Di., 27.02.2018

Anja Karliczek, designierte Bildungsministerin, passt ins aktuelle Anforderungsprofil der CDU Die in Berlin fix Karriere machte

Anja Karliczek auf dem Parteitag der CDU in Berlin. Sie startete ihre politische Karriere im Kreis Steinfurt.

Anja Karliczek auf dem Parteitag der CDU in Berlin. Sie startete ihre politische Karriere im Kreis Steinfurt. Foto: imago/Jens Jeske

Tecklenburg - 

Sie ist eine der Hoffnungen der CDU: Anja Karliczek (46) aus Tecklenburg-Brochterbeck. Frisch, un­verbraucht, karrierebewusst und noch nicht talkshow-verdorben, passt die dreifache Mutter perfekt ins modern-konservative Anforderungsprofil der „C“-Partei.

Von Peter Henrichmann

Anja Maria-Antonia Karliczek (geb. Kerssen; 29. April 1971) stammt aus „gutem Hause“ – katholisch, verheiratet mit Lothar Karliczek (58; Eurowings-Pilot). Ihre Familie, ihre Brüder Olaf und Rainer, führen das ­Teutoburger-Wald-Hotel im schönen Bocketal.

Im unternehmerisch geprägten Umfeld wuchs sie mit dem Hotelbetrieb auf: Mit anpacken war normal in Jugendjahren. Das Abitur am Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren erledigte sie zuverlässig. Karliczek ist gelernte Bankkauffrau wie auch Hotelfachfrau. Sie studierte Betriebswirtschaft, die Diplom-Kauffrau ist beruflich top-qualifiziert.

St 1998 CDU-Mitglied

Konservativ – das passt zu Anja Karliczek. Sie versteckt das nicht: Seit 1998 ist sie CDU-Mitglied – und „das entspricht meiner Grund-Lebenseinstellung“. Ludwig Erhard mit dem Motto „Nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen“ betrachtet sie als persönliches Vorbild. Als Ratsmitglied in Tecklenburg hat die CDU-Frau seit 2004 Lokalpolitik von der ­Pike auf gelernt. Sie übernahm Verantwortung als Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzende. Und zeigte Mut: 2012 bewarb sie sich im Wahlkreis Steinfurt III (Tecklenburger Land plus Emsdetten, Greven, Saerbeck) um ein Mandat in Berlin. Sie setzte sich lokal gegen zwei Konkurrenten durch, bekam einen Top- Listenplatz in NRW – und ­eroberte im September 2013 den Wahlkreis mit eindrucksvollen 48 Prozent.

Expertin für viele Themen

Hauptstadt, Bundestag – Karliczek arbeitete sich fleißig, zuverlässig und ehrgeizig in das Berliner Politik-Geschäft ein. Tourismus, Finanzen, betriebliche Altersvorsorge, Versicherungen – bei vielen Themen gilt sie als Expertin. Die fix Karriere machte: Seit Anfang 2017 organisiert sie als Parlamentarische Geschäftsführerin die Interna der CDU-Fraktion.

Nach einem erneuten ­Direkt-Sieg bei der Bundestagswahl im September 2017 sieht Karliczek nun einer Ernennung als Bundesministerin für Bildung/Forschung entgegen. Mit ihr zieht eine Frau mit wertkonservativen Überzeugungen ins Kabinett ein, die fest an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel stehen dürfte: Bei der Homo-Ehe hat sie, geprägt vom klassischen Familienbild, „Nein“ gesagt. Klare Regeln und Konsequenz forderte Karliczek kürzlich beim Umgang mit Flüchtlingen. Mehr Polizeipräsenz, Video-Überwachung und eine straffe Haltung des Staates be­fürwortet sie. Eine kapital­gedeckte Altersvorsorge zusätzlich zur Rente ist ihr ebenso wichtig wie eine ­mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik.

Lieblingsgericht: Möhreneintopf

Ihr Leben im Wechsel zwischen Berlin und Heimat im Tecklenburger Land empfindet sie als „arbeitsam“, Freizeit gibt es dennoch: Querbeet alles lesen, Musik hören, den Lotte-Kickern oder den TV-Emsdetten-Handballern die Daumen drücken, all das mag sie. Wie auch Reisen zum Bergwandern nach Süddeutschland. Ach ja: Wer die baldige Minis­terin lukullisch glücklich ­machen will, kocht ihr Lieblingsgericht: Möhreneintopf mit Hackbällchen und Apfelmus – bitte auf dem Teller!

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