Fr., 02.03.2018

Gleiche Entwicklung in Telgte Telefonzellen sind verschwunden – fast

Am Telgter Rathaus gibt es noch einen der wenigen öffentlichen Fernsprecher.

Am Telgter Rathaus gibt es noch einen der wenigen öffentlichen Fernsprecher. Foto: Flockert

Telgte - 

Telefonzellen werden immer weniger – auch in Telgte. Schuld ist das Handy.

Von Stefan Flockert

2006 gab es zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen sowie zwischen Frankfurt/Oder und Aachen noch rund 100 000 Telefonzellen, 2013 waren es noch rund 48.000, heute sind es noch etwa 20.000. Mit dem Siegeszug des Handys begann gleichzeitig der Telefonzellenschwund.

Stand früher auch in Telgte gefühlt an jeder zweiten Ecke eine dicke gelbe Telefonzelle, so hat sich die Zahl in den vergangenen Jahren auch an Ems und Bever rapide verringert. Die Zellen, die irgendwann farblich von gelb auf magenta-silber gewechselt hatten, sind aus dem Stadtbild nahezu verschwunden. Wie viele Standorte es in Telgte und in Westbevern noch gibt, vermochte die Telekom auf Nachfrage nicht zu ermitteln.

Das Unternehmen erklärt die Gründe für den Abbau so: „Statistisch gesehen hat jeder Deutsche mindestens ein Handy. Die Notwendigkeit für öffentliche Telefonzellen nimmt dementsprechend ab.“ Es weist darauf hin, dass der Unterhalt einer Telefonzelle Geld koste, etwa für Strom, Standortmiete und Wartung. Mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbänden sei deshalb vereinbart worden: „Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro pro Monat stehen.“

Der Umsatz sei ein klares Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Grundversorgung durch die Bevölkerung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr bestehe. Der Kunde sei somit der Architekt des Telefonzellen-Netzes.

Auch an die Stadt Telgte ist die Telekom mit dem Wunsch herangetreten, nicht mehr rentable Zellen abbauen zu dürfen. „Die Telekom hat das für die Standorte getan, an denen nicht öfter als fünf Mal in der Woche telefoniert wurde“, berichtet Christof Linden, zuständiger Sachbearbeiter im städtischen Bauamt. „Und bei den Standorten, die angefragt wurden, haben wir keine Bedenken gehabt.“ Ein weiterer Grund dafür, dass die Erlaubnis zum Abbau erteilt worden sei, sei gewesen, dass die Telefonzellen oft verdreckt und beschmiert gewesen seien.

Übrigens: Wer möchte, kann sich eine alte Telefonzelle kaufen. Informationen über Preise und Konditionen können schriftlich unter info@telekom.de werden. Ansonsten werden alte Telefonstationen fachgerecht entsorgt beziehungsweise für eine Ersatzteilgewinnung verwendet.

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