Mi., 07.03.2018

Feldbegehung mit Pflanzenschutzberater Gefahr für Bienen kritisch angemerkt

Gemeinsam mit Pflanzenschutzberater Bernhard Wiesmann (3.v.r.) begutachteten die Landwirte den Zustand des Bodens. Kritische Anmerkungen gab es zu der Gefährdung von Bienen durch Spritzmittel.

Gemeinsam mit Pflanzenschutzberater Bernhard Wiesmann (3.v.r.) begutachteten die Landwirte den Zustand des Bodens. Kritische Anmerkungen gab es zu der Gefährdung von Bienen durch Spritzmittel. Foto: LOV

Ottmarsbocholt - 

Die Landwirte müssen sich sputen, um durch gezielte Düngung den Entwicklungsrückstand beim Getreide auszugleichen. Gleichwohl gilt es beim Einsatz von Insektiziden, die Schadschwellen einzuhalten, um Bienen nicht zu gefährden.

Von Ulrich Reismann

Es war überaus nass und vergleichsweise dunkel. So fasste der Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer Coesfeld, Bernhard Wiesmann, bei der Feldbegehung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ottmarsbocholt auf dem Hof Welp in der Venne das Wettergeschehen seit Oktober zusammen. Der Oktober ist der Monat, in dem das meiste Getreide ausgesät wird. Und das hat seitdem überdurchschnittlich viel Regen und bis Ende Januar wenig Sonnenschein abbekommen. Die hohen Niederschläge haben die oberste Bodenschicht ausgewaschen und die Nährstoffe in tiefere Schichten verlagert, wo sie für die noch kleinen Getreidewurzeln nun nicht mehr erreichbar sind.

Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, jetzt bei der Düngung von Weizen, Gerste und Co. keine Zeit zu verlieren, damit diese nicht hungerten, betonte Wiesmann. Die Defizite bei der Sonneneinstrahlung von November bis Januar haben beim Getreide zu einem geringen Entwicklungsrückstand geführt, der demnächst aber schnell wieder aufgeholt werden kann.

Des Weiteren war Ruth Cramer zu der Feldbegehung eingeladen worden. Die aus Nottuln stammende Imkerin sah den Einsatz von Insektiziden sehr kritisch, wobei sie die davon aus ihrer Sicht ausgehenden Gefahren für die Bienen schilderte. Nach Aussage von Wiesmann ist der Einsatz von Insektiziden in erster Linie bei Raps ein Thema und nicht bei Getreide. Raps spiele im Kreis nur eine untergeordnete Rolle, aus wirtschaftlichen Gründen sei die Anbaufläche in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Die Initiative zu diesem Gedankenaustausch war von der Imkerin ausgegangen, die auf diese Weise das Gespräch mit der Landwirtschaft suchte. Diesem Wunsch sei man gerne nachgekommen, erklärte der Ortsverbandsvorsitzende Philipp Beckhove. „Wir sollten miteinander reden und nicht übereinander“, war er sich mit Cramer einig. Beckhove bekräftigte, dass Insektizide nur nach Überschreiten von Schadschwellen und nur nach Empfehlungen der Landwirtschaftskammer über die Pflanzenschutzfaxe, welche während der Saison wöchentlich an die Landwirte verschickt werden, eingesetzt werden sollten.

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