Mi., 16.05.2018

Trinkwasser-Härte in der Diskussion Tropfsteinhöhle im Badezimmer

Die Trinkwasserqualität in Metelen war Thema in der Sitzung des Gemeinderates, in der der technische Leiter der Stadtwerke Emsdetten, Christian Schröder, Rede und Antwort stand.

Die Trinkwasserqualität in Metelen war Thema in der Sitzung des Gemeinderates, in der der technische Leiter der Stadtwerke Emsdetten, Christian Schröder, Rede und Antwort stand. Foto: dpa/hsh

Metelen - 

Mit der Härte des Trinkwassers in der Vechtegemeinde beschäftigte sich jetzt der Gemeinderat. Eingeladen hatte das Gremium den technischen Leiter der Stadtwerke Emsdetten, Christian Schröder. Der Experte stand nicht nur diesem Thema Rede und Antwort, sondern informierte auf Nachfrage auch über Rohrleitungen aus Asbestzement, die in einem Teil des Versorgungsnetzes verbaut wurden.  

Von Dieter Huge sive Huwe

Sie ist ein Ärgernis für fast alle Metelener und geht mitunter mit nicht ganz unerheblichen Kosten einher – die Härte des Trinkwassers in der Kommune. Immer wieder gibt es Kritik daran, und auch in der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend sparten Bürgervertreter nicht mit deutlichen Worten. Sogar von einer „Tropfsteinhöhle im Badezimmer“ war da die Rede. Gerichtet waren die Beiträge an den technischen Leiter der Stadtwerke Emsdetten, Christian Schröder.

Dieser war auf Einladung der Verwaltung ins Alte Amtshaus gekommen, um vor der Verabschiedung des Wasserversorgungskonzepts Rede und Antwort zu stehen – und dabei spielte die Wasserhärte eine entscheidende Rolle. „Das Thema ist ein Dauerbrenner“ weiß auch Stadtwerke-Experte Schröder, relativierte aber auch zugleich, dass der Wert von 14 bis 16 Grad Deutscher Härte, nach dem sich dieser Part des Wasser bemisst, in Metelen noch vergleichsweise moderat ist. „In Greven beispielsweise erreichen wir einen Härtegrad von 20.“

Ursächlich für die Messdaten seien erhöhte Calcid-Abscheidewerte, erläuterte Schröder. Der Versuch der Stadtwerke, dem durch das Einbringeng von zusätzlichem Koh­lendioxid entgegenzuwirken, sei nicht erfolgreich gewesen. „Die Einbringung anderer Zusatzstoffe ist aufgrund des Minimierungsgebots nicht angebracht“, erklärte der Fachmann, dass möglichst keine Zusatzstoffe dem Trinkwasser beigemengt werden sollten. Die Stadtwerke Emsdetten hätten sich daher entschieden, für den Versorgungsstrang, an dem auch Metelen hängt, keine zentrale Enthärtung zu bauen.

Aus den Reihen des Rates wurde an ihn dennoch die Forderung herangetragen, auszurechnen, was dies letztlich kosten würde und inwiefern sich dies auf den Wasserpreis niederschlage. Schröder versprach, für den Wasserbeirat das Thema nochmals aufzuarbeiten.

Da waren Wortbeiträge aus der Bürgervertretung noch frisch, etwa der von CDU-Ratsherr Detlef Willms, der die Kosten für den Austausch verkalkter Wasserhähne oder gar von Waschmaschinen angesprochen hatte.

Seinen Fraktionskollegen André Kersten drückte auch noch ein anderer Schuh. Er wollte wissen, ob die knapp fünf Kilometer Wasserleitung im Stadtwerke-Netz, die noch aus Asbestzement bestehen, gesundheitlich unbedenklich seien. Stadtwerke-Mitarbeiter Schröder führte aus, dass es im Gemeindegebiet Metelen selber derartige Leitungen nicht mehr gebe. Gleichwohl seien in der Transportleitung des Wassers zwischen Laer und Horstmar noch derartige Rohre verbaut worden. Besondere Vorsicht müssten allenfalls die Mitarbeiter der Stadtwerke walten lassen, wenn sie die Rohre austauschen und sie durchtrennen. „Wir tauschen diese Rohre vorrangig aus“, erklärte Schröder, dass die Stadtwerke die Leitungen mit dem Fasermaterial im Auge haben.

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