Mi., 07.03.2018

Unbeleuchteter Abschnitt der Ladberger Straße Licht will jeder, zahlen keiner

Nicht alle Fußgänger nutzen die Brücke, um die Ladberger Straße zu überqueren. Im Dunkeln noch gefährlicher, weil Licht fehlt.

Nicht alle Fußgänger nutzen die Brücke, um die Ladberger Straße zu überqueren. Im Dunkeln noch gefährlicher, weil Licht fehlt. Foto: Michael Baar

Lengerich - 

Nach einem tragischen Verkehrsunfall am 18. Oktober vergangenen Jahres ist die stellenweise schlechte Beleuchtung der Ladberger Straße wieder ein Thema der Kommunalpolitik. Zuständig ist allerdings der Landesbetrieb Straßen.NRW, der in diesem Fall nicht verpflichtet ist, für Helligkeit zu sorgen.

Von Michael Baar

Licht ins Dunkel zu bringen, das ist an der Ladberger Straße zwischen Bahnhofstraße und Ringeler Straße ein altes Anliegen. Nach einem tragischen Verkehrsunfall am 18. Oktober vergangenen Jahres, bei dem ein Radfahrer ums Leben kam, ist es wieder auf die Tagesordnung der Kommunalpolitik gerückt. Klares Anliegen: Dieser wenige Hundert Meter lange Abschnitt muss beleuchtet werden.

Kabel verlegen, Lampen hinstellen, anschalten, fertig – so einfach geht´s nicht. Straßenbaulastträger ist der Landesbetrieb Straßen.NRW. Doch der ist nicht verpflichtet, für Helligkeit zu sorgen. Zum einen gibt es in dem Abschnitt keine Grundstücksaus- oder -einfahrten. Zum anderen liegt das Stück Straße zwar in der Stadt, aber außerhalb der Ortsdurchfahrt.

„Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen“

Eine Pflicht, für Licht zu sorgen, besteht weder für den Landesbetrieb noch für die Stadt. Ersterer hätte aber keine Einwände, wenn Letzterer die Straße beleuchten will. Geld dafür rückt der Landesbetrieb allerdings nicht raus. Immerhin, das hat die Stadtverwaltung ausgerechnet, würde die Installation rund 85 000 Euro kosten. Anschließend wären etwa 1300 Euro pro Jahr für den Unterhalt zu berappen.

Zahlen, die in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zu einer lebhaften Diskussion geführt haben. Fachdienstleiter Viktor Glück musste gleich mehrfach gut gemeinte Vorschläge zurückweisen, weil deren Umsetzung nicht möglich ist.

Nur auf einer Seite eine Beleuchtung installieren, wie es Ulrich Weiß (Bündnis 90/Die Grünen) vorschlägt, scheitert an der fehlenden Breite auf beiden Seiten. Denn bei einseitiger Beleuchtung müsste der Rad- und Fußweg breit genug für entgegenkommende Radler sein. „Drei Meter Breite plus 50 Zentimeter Schutzraum zur Straße lassen sich nicht realisieren“, stellt der Fachdienstleiter fest. Es sei denn, die diesem Vorhaben im Weg stehenden Bäume würden gefällt. Was keiner will.

Die Radfahrer über die Stettiner Straße und Schultebeyringstraße leiten, das könnte sich Burkhard Schröer vorstellen. „Beide Straßen sind gut ausgeleuchtet, 85 000 Euro sind schließlich kein Pappenstiel“, so der Christdemokrat. „Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen“, pflichtet ihm sein Fraktionsvorsitzender Klaus Reiher mit Blick auf die wenigen Nutzer der Ladberger Straße bei. „Der Umweg ist zumutbar“, urteilt Ulrich Weiß.

Das Land soll aushelfen

„Fakt ist, es ist ein tödlicher Unfall passiert und eine Beleuchtung wird schon länger gefordert“, kann sich Karl-Heinz Horstkotte eine Beleuchtung gut vorstellen. Sein Fraktionskollege Björn Schilling sinniert derweil, dass „Licht den Druck auf den Landesbetrieb erhöhen könnte, den Geh- und Radweg besser zu pflegen“. Dessen Zustand ist nicht nur für die Sozialdemokraten ein ständiges Ärgernis.

Schließlich schaltet sich der Bürgermeister in die Diskussion ein. Warum nicht das Land auffordern, die Hälfte der Kosten zu tragen? „Oder wir müssen schauen, ob wir dieses Thema nicht ins innerstädtische Entwicklungskonzept einpassen lassen“, beschreibt Wilhelm Möhrke seinen Ansatz, damit die Stadt nicht auf den kompletten Kosten sitzenbleibt.

Ein Vorschlag, der auf seine Chance zur Realisierung geprüft werden soll. Deshalb wird das Thema in den nächsten Sitzungsdurchgang geschoben. Bis dahin soll auch geklärt werden, was es mit der „illegalen Querung der Ladberger Straße unter der Fußgängerbrücke“ – so Christdemokrat Gerd Hasenkamp – auf sich hat. Legalisieren oder sperren seien die Alternativen. Je nachdem müsste dann auch der leicht abgesenkte Bordstein dort angehoben werden. „Das sieht mir so aus, als wenn da jemand nachgeholfen hätte“, berichtet Norbert Junghöfer, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Das Gremium hatte mit einem entsprechenden Antrag das Thema wieder aufgegriffen.

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