Di., 19.06.2018

Erfolg für Rauschgiftfahnder Drogen-Versand per Post: Polizei und Zoll gelingt Schlag gegen Darknetbande

Das Foto zeigt einen Teil der beschlagnahmten Betäubungsmittel.

Das Foto zeigt einen Teil der beschlagnahmten Betäubungsmittel. Foto: Polizei Münster

Münster/Enschede (NL) - 

Über einen längeren Zeitraum war die Ermittlungsgruppe „Rauschgift“ mehreren Drogenhändlern, die über das Internet Rauschgift anboten, auf der Spur. Nun gelang es den Ermittlern, diese zu überführen. Die Menge der nach der Festnahme sichergestellten Drogen ist enorm - insgesamt über 250 Kilogramm.

Seit etwa einem Jahr verfolgte die Ermittlungsgruppe „Rauschgift“ im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster Drogenbestellungen im Darknet. Verschickt wurden die Drogen-Pakete aus den Niederlanden nach Deutschland auf dem Postweg. Nun konnte die Ermittlungsgruppe, die aus Beamten der Polizei Münster und des Zollfandungsamtes Essen besteht, drei verdächtige Schmuggler aus den Niederlanden festnehmen.

Die Beamten beschlagnahmten rund 1.000 Postsendungen mit unterschiedlichen Betäubungsmitteln, insgesamt über 40.000 Ecstasy-Pillen und weitere zirka 125 Kilogramm synthetischer Drogen, Kokain, Heroin sowie Cannabis. Die Mehrzahl der Sendungen war an Empfänger außerhalb der niederländischen Grenze adressiert gewesen.

Festnahme in Bad Bentheim

Ziel während der Ermittlungen war es, anschließend über diese Postsendungen an die Kuriere und die in den Niederlanden vermuteten Hintermänner zu gelangen, berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung. Eng kooperierten hierbei die deutsche Polizei, der Zoll und niederländische Behörden.

Am 16. Mai beobachteten Ermittler in Enschede die Übergabe von Rauschgift-Paketen an zwei mutmaßliche Einfuhrschmuggler. Kurz darauf nahmen sie die 25- und 27-jährigen Männer aus den Niederlanden mit 6.300 Ecstasy-Pillen und zehn Kilogramm synthetischen Drogen bepackt in Bad Bentheim fest. Dem Duo können vermutlich weitere Kurierfahrten von insgesamt rund 30.000 Ecstasy-Pillen und 80 Kilogramm anderer Drogen nachgewiesen werden, berichtet die Polizei. Die beiden Tatverdächtigen befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.

Wohnung für Drogengeschäft gemietet

Den Überbringer der Sendungen verfolgten die Ermittler in Enschede bis in eine offenbar extra für die Lagerung und Verpackung von Drogen vorgesehene Wohnung. Niederländische Polizisten nahmen daraufhin den Mieter der Räume fest und durchsuchten die Wohnung. In der Wohnung fanden die Polizisten 44.000 Ecstasy-Pillen, etwa 125 Kilogramm andere Drogen und Equipment, wie zum Beispiel Vakuumiergeräte und Luftpolsterumschläge. Der 28-jährige Wohnungsmieter sitzt seit der anschließend erfolgten Festnahme in Auslieferungshaft.

Über die Sicherstellung der Postsendungen ermittelten die Beamten ebenfalls zahlreiche Adressaten der Drogenpakete. Gegen die Besteller der Drogenlieferungen werden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen wurden Bestellungen auch getätigt, um die Drogen anschließend im Darknet weiter zu verkaufen.

Drogen-Kuriere riskieren hohe Haftstrafen

Zahlreiche Käufer und Verkäufer sowie die Kuriere der Drogen-Sendungen wähnten sich durch die Bezahlung mit Bitcoins und dem angebotenen anonymen Postversand im Darknet in Sicherheit. Nach dem Zollverwaltungsgesetz werden auch innereuropäische Postsendungen durch den Zoll kontrolliert. Alle grenznahen Dienststellen sind weiterhin mit der Bekämpfung dieses Phänomens beschäftigt und haben einen Fokus auf diese Kriminalitätsform gelegt.

Die eingesetzten Kuriere riskierten für eine sehr geringe Bezahlung pro Schmuggelfahrt eine Haftstrafe von fünf bis zu 15 Jahren. Auch der in Enschede festgenommene mutmaßliche Organisator muss sich vor einem deutschen Gericht verantworten und hat bei einer Verurteilung mit einer hohen Haftstrafe zu rechnen.

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