Mo., 05.03.2018

Messerstecherei im Sommer 2017 Streit endet mit blutigem Opfer

Messerstecherei im Sommer 2017: Streit endet mit blutigem Opfer

Landgericht Münster Foto: dpa

Warendorf / Münster - 

Schon eine Stunde vor der beinahe tödlichen Attacke hatte es zwischen den beiden Marrokanern im August heftigen Streit im Emspark gegeben. Eine Stunde später, so damals herbeigerufene Polizeibeamte, lag einer der Kontrahenten in seinem Blut.

Von Werner Szybalski

Als kurz vor 23 Uhr die Polizei im August vergangenen Jahres in der kommunalen Flüchtlingseinrichtung in Warendorf eintraf, bot sich den beiden Streifenwagenbesatzungen ein grausiges Bild: Vor der Eingangstür der bungalowähnlichen Einrichtung lagen zwei verletzte Männer.

Montag versuchte die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Münster, am zweiten Verhandlungstag etwas Licht in das nächtliche Geschehen zu bringen. Zwei 26-jährige Männer aus Marokko waren wie berichtet in Streit geraten, der für einen der Kontrahenten fast tödlich geendet hätte.

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Ich habe mich zuerst um die völlig blutverschmierte Person gekümmert.

Ein Polizeibeamter

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„Ich habe mich zuerst um die völlig blutverschmierte Person gekümmert. Als ich bemerkte, dass er stöhnte und wimmerte, also lebte, wandte ich mich der einige Meter entfernt liegenden zweiten Person zu“, berichtete ein Streifenbeamter im Gerichtssaal. Die zweite Person, die offensichtlich nur am Mund Blutspuren aufwies, „starrte lediglich regungslos in den Himmel“, wie der Polizist berichtete.

Der Schwerverletzte war von ihm mit rund 20 Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Er konnte nur durch eine Notoperation in der Uniklinik Münster gerettet werden.

Schon gegen 22 Uhr musste die Polizei damals einen Streit zwischen den Afrikanern schlichten. Sie waren im Emspark so heftig aneinandergeraten, dass eine Gruppe Jugendlicher in der Nähe die Polizei rief.

Erster Streit am Emspark

„Es waren die gleichen Personen, die wir später in der kommunalen Einrichtung vorfanden. Beide hatten offensichtlich Alkohol konsumiert und gingen immer wieder aufeinander los“, führte der Polizist aus: „In unserem Beisein riss einer den anderen zu Boden, so dass wir eingreifen mussten. Schließlich erteilten wir beiden einen Platzverweis. Im Abstand von fünf Minuten verließen sie den Emspark.“

Mit Tischbein und Messer

Die sich wenig mögenden Marokkaner lebten gemeinsam in einer Wohnung in der Einrichtung. Als der Tatverdächtige nach seinem Opfer in die gemeinsame Unterkunft wollte, kam es erneut zum Streit. Ein abgebrochenes Tischbein kam zu Einsatz und wenig später auch ein Messer mit einer 10,5 Zentimeter langen Klinge. Mit diesem stach der Angeklagte zu und verletzte seinen Landsmann unter anderem an der Lunge und anderen Organen. Die Tatwaffe wurde erst später in einem Gebüsch gefunden. Da das Opfer, das Montag mehrere Stunden im Zeugenstand verbrachte, teilweise unklare Aussagen machte, sind noch zahlreiche Fragen offen.

Der nächste Verhandlungstermin ist am 19. März.

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