Do., 01.03.2018

Schulunterricht bei Unwetter-Ereignissen Hoffen auf Regelung aus Düsseldorf

Blauer Himmel über dem Schulgelände. Bei einem angekündigten Unwetter haben die Eltern das Entscheidungsrecht, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.

Blauer Himmel über dem Schulgelände. Bei einem angekündigten Unwetter haben die Eltern das Entscheidungsrecht, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Foto: Klaus Meyer

Everswinkel - 

„Friederike“ hat am 18. Januar einiges durcheinandergewirbelt. Auch in den nordrhein-westfälischen Schulen. In einigen Kommunen trafen Schulleitungen und Schulträger die Entscheidung, den Unterricht angesichts des herannahenden Orkantiefs abzusagen, in anderen Orten fand der Unterricht planmäßig statt oder wurde dann früher beendet. Etliche Beobachter sprachen danach von Verunsicherung und Chaos aufgrund des Fehlens einer einheitlichen Vorgabe. Für die Everswinkeler Grünen ein Grund zum Handeln vor Ort.

Von Klaus Meyer

Dass die letztendliche Entscheidungsgewalt bei den Eltern liegt, machte es dennoch nicht einfacher. Laut NRW-Runderlass „Teilnahme am Unterricht und sonstigen Schulveranstaltungen“ vom 29. Mai 2015 kann ein nicht vorhersehbarer Grund für ein Schulversäumnis im plötzlichen Eintritt von extremen Witterungsverhältnissen liegen. In diesem Fall entscheiden die Eltern, ob ihrem Kind der Weg zur Schule zumutbar ist.

Die Everswinkeler Grünen sehen reichlich Verwirrung in den Reihen der Eltern, und dass seinerzeit Schüler in der Mittagszeit – sprich zur Sturmzeit – nach Hause geschickt worden seien, „war nicht gut“, so Grünen-Sprecher Frank Winkler im jüngsten Schulausschuss. „Schulträger und Schule müssen zusammenarbeiten, um das zu organisieren“, und dafür sollte nach Vorschlag der Grünen ein „Unwetterplan“ erarbeitet werden. Eine Anregung, die vor dem Hintergrund, dass das nordrhein-westfälische Schulministerium derzeit eine neue Rechtsgrundlage prüft, um landesweite Schulschließungen bei extremen Wetterlagen zu regeln, bei Bürgermeister Sebastian Seidel wenig verfing. „Wenn ich weiß, dass sich ein Ministerium darüber Gedanken macht, dann werde ich da wenig Energie darauf verwenden.“ In Everswinkel sei die Entscheidung ins Ermessen der Schule gestellt. „Ich kann hier nicht einen Katastrophenplan entwickeln“. Ein vorzeitiger Schulschluss sei mit Fragen und Problemen verbunden: Wie bekommt man die Kinder nach Hause? Wie lassen sich Schulbusse organisieren? Ist eine Betreuung zu gewährleisten?

Hubertus Kneilmann, Leiter der Verbundschule, schilderte, wie jener Orkan-Tag verlief. Gleich morgens um 8 Uhr habe er mit Schulamtsleiter Thomas Stohldreier telefoniert. Zu dem Zeitpunkt war ein Teil der Schüler bereits da, etwa 100 Schüler seien bis 8.30 Uhr telefonisch abgemeldet worden, weitere 100 nicht gekommen. Um 9.30 Uhr habe man dann entschieden, „Kinder holt Eure Handys raus und lasst Euch abholen“. Das ging dann schnell. „Um 10.30 Uhr hatten wir keinen Schüler mehr in der Schule.“ Kneilmann würde sich indes wünschen, „dass ein Ministerium am Abend vorher mitteilt in Funk und Fernsehen, ,morgen fällt die Schule aus‘“. Da stimmte Amtsleiter Stohldreier zu. „Es muss wirklich ein Signal aus Düsseldorf kommen. Da muss die Entscheidung getroffen werden.“ In dem Bericht an den Schulausschuss des Landtags hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) aber auch festgestellt, dass eine Schulleitung in jedem Fall „zwingend zu gewährleisten“ habe, dass die Schüler gefahrlos den Heimweg antreten könnten. Und so lange müssten die Schüler im Gebäude bleiben dürfen.

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