Di., 06.03.2018

Bewährungsstrafe für 41-Jährigen 20 Schokoladen und zwei Pakete Kaffee gestohlen

Bewährungsstrafe für 41-Jährigen: 20 Schokoladen und zwei Pakete Kaffee gestohlen

Foto: dpa

Tecklenburg/Bad Iburg - 

Das Schöffengericht Bad Iburg verurteilte jetzt einen heute 41-jährigen Mann wegen räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit Körperverletzung zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe. Der Angeklagte hatte Waren aus einem Supermarkt in Hagen gestohlen.

Von Heiko Kluge

Im vergangenen Juni hatte der Detektiv des Marktes beobachtet, wie der aus Tecklenburg stammende Mann zwei Packungen Kaffee und rund 20 Tafeln Schokolade in seiner Kleidung verstaute und anschließend ohne zu zahlen die Kasse passierte. Als er den 41-Jährigen unmittelbar darauf angesprochen habe, habe der mit den Armen gerudert und versucht, ihn wegzustoßen. „Er wollte unbedingt fliehen mit der Ware und hat dabei Gewalt angewendet.“ Mehrfach habe der Angeklagte auch auf seinen Körper geschlagen, so der Ladendetektiv. Es sei ihm gelungen, den Mann noch am Kragen zu erwischen, sie beide seien dann zu Boden gegangen. Nach einer kurzen Rangelei gelang es dem Mann, auf den Parkplatz zu fliehen, wo er allerdings von anderen Kunden des Supermarktes aufgehalten wurde. Ein paar Schürfwunden und Prellungen habe er sich bei der Rangelei zugezogen, so der Detektiv, „aber das ist eher nebensächlich“.

Der Angeklagte sei in Begleitung eines weiteren Mannes in dem Hagener Supermarkt gewesen. Bei der Polizei hatte der Zeuge angegeben, dass die beiden Männer arbeitsteilig vorgegangen seien. Der zweite Mann habe die Rangelei der anderen genutzt, um zu fliehen.

Der 41-Jährige räumte ein, den Kaffee und die Schokolade gestohlen zu haben. Seine zwei Kinder lebten noch in seiner rumänischen Heimat. Er habe versprochen, ihnen ein Paket zu schicken. Erst in dem Geschäft habe er festgestellt, dass er seine Bankkarte zu Hause vergessen hatte. Bargeld habe er nicht genügend dabei gehabt. „Aber dann habe ich an meine Kinder gedacht und ich habe die Produkte genommen. Das tut mir leid.“

Allerdings stritt der Mann ab, den Detektiv geschlagen zu haben. Er habe nicht gewusst, was der Mann von ihm gewollt habe. Die Sachen habe er dann gar nicht mehr behalten wollen, „ich wollte einfach nur fliehen.“ Doch während er weggerannt sei, sei die Schokolade in seiner Hose heruntergerutscht. „Ich konnte nicht gut laufen.“

Nur drei Monate vor dem Geschehen war der Angeklagte wegen eines Ladendiebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In Rumänien hatte er wegen Diebstahlsdelikten bereits Hafterfahrung gemacht.

Wie die Staatsanwältin war auch das Gericht davon überzeugt, dass der Mann unerkannt mit dem Diebesgut hatte fliehen wollen. „Wir sind davon überzeugt, dass es sich um einen räuberischen Diebstahl handelt“, fasste der Vorsitzende zusammen. Da der Mann aber keine gezielten Schläge gesetzt habe und die Gewaltanwendung als sehr gering einzustufen sei, handele es sich um einen minderschweren Fall mit entsprechend milderem Strafrahmen.

Neben der zur Bewährung ausgesetzten siebenmonatigen Freiheitsstrafe soll der 41-Jährige laut Urteil noch 600 Euro an die Landeskasse zahlen.

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