Fr., 13.07.2018

Spahn zu Gast bei Gasspeicher-Betreiber Erdgas-Speicherung auch in Zukunft wichtig

Minister Jens Spahn (Mitte) im Gespräch mit Dr. Axel M. Wietfeld (Geschäftsführer der Uniper Energy Storage GmbH, l.) und Betriebsleiter Johann Westerbuhr.

Minister Jens Spahn (Mitte) im Gespräch mit Dr. Axel M. Wietfeld (Geschäftsführer der Uniper Energy Storage GmbH, l.) und Betriebsleiter Johann Westerbuhr. Foto: Klaus Wiedau

Epe - 

Fragen der Gasspeicherung und der nationalen Gasversorgung standen im Mittelpunkt eines Besuches, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als heimischer Abgeordneter am Donnerstag dem Standort Epe der Uniper Energy Storage GmbH im Amtsvenn abstattete.

Von Klaus Wiedau

Fragen der Gasspeicherung und der nationalen Gasversorgung standen im Mittelpunkt eines Besuchs, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als heimischer Abgeordneter am Donnerstag dem Standort Epe der Uniper Energy Storage GmbH im Amtsvenn abstattete.

Das Unternehmen, eine Tochter der international tätigen Uniper SE (12 000 Mitarbeiter) mit Hauptsitz in Düsseldorf, betreibt in Deutschland, Österreich und Großbritannien mit 180 Mitarbeitern Speicheranlagen für Erdgas mit einem Arbeitsgasvolumen von mehr als acht Milliarden Kubikmeter. Alle Speicherstandorte liegen entlang der wichtigsten nationalen und internationalen Leitungsnetze und sind eng damit verknüpft. Allein in Epe – dem Standort einer der größten Speicheranlagen Deutschlands – werden in 40 Kavernen von der Uniper Energy Storage GmbH rund zwei Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas vorgehalten. Die Uniper-Anlage im Amtsvenn – im Jahre 2016 im Zuge der Abspaltung von Eon übernommen – verfügt über vier Verdichter mit einer Gesamtleistung von einer Million Kubikmeter je Stunde und fünf Gastrocknungsanlagen.

Bundesweit gibt es ein Erdgasspeichervolumen für 23 Milliarden Kubikmeter Erdgas. „Diese Menge entspricht etwa einem Viertel des Jahresverbrauchs in Deutschland“, wie Dirk Hachmann (Unternehmenskommunikation Uniper SE) am Rande des Spahn-Besuches gegenüber den WN betonte. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch eine andere Zahl, die Hachmann nennt: In Zeiten eines hohen Energiebedarfs – etwa in besonders kalten Wintern – sei die notwendige Gasmenge nicht über eine spontane Erhöhung der Importmengen auszugleichen. „Dann kommen bis zu 65 Prozent des deutschen Tagesbedarfs an Gas aus den Speichern“, so Hachmann.

Auf der einen Seite sei durch die hohe Kapazität von 23 Milliarden Kubikmetern Speicherkapazität die Versorgungssicherheit im Land sehr groß. Hachmann: „Andererseits sind die Gasspeicherunternehmen in Deutschland seit Jahren einem sehr großen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, weil die wichtige Versorgungsfunktion der Speicher bei den bestehenden niedrigen Marktpreisen nicht vergütet wird. Die Folge: Es drohen Schließungen wichtiger Standorte.“ Anders als im Bereich der Ölversorgung, in dem eine nationale Ölreserve für den Bedarfsfall vorgehalten wird, gibt es eine solche Kapazitätsabsicherung im Gasbereich nicht – hier regelt bisher allein der Markt Angebot und Nachfrage an Speicherplatz.

Im Gespräch mit Minister Spahn ging es daher auch um die Frage, wie das Thema Vorsorge in Kooperation zwischen Gasspeicher-Betreibern und der öffentlichen Hand auf eine tragfähige Basis gestellt werden kann, um in Nachfrage-Spitzenzeiten Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Hachmann: „Dieses Dilemma gilt es ergebnisoffen zu diskutieren.“

Bei einem kurzen Rundgang über die Anlage erläuterten Dr. Axel M. Wietfeld (Geschäftsführer der Uniper Energy Storage GmbH) und Betriebsleiter Johann Wes­terbuhr die Funktionsweise und die für die Ein- und Ausspeicherung des Gases notwendigen Prozesse. Beide betonten, dass Erdgas – und damit verbunden die Erdgasspeicherung – aktuell und auch zukünftig ein wichtiger Partner bei der Umstellung auf die erneuerbaren Energien sein werde.

Spahn betonte am Rande, dass der Besuch der Anlage ein weiterer Mosaikstein in seinem Wissen um die komplexen technischen Vorgänge sei, die es in der Region im Zusammenhang mit dem Thema Energie gebe. „Windkraft, Atomenergie, Öl- und Gasspeicherung – Aspekte aus all diesen Bereichen seien regelmäßig auch für ihn Gesprächsthemen. „Wir sind schon eine sehr energieintensive Region“, so Spahn.

Mit dem konkreten Blick auf den Speicherstandort Amtsvenn sei es wichtig, dass die dort tätigen Unternehmen Transparenz über ihre Arbeit vermitteln: „Die Bürger wollen wissen, was hier passiert und nicht das Gefühl habe, dass da was in einem abgeschotteten Bereich passiert.“

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