Mo., 18.06.2018

Ballonabsturz „So etwas ist mir noch nie passiert“

Füchtorf/Telgte/Braunschweig - 

Sechs Verletzte – das ist die Bilanz des Ballonunfalls von Füchtorf. Experten suchen jetzt nach der Unglücksursache. Doch das kann dauern.

Von Frank Polke

Es ging alles schnell, sehr schnell. „Plötzlich bildete sich über uns ein Schauer, sagt Martin Kroos. Es begann zu regnen, Sturmböen traten auf.“ Der Betreiber der Firma „Airlebnis Event ek.“ und Besitzer zweier Heißluftballone war selbst mit an Bord, als sich am Samstagabend über Füchtorf die Wetterlage dramatisch schnell verschlechterte. „Der Ballon war dann schwer kontrollierbar“, erinnert sich Kroos. Die Böe drückte den Ballon zusammen. Die Besatzung – insgesamt waren sechs Personen an Bord – leitete eine kontrollierte Notlandung ein und ging mit dem Ballon aus einer Höhe von zehn Metern über dem Maisfeld nieder. „So etwas ist mit bisher noch nie passiert“, sagt Kroos.

Der Ballon war am Samstag auf der Planwiese gestartet und knapp eine Stunde in der Luft, als das Unglück passierte. Sechs Menschen wurden verletzt. Bei den Verletzungen handelt es sich vornehmlich um Platzwunden und Brüche. Die Polizei war sofort da, auch ein Rettungshubschrauber wurde gerufen, der eine Verletzte in ein Krankenhaus brachte.

Die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) mit Sitz in Braunschweig hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Kurz nach dem Unglück wurde von einem „beauftragten Mitarbeiter der Ballon untersucht, auch die Wetter- und Ortsumstände wurden analysiert. „Wir sammeln jetzt alle verfügbaren Daten und Erkenntnisse“, sagt Germout Freitag, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BFU unserer Zeitung. Noch sei es zu früh, genaue Schlüsse über die Unglücksursache ziehen zu können. „Ein erster Zwischenbericht dürfte in sechs Wochen vorliegen. Die abschließende Bewertung kann aber bis zu einem Jahr dauern.“

Eine lange Zeit. Martin Kroos, Inhaber der Firma Airlebnis und selbst leicht verletzt, geht aber davon aus, dass „der Ballon technisch im einwandfreien Zustand“ war. Für ihn steht jetzt erst einmal die schnelle Genesung aller Passagiere im Vordergrund. Bisher ist ihm so ein Unfall und so eine sich schnell verändernde Wetterlage noch nie begegnet. Doch er ist sich sicher. „Natürlich geht es irgendwann wieder weiter. Wir haben ja Aufträge, die wir erfüllen werden.“

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