liegt ausgebrannt in Trümmern. Die Schaufenster und die Fenster auf der Rückseite des Wohn- und Geschäftshauses wurden samt Rahmen aus der Verankerung gesprengt. Überall liegen Scherben. War das ein fremdenfeindlich oder politisch motivierter Anschlag ?

Mittwoch, 07.02.2018, 17:22 Uhr

Ein Bild der Verwüstung bot sich am Mittwoch am Kreuzplatz. Der Orientladen „Siverek“ wurde förmlich in die Luft gesprengt. Die Hintergründe sind noch unklar. Der gesamte Bereich wurde zum Tatort erklärt und bleibt bis zum Donnerstag abgeriegelt.
Ein Bild der Verwüstung bot sich am Mittwoch am Kreuzplatz. Der Orientladen „Siverek“ wurde förmlich in die Luft gesprengt. Die Hintergründe sind noch unklar. Der gesamte Bereich wurde zum Tatort erklärt und bleibt bis zum Donnerstag abgeriegelt. Foto: Frank Klausmeyer

Kurz nach 3 Uhr gibt es einen Riesenknall. Andre T., der mit seiner Frau und ihrem erst vier Tage alten Baby direkt über dem Laden wohnt, ist schon vorher wach geworden. Er hat ein Rasseln gehört, „als wenn die Dachpfannen runterrutschen.“ Dann vernimmt er das Klirren einer Glasscheibe.

Andre T., der aus Furcht vor den „Psychopathen“, wie er die Täter nennt, nicht seinen vollen Namen in den Medien lesen möchte, öffnet das Fenster und schaut hinaus. Erst sieht er nichts, dann spiegeln sich in der Schaufensterscheibe des gegenüberliegenden Geschäftes „My Home Chrystal“ die Schatten von zwei wegrennenden Männern.

André T. schließt das Fenster wieder. Wenige Sekunden später kracht es gewaltig und ein regelrechter Feuerstoß schießt aus den Geschäftsräumen unter seinen Füßen. „Ich habe sofort das Baby unter die Arme genommen und wir sind im Pyjama auf die Straße gelaufen.“

Keine Verletzte

Auch Mustafa Jakupay, der mit seiner Familie zwei Häuser weiter wohnt, wird unsanft aus dem Tiefschlaf gerissen. „Ich dachte, die Kirche wäre umgefallen.“ Sofort schaut er nach seinen Kindern und stellt beruhigt fest, dass es ihnen gut geht.

Bei der Wucht der Detonation wundert es, dass niemand verletzt wird. Eine fünfköpfige Familie, die auch über dem Orientladen wohnt, kann sich ebenso rechtzeitig und unversehrt ins Freie retten. Eine Person wird mit dem Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, bestätigt die Polizei.

Obwohl das Feuer im Erdgeschoss wütete, seien die Räume darüber wohl noch bewohnbar, erklärt Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann.

Brand schnell unter Kontrolle

Um 3.13 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr Westerkappeln alarmiert. „Mittlerer Brand – Personen in Gefahr“ hat die Einsatzleitstelle gemeldet. Die Feuerwehr rückt sofort mit beiden Löschzügen und rund 50 Frauen und Männern aus. Bei ihrem Eintreffen steht der Laden lichterloh in Flammen. Der Rettungsdienst ist schon vor Ort und hilft Bewohnern des Hauses bei der Flucht nach draußen.

Auch die Gäste in den Fremdenzimmern des Nebengebäudes (Klein & Fein) bleiben unbeschadet, müssen das Haus aber ebenfalls verlassen.

Orientladen in Westerkappeln ausgebrannt

1/52
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer

Den Brand hat die Feuerwehr schnell unter Kontrolle und kann so ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnungen im Obergeschoss und auf die Nachbargebäude verhindern.

Fall von Brandstiftung

Mit dem Aufräumen muss die Wehr jedoch ziemlich lange warten. Denn die Polizei sperrt den Bereich rund um den Orientladen weiträumig ab und erklärt alles zum Tatort. Denn soviel steht schnell fest: Es war Brandstiftung. Das Polizeipräsidium Münster übernimmt die Ermittlungen.

„Die Motivlage ist bislang völlig unklar“, stellt Andreas Bode, Sprecher des Polizeipräsidiums, gegen Mittag fest. Dieses zieht in Westerkappeln etliche Beamte zusammen. Spuren werden gesichert, Anwohner und Zeugen im Rathaus befragt. Dort richtet die Polizei einen Einsatzstab im kleinen Sitzungszimmer ein. Beamte des Staatsschutzes gehören dazu. Auch Experten des Landeskriminalamtes sitzen mit am Tisch. Nach Mittag ziehen die meisten Beamten Richtung Ibbenbüren ab, weil es dort auf der Wache bessere technische Bedingungen gibt.

Das große Aufgebot an Ermittlern deutet darauf hin, dass die Polizei einen fremdenfeindlichen oder politischen Hintergrund nicht ausschließt. Der Inhaber des Orientladens ist zwar Deutscher, hat aber kurdische Wurzeln. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärt Bode.

Gerücht bleibt unbestätigt

Wären zum Zeitpunkt der Detonation Menschen am Kreuzplatz unterwegs gewesen, hätte das tödliche Folgen haben können. Gegenüber dem Laden haben sich Glassplitter regelrecht in eine Holztür hineingebohrt.

Ob das Feuer durch eine Explosion ausgelöst wurde oder umgekehrt, ist unklar. Aus den Reihen der Feuerwehr ist zu hören, dass die Spurensicherer einen Brand- oder Sprengsatz gefunden hätten. Eine Anwohnerin schildert, dass sie nach dem lauten Knall noch mehrere Verpuffungen gehört habe.

Schon macht ein Gerücht über die Festnahme eines Verdächtigen die Runde. Bode kann das nicht bestätigen.

Viele Westerkappelner sind schockiert

Viele Westerkappelner, die von Weitem auf den Tatort schauen, wollen nicht glauben, dass „so etwas“ in ihrem Dorf passiert ist. Auch Vera Terhorst ist fassungslos. Die Inhaberin des Ladens „My Home Chrystal“ wurde von ihren Mietern geweckt. Kurze Zeit nach der Feuerwehr trifft sie am Kreuzplatz ein und sieht, dass beide Schaufensterscheiben ihres Geschäftes geplatzt sind. An einer Stelle klafft ein Loch. Aus dem Laden wurden in der Nacht Swarovski-Schmuck, Goldschmiedewerkzeug und eine Lötmaschine gestohlen. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Brand oder waren vorher Einbrecher da ? Die Polizei hält sich bedeckt.

Schockiert äußert sich Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Sie eilte noch in der Nacht herbei und öffnete das Rathaus, damit sich die geflüchteten Anwohner aufwärmen können. Zusammen mit Ordnungsamtsleiter Günter Rahmeier organisiert sie ein Frühstück für die Betroffenen.

Erleichtert ist die Verwaltungschefin, dass niemand ernsthaft verletzt wurde. „Das hätte Menschenleben kosten können“, sagt sie. Der Betreiber des Orientladens, der erst im Frühjahr vergangenen Jahres eröffnet hat, tut ihr besonders leid. „Da wurde eine Existenz zerstört.“

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5494783?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F
Nachrichten-Ticker