Klage landwirtschaftlicher Ortsverbände
Ungebetener Besuch: Zahl unbefugten Eindringens in Schweineställe steigt

Senden -

Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, geht mit den Methoden und Zielen von „selbsternannten Tierrettern“ hart ins Gericht. Als Hausfriedensbruch und somit als Straftat prangert er unter anderem die gestiegene Zahl von unbefugtem Eindringen in Schweineställe und dabei gemachte Filmaufnahmen an. 

Freitag, 09.02.2018, 10:21 Uhr

Klage landwirtschaftlicher Ortsverbände: Ungebetener Besuch: Zahl unbefugten Eindringens in Schweineställe steigt
Tierretter stehen in der Kritik. Foto: dpa

Es waren die Fälle von Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking und Bauernpräsident Johannes Röring, die am meisten Aufsehen erregten. Doch auch eine Reihe anderer Bauern hat in der Vergangenheit nachts ungebetenen Besuch bekommen. Auf den Generalversammlungen der Landwirtschaftlichen Ortsverbände wurde über eine zunehmende Zahl von unbefugtem Eindringen in Schweineställe und dabei gemachte Filmaufnahmen geklagt. Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, wertete dieses Vorgehen ganz klar als Hausfriedensbruch. „Und das ist eine Straftat.“

Sein Verband werde nicht müde, deutlich zu machen, dass es den selbsternannten Tierrettern überhaupt nicht um das Wohl der Schweine gehe. „Denn dann würden die doch am nächsten Tag umgehend das Veterinäramt informieren.“ Aber nein, man warte noch Monate ab, um die Filmaufnahmen zu lancieren „und genau dann den Medien zuzuspielen, wenn man sich davon den größten Schaden für die Landwirte verspricht“.

Kritik an „geschicktem Geschäftsmodell“

Uckelmann bezeichnete dies als ein „geschicktes Geschäftsmodell“, um in der Bevölkerung über den Mitleidseffekt Spendengelder und sogar Erbschaften zu generieren, von denen die Tierrechtsorganisationen schließlich lebten. Hier setzte nun eine Initiative des Bauernverbandes an, die darauf hinauslaufe, den betreffenden Organisationen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, damit diese keine Spendenquittungen mehr ausstellen könnten.

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„Straftaten begehen und dafür dann auch noch vom Finanzamt belohnt zu werden, das setzt dem Unrecht die Krone auf“, erklärte der aus Hiddingsel stammende Landwirt jetzt vor seinen Berufskollegen in Bösensell wie auch zuvor schon in Senden und Ottmarsbocholt.

Selbstkritische Feststellung

Offen und selbstkritisch sprach Uckelmann in diesem Zusammenhang aber auch an, dass sich die Bauern nicht immer ganz tierschutzkonform verhalten würden. „Unheilbar kranken Schweinen muss über eine rasche und schmerzlose Nottötung ein unnötig langes Leiden erspart bleiben“. Wenn Landwirte diesen Schritt vor sich her schöben, sei das zwar irgendwie zu verstehen. „Wer macht so etwas denn auch schon gerne?“

Hilfestellungen und Anleitungen vom jeweiligen Hoftierarzt sollen nun dazu beitragen, dass kranke Schweinen ohne Heilungschance in jedem Fall über eine rechtzeitige Nottötung „von ihrem Leiden erlöst werden“. Dazu sei jeder Landwirt „nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet“, betonte Uckelmann vor seinen Berufskollegen.

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